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Wir haben den Renault Megane E‑Tech Electric getestet

Renault Mégane E-Tech Electric
Nur der Name bleibt: Beim elektrischen Megane ist alles anders.Image: Renault
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Wir haben den Renault Megane E‑Tech Electric getestet

Mit dem Zoe kam 2012 das erste elektrische Serienfahrzeug von Renault auf den Markt. Seither hat sich die Marke fundiertes Know-how in Sachen E-Autos angeeignet. 2022 wurde die nächsthöhere Klasse auf Batteriebetrieb umgestellt: der Megane E-Tech Electric.
30.05.2023, 12:4430.05.2023, 12:44
Jerome Marchon
Jerome Marchon

Zehn lange Jahre sind seit dem Zoe ins Land gegangen. Doch vielleicht brauchte Renault diese Zeit für den Erfahrungsaufbau und das Feintuning seines Modells, um es mit Volkswagen und dem ID.3 im Segment der E‑Kompaktwagen aufnehmen zu können. Das Warten hat sich jedenfalls gelohnt. Hier erfährst du, warum.

Brandneuer Unterboden

Beim neuen Megane ist alles anders, ausser dem Namen. Der neue Kompakte basiert auf der CMF‑EV-Plattform, die gemeinsam mit Nissan exklusiv für Elektrofahrzeuge entwickelt wurde. Sie zeichnet sich durch kurze Überhänge aus, was eine bessere Raumnutzung ermöglicht. Dank der plattformspezifischen Architektur konnten Batterie und zugehöriges Kühlsystem zudem im Boden angeordnet werden, während Motor, Wechselrichter und Antriebselektronik unter der Motorhaube Platz finden.

Diese Konstruktion kommt vor allem dem für ein E-Auto recht geringen Gewicht zugute: Im betriebsbereiten Zustand beläuft es sich «lediglich» auf rund 1700 kg. Im Vergleich zu seinem grössten Konkurrenten, dem VW ID.3, ist der elektrische Megane also je nach Version 100 bis 200 kg leichter. Wirklich keine Kleinigkeit, wenn man auf den Verbrauch schaut!

Renault Mégane E-Tech Electric
Geringes Gewicht – ein Plus für Agilität und Verbrauch.Image: Renault

Der Megane E-Tech Electric ist nur mit einem Motor erhältlich: Der 220 PS starke Antrieb mit 300 Nm versorgt eine 60-kWh-Batterie. Renault hat eine theoretische Reichweite von 450 km und einen durchschnittlichen Verbrauch von 18,3 kWh auf 100 Kilometer angekündigt. Im wahren Leben solltest du auf gemischter Strecke eher mit 350 km planen, obwohl es uns im «Eco»-Modus und beim munteren Spiel mit den verschiedenen Energierückgewinnungsmodi gelungen ist, den Verbrauch auf einer 150 km langen gemischten Strecke bei 13,6 kWh/100 km zu halten. Das ist wirklich aussergewöhnlich!

Renault Mégane E-Tech Electric
Moderne Linienführung mit den neuen Designmerkmalen von Renault.Image: Renault

Pure Dynamik!

Das geringe Gewicht des Megane spürt man direkt beim Fahren. Der für einen «Stromer» erstaunlich agile und wenig träge Franzose zeigt deutlich, dass er eine sportliche Fahrweise schätzt. Zumal er von einer besonders direkten Lenkung profitiert. Als reiner Frontantriebler weist er jedoch auch kleine Schwächen auf: So hat das Fahrzeug eine ausgeprägte Tendenz zum Untersteuern und das Heck tänzelt etwas stärker als der Durchschnitt, wenn man beim Einfahren in Kurven vom Gas geht. Am Fahrwerk gibt es nichts auszusetzen, es bietet sowohl beim normalen als auch beim dynamischeren Fahren Komfort und Stabilität.

Renault Mégane E-Tech Electric
Im Fond des Megane ist der Platz etwas knapp bemessen.Image: Renault

Klein, aber oho!

Bedauerlich ist das beengte Platzangebot für die Fondpassagiere mit kurzen Sitzen und wenig Beinfreiheit. Auf dem Fahrersitz braucht es für die Armada an Bedienelementen rund ums Lenkrad etwas Eingewöhnungszeit, wenn man mit der Renault-typischen Ergonomie nicht vertraut ist. Eine wahre Augenweide sind hingegen die beiden riesigen Displays für Instrumente und Infotainment, deren Betrieb durch die Softwaresuite von Google sichergestellt wird. Unkompliziert, schnell und intuitiv – nur wenige der von den Herstellern selbst konzipierten Systeme können da mithalten. Abschliessend noch ein Blick in den Kofferraum, der mit 440 bis 1332 Litern über eine angenehme Grösse verfügt.

Renault Mégane E-Tech Electric
Vielleicht eine der besten Mensch-Maschine-Schnittstellen auf dem Markt.Bild: Renault

Der Renault Megane E-Tech Electric ist ab 40 000.– Franken zu haben und macht eine äusserst gute Figur, indem er Fahrspass mit einer für E‑Kompaktwagen einzigartigen Homogenität verbindet.

Über den Autor:

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bild: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Auto-Fan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der «Revue Automobile». Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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