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Yonnihof

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«Halt' mir bitte die Tür auf!»

Plädoyer einer «verkappten Emanze» gegen den Kampf der Geschlechter. Zumindest in der Liebe.



Feminismus ist eine durchwegs gute Sache. Wenn er denn dem dient, was er soll: Den Frauenrechten und zwar soweit, bis sie mit denen des Mannes überein stimmen. Also keine Bevorzugung der Frau, sondern eine Gleichstellung beider Geschlechter.

Der Kampf für Männerrechte – Maskulinismus – soll genau dasselbe bewirken: Dass Männer da, wo sie heute benachteiligt sind, mit den Frauen gleichgestellt werden. Zum Beispiel bei Sorgerechtsfragen oder bezüglich Militärdienst.

Feminismus und Maskulinismus haben, auch wenn viele Leute sie für grundverschieden, wenn nicht gar gegensätzlich halten, dasselbe Ziel: Gleichstellung.

Dass uns der Ausdruck Feminismus geläufiger ist als Maskulinismus, liegt wohl hauptsächlich daran, dass in der Vergangenheit und zum Teil auch noch heute leider bei den Frauen mehr Nachholbedarf betreffend Gleichstellung bestand und besteht als bei den Männern, das ist geschichtlicher Fakt. Dafür kann aber der moderne Mann (oder die meisten von ihnen) nichts und er verdient es deshalb nicht, heute noch grundsätzlich in die Rolle des Unterdrückenden gesteckt zu werden. Wir Frauen sind nicht mehr dieselben wie früher, die Männer aber auch nicht. Darf man nicht vergessen.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Kürzlich bezeichnete mich ein charmanter Herr hämisch als «verkappte Emanze», was mich sehr belustigte. Was «verkappt»? Ich bin ganz offen emanzipiert. Emanzipation bedeutet, dass eine Menschengruppe, die einst diskriminiert wurde, sich von der früheren Unterdrückung lossagt und für ihre Rechte einsteht. Deshalb finde ich es beinahe schon ironisch-lustig, dass genau die (wenigen) Männer, die uns Frauen auch heute gerne noch in der Rolle des kuschenden Sex-Küchen-Häschens sehen würden, denken, das Wort «Emanze» sei eine Beleidigung.

Nun ist das alles schön und gut. Ich wurde gleichberechtigt erzogen, konnte studieren, was ich wollte, kann heute meinen Weg gehen. Awesome!

Trotzdem erlebe ich mich und meine Freundinnen immer wieder im Kampf mit Rollenmodellen – und dies hauptsächlich, wenn’s um Liebesbeziehungen geht. Wenn man sich, wie ich zum Beispiel, in eher männerdominierten Domänen bewegt und dort kein Problem hat, mit den Jungs mitzuhalten und auch mal offen seine Meinung sagt, traut man sich manchmal fast nicht mehr, in den Armen eines Mannes auch einmal schwach zu sein, auch wenn man das gerne wäre. Man traut sich kaum noch zu sagen, dass man es schön findet, wenn einem die Tür aufgehalten wird – zu oft kamen Sprüche wie «Du wolltest doch gleichberechtigt sein, halt’ deine Tür selber auf!»

Doch solche Gesten haben mit der Emanzipation wenig zu tun, sondern mit der Freude am Gegenüber und mit dessen Wertschätzung. Oder haben Sie von einer Frau schon einmal den Spruch gehört: «Wir sind jetzt gleichberechtigt, ich schminke mich nur noch, wenn du dich auch schminkst und High Heels gibt’s übrigens auch in 44, kein Problem»? Also ich nicht.

Das (emanzipierte) Grundverständnis von Mann und Frau als gleichwertige Menschen muss nicht bedeuten, dass man in einer Beziehung nicht traditionelle Rollen einnehmen möchte/darf. Im Gegenteil: Ich finde es super, mich für ein Date hübsch zu machen, ich freue mich, wenn ich meine Weiblichkeit bewusst leben kann und sie beim Gegenüber auf Freude stösst. Und es gibt Männer, die finden es toll, einer Frau die Tür aufzuhalten oder sie zum Essen einzuladen. Nur weil er mir die Tür aufhält, entmündigt er mich nicht – und nur, weil ich mich für ihn schön mache, unterwerfe ich mich ihm nicht.

Wir sollten aufhören, Zuneigung zwischen Mann und Frau als Kampf anzusehen.

Gleichberechtigung dreht sich, wie das Wort schon sagt, um die Rechte von Mann und Frau. Für diese lohnt es sich wirklich, Kämpfe auszutragen! Es ist jedoch nicht das Ziel der Gleichberechtigung, uns in Neutren zu verwandeln, die bloss keinem Geschlechterstereotypen mehr entsprechen dürfen, weil uns das sofort wieder in die Steinzeit zurück katapultieren würde – weder Männer noch Frauen. Stellen Sie sich mal vor, wie seltsam die Welt wäre, wenn Männer und Frauen sich auf einmal geschlechtsneutral verhalten würden.

Mein persönliches Fazit: Emanzipation ist nicht gleich Dominanz der Frau, sie bedeutet nicht, dass wir nun immer und überall «die Hosen anhaben» müssen – Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass alle Männer nun zu Softies werden und uns die Füsse küssen müssen.

Emanzipation und Gleichberechtigung bedeuten Freiheit – die Freiheit, dass wir, Männlein und Weiblein, gemeinsam das Beziehungsmodell leben dürfen, das für uns stimmt.

Ob traditionell, multi, kulti, hinderschi oder fürschi – wie mein Papa sagen würde: Kids be free!  

Yonnihof Yonni Meyer

Yonni Meyer

Yonni Meyer schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen –direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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46
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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • léonie punkt 27.02.2015 16:53
    Highlight Highlight liebe yonni. du sagst, du bist für gleichberechtigung, aber liebesbeziehungen sollen doch bitte davon verschont werden. ich glaube aber, dass gerade hier noch am meisten zu tun ist. beispiel: obwohl mein freund und ich beide arbeiten und uns die hausarbeit eigentlich teilen wollen, bin es am ende doch meistens ich, die das klo putzt oder „noch schnell“ aufräumt, weil so verhaltensmuster einfach schwer totzukriegen sind. ich finde, gerade hier lohnt es sich zu kämpfen – nicht gegeneinander, sondern gemeinsam dafür, nicht immer wieder in diese muster zurück fallen. sieht er übrigens genau so.
    Benutzer Bild
  • Ricco Speutz 04.02.2015 11:50
    Highlight Highlight - Sind Sie ein Feminist (=pol. Bewegung für die Gleichberechtigung der Frau) ?
    - Nein
    - Dann sind sie ein Frauenhasser! Feminismus ist für Gleichstellung!
    - Sind sie eine Aktivistin für Männerrechte?
    - Nein
    - Dann sind sie nach Ihrer Logik ein Männerhasserin….
    - Oh my f***ing god! Verpiss dich du sexistische Schwein!
    Benutzer Bild
  • Ricco Speutz 04.02.2015 10:40
    Highlight Highlight FORTSETZUNG:
    Nun, das sind äusserliche Merkmale und sind evolutionär Bedingt (Hören Sie auf an Adam und Eva zu glauben, sonst sind wir wieder dabei, dass die Frau aus einer männlichen Rippe geformt wurde und dadurch haben wir wieder den Mann als Ursprung.... not Ladylike!

    HÖSCH NOMOL PFLÜDDI! Es geht doch bei der ganzen Sache nicht darum, ob ich zeigen kann, zu welchem Geschlecht ich gehöre mit Akzenten wie Schminke, High-Heels oder Bierbauch. Es geht darum, dass die Frau das gleiche Recht haben soll, wie ein Mann. Und somit die Wertschätzung gleichgestellt ist! PUNKT UND BASTA! Merci Yonni!
  • Ricco Speutz 04.02.2015 10:40
    Highlight Highlight Machen wir mal eine gemeinsame Übung:
    -Stehen Sie auf
    -Strecken Sie sich
    -Lockern Sich und Ihre Gliedmassen durch leichtes schütteln

    Alle soweit gut?
    Nun denn:

    Schauen Sie sich im Spiegel an (Falls vorhanden) oder sonst schauen Sie an sich hinunter. In der Regel entdecken sie geschlechtsspezifische Merkmale
    Die einer Frau: Brüste, weibliche Kurven, keine ausgebeulte Jeans
    Die eines Mannes: Evtl. Bierbrüste, ausgeprägterer / kräftigerer Körperbau, ausgebeulte Jeans (mehr oder weniger).
    Gratulation! Sie stellen fest welchem Geschlecht Sie angehören.
  • Simi Suter 03.02.2015 21:45
    Highlight Highlight Jupp, "Emanzipation und Gleichberechtigung bedeuten Freiheit – die Freiheit, dass wir, Männlein und Weiblein, gemeinsam das Beziehungsmodell leben dürfen, das für uns stimmt." Schön gesagt!
    Aber wer nach wie vor glaubt, die einzige Art für eine Frau, sich schön zu machen, sei, sich zu schminken und High Heels zu tragen, und dass das irgend etwas mit Weiblichkeit zu tun hätte, die/der hats definitiv noch nicht verstanden und ist weder frei, noch gleichberechtigt und schon gar nicht emanzipiert.
    • Yonni Moreno Meyer 03.02.2015 22:09
      Highlight Highlight Ich rede doch - und Sie bestätigen das - von Freiheit. Wo sage ich, dass das Tragen von Makeup und High Heels die einzige Art seien, weiblich zu sein? Wie kommen Sie darauf? Wenn wir beginnen, Frauen dafür zu verurteilen, dass sie sich gerne schminken und ihnen allen ernstes vorwerfen, sie seien deswegen nicht emanzipiert oder gleichberechtigt, dann sind wir tatsächlich noch ganz am Anfang. Eine freie Frau darf eben genau auch an Mädchensachen Freude haben und daneben völlig emanzipiert sein.
    • Simi Suter 03.02.2015 22:37
      Highlight Highlight Natürlich darf sie das. Aber sie soll es eben wenn dann als freies Individuum tun und nicht, weil irgendwelche Gesellschaftsideale es vorgeben. Und da habe ich halt bei vielen meine Zweifel. Genauso wie die meisten Männer nicht aus freien Stücken Machohaft sind, sondern weil sie gesellschaftlich dazu erzogen werden.
      Nur weil wir uns einreden, den alten Stereotypen nun aus freiem Willem nachzueifern, sind wir noch lange nicht emanzipiert, im Gegenteil.
    • Yonni Moreno Meyer 04.02.2015 08:22
      Highlight Highlight Da pflichte ich Ihnen bei! Nur dreht sich der Text genau ums Gegenteil: Nur weil wir emanzipiert sind, müssen wir nicht komplett frei von alten Stereotypen sein. Der Teil, der mich stört, ist das 'im Gegenteil'. Ich bin eine emanzipierte Frau und ich wähle mein Verhalten frei. Wenn dazu Dinge gehören, die alten Geschlechterstereotypen entsprechen, ist das völlig in Ordnung. Dass ich ihm mal einen Knopf annähe, macht mich nicht zum Hausmütterchen.
  • AdiB 03.02.2015 19:46
    Highlight Highlight gleichberechtigung ist für den arsch. wir können nur von der natur aus nicht gleichberechtigt sein. das ist für mich das selbe als würden ein apfel und birne um einen kirschbaum streiten.
    jedes geschlecht hat vor und nachteile und die sollte man im leben nützen und nicht versuchen mit dem anderen mit zuhalten.
    wen wir anfangen unserer natur zu folgen werden wir glücklicher, wir würden merken dass, das eine ohne das andere nicht geht.
  • Robert Förster 03.02.2015 18:52
    Highlight Highlight Fortsetzung zu meinem ersten Kommentar:
    Dass die Frauen früher als Männer begonnen haben, aus ihrem Rollengefängnis auszubrechen, kann man natürlich so interpretieren, dass bei ihnen der Leidensdruck größer war. Man kann es aber auch umgekehrt interpretieren: Eben WEIL der Rollendruck bei Frauen nicht so groß war wie bei Männern, hatten sie schon früher die Möglichkeit, sich zu wehren, während bei Männern jegliches Bestreben in diese Richtung von vornherein durch Denkverbote blockiert war.
  • Robert Förster 03.02.2015 18:51
    Highlight Highlight Hinter dem Artikel erkenne ich eine vernünftige Einstellung. Allerdings lässt sich meines Erachtens nicht so eindeutig bestimmen, dass Frauen früher unter dem Strich Männern gegenüber im Nachteil waren. Laut dem israelischen Historiker Martin van Creveld (Buch: «Das bevorzugte Geschlecht») war es durchwegs umgekehrt. Auch beim Blick in unterentwickelte oder islamische Länder sehe ich diese Eindeutigkeit nicht. Der Begriff Feminismus ist einfach deswegen geläufiger ist als Maskul<s>in</s>ismus, weil der Feminismus älter ist, mehr Leute angezogen hat und eine Breitenwirkung erzielt hat.
  • Zeit_Genosse 03.02.2015 15:43
    Highlight Highlight Bei den Rechten (Pflichten) gleich sein und beim Geschlecht different. Es lebe der Unterschied.
  • danydee 03.02.2015 12:41
    Highlight Highlight Also ich finde den Bericht toll geschrieben. Diese Dinge darf man trotz sie eigentlich meiner Meinung nach selbstverständlich sein sollten sicher mal sagen, als Frau sowieso, bravo. Ich denke wir sollten eher überlegen ob wir den Menschen mögen dem wir die Türe aufhalten, nicht ob es eine Frau oder ein Mann ist... Also Leute, ran an die Türen, ihr werdet ein Lächeln ernten, egal von welchem Geschlecht!
  • Tom (1) 03.02.2015 12:03
    Highlight Highlight Es ist immer schwer, von "dem" Feminismus zu schreiben. Vieles oben beschreibt die Emanzipation der Frau, eine Sache, die ich absolut befürworte.
    Der gelebte Feminismus hat damit aber nur noch selten etwas zu tun. Emma, Mädchenmanschaft, Wizorek.. egal wo man hinschaut, es wird das Patriachat postuliert, das einseitg Rechte für Männer generiert und Frauen unterdrückt. Als Mann bei Geschlechterthemen mitreden wollen? Vergiss es, CisHetScum. Sexismus gegen Männer? Gibt es nicht, weil Macht (Penis).
    • Yonni Moreno Meyer 03.02.2015 12:09
      Highlight Highlight Bin völlig einig mit Ihnen. Und ich schreibe oben ja, dass man nicht vergessen soll, dass nicht nur die Frauen eine Entwicklung durchlaufen haben. Ich habe ausserdem schon mehrfach darüber geschrieben, dass ich es für zwingend halte, Männer in die Gleichberechtigungsdebatte mit einzubeziehen, denn beide Geschlechter sollten auch beim Mitspracherecht gleich berechtig sein.
    • mitm 03.02.2015 17:10
      Highlight Highlight Liebe Frau Meyer,

      ich stimme weitgehend mit Ihrem Blogpost und dieser Antwort überein - obwohl ich bekennender Maskulist (von der demokratischen Sorte) bin. Ganz besonders unterstreichen möchte ich:

      "... ich es für zwingend halte, Männer in die Gleichberechtigungsdebatte mit einzubeziehen, denn beide Geschlechter sollten auch beim Mitspracherecht gleich berechtig sein."

      Davon sind wir nämlich meilenweit entfernt, zumindest in Deutschland, über die Schweiz will ich hier nicht spekulieren. .....
    • mitm 03.02.2015 17:13
      Highlight Highlight (Fortsetzung) Die Gleichberechtigungsdebatte findet in Deutschland unter fast vollständigen Ausschluß von Männern statt und wird von dem, was ich als "feministische Infrastruktur" bezeichne, dominiert. Das umfasst ca. 20 Frauenministerien, ca. 200 Genderlehrstühle und mehere 1000 "Gleichstellungs"beauftragte, die laut Gesetz ausschließlich die Interessen von Frauen zu vertreten haben, femistische pressure groups in den Parteien usw. Die meisten dieser Positionen sind laut Gesetz ausschließlich Frauen vorbehalten, und wenn nicht formell, dann faktisch zu ca. 90 - 100% weiblich besetzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • stadtzuercher 03.02.2015 12:02
    Highlight Highlight dass es noch immer feministinnen gibt, die den unterschied zwischen gleichstellung und gleichberechtigung nicht kennen...
    -
    aber: halt doch deine türe selber auf! made my day.
  • Patrick Kormann 03.02.2015 11:39
    Highlight Highlight So lange Frauen das Gefühl haben, Schminke + High Heels sei eine Notwendigkeit für Weiblichkeit, hat die Gleichberechtigung im Kopf offensichtlich noch nicht stattgefunden.
    • Yonni Moreno Meyer 03.02.2015 11:43
      Highlight Highlight Wer redet von Notwendigkeit? Es sind schlicht Dinge, die (fast) ausschliesslich von Frauen getragen werden. Und ich persönlich habe Freude am Tragen von beidem.
    • Patrick Kormann 03.02.2015 13:45
      Highlight Highlight Ja aber warum? Wenn man etwas tut, was fast ausschliesslich Frauen tun, unterstreicht das ja wohl einen Unterschied zwischen Mann und Frau. Ich finde Frauen ohne High-Heels und Schminke jedenfalls keinen Deut weniger anziehend, im Gegenteil. Ohne Kriegsbemalung und portablen Folterinstrumenten sieht man vielleicht auch den Menschen...
    • Yonni Moreno Meyer 03.02.2015 16:13
      Highlight Highlight Um das geht doch der Text. Dass man als Frau Dinge tun darf, die "meitlihaft" sind, einfach, weil man sie lässig findet, und dass einen das nicht zu einem unterwürfigen Huschi macht. Und bei Schminke und High Heels schliesst du von dir auf andere. Wenn dir das nicht gefällt, ist das komplett okay. Ich denke jedoch, dass Frauen (grundsätzlich) schon in der Lage sind, sich so zu schminken, dass man sie als Menschen sehr wohl noch sieht. Die Frauen, die ich kenne, können das auf alle Fälle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • grund2010 03.02.2015 11:24
    Highlight Highlight "...und zum Teil auch noch heute leider bei den Frauen mehr Nachholbedarf betreffend Gleichstellung bestand und besteht als bei den Männern, das ist geschichtlicher Fakt."

    Mit dieser Darstellung habe ich enorm Mühe, das ist gar nicht Fakt, nur erhalten Frauen mit ihren Anliegen mehr Aufmerksamkeit.

    Kann ja sein, dass Frauen gewisse Dinge verwehrt wurden, nur muss man auch sehen, welche Privilegien sie damit bekommen haben und bis heute bekommen. Bei der Costa Concordia wurde beispielsweise nach wie vor nach "Frauen und Kinder zuerst" evakuiert, bis sich Männer dagegen zur Wehr setzten.
    • Yonni Moreno Meyer 03.02.2015 11:39
      Highlight Highlight Gemäss der Gender Study des World Economic Forums hat kein Land - ich wiederhole: kein einziges Land - auf der Welt bisher die Gleichstellung von Mann und Frau erreicht. Es gebe Verbesserungen in politischen und wirtschaftlichen Belangen, jedoch hinken die Frauen in allen Belangen, also Gesundheit und Überlebenschancen (zum Beispiel Geburten- und Sterberaten, durchschnittliche Lebenserwartung), Bildungsweg (Alphabethisierungsrate, Schul- und Hochschulbildung), politische Teilhabe (Parlaments-, Kabinettssitze) und wirtschaftliche Chancen (Löhne, Management, Arbeitsmarkt) noch immer hinterher.
    • grund2010 03.02.2015 11:48
      Highlight Highlight Im Vorfeld des Berichts wurde, wenn ich mich recht erinnere, explizit erwähnt, dass nur die Rechte von Frauen untersucht wurden, die von Männern aussen vor gelassen. Quelle habe ich leider nicht mehr bereit. Das alleine sagt schon einiges. Ich sage sicher nicht, dass Frauen paradiesische Verhältnisse haben, gerade ausserhalb der westlichen Welt. Nur ist so eine Darstellung einfach nicht gerecht den Männern gegenüber.
    • grund2010 03.02.2015 11:52
      Highlight Highlight Dazu vielleicht noch eines: Wenn ich mir bei solchen Belangen jeweils die Kommentare ansehe, dann tut sich da ein riesen Graben zwischen Männer und Frauen auf, das finde ich sehr interessant.

      Männer werden, meiner Meinung nach zurecht, dazu angehalten, sich diese Probleme vor Augen zu führen. Nur würde es Frauen mal sehr gut tun, sich gedanken zu machen, was es heisst, in eine Armee zwangsrekrutiert zu werden, auch ausserhalb der Schweiz. Ständig unter Generalverdacht der sexuellen Gewalt zu stehen, wegen falschen Anschuldigungen das Sorgerecht zu verlieren etc etc.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Aki Mari 03.02.2015 10:32
    Highlight Highlight Ziel ist es, den anderen Menschen als Individuum mit wahrzunehmen, und nicht als Vertreter eines Geschlechts. Eine wahrhaft furchterregende Vorstellung!
    • Beat Ludin 05.02.2015 22:59
      Highlight Highlight Hurra...endlich!
      Der Kommentar war so etwas von fällig
  • maSu 03.02.2015 09:30
    Highlight Highlight Teil2:
    Dann zu dem Beispiel mit den High Heels: Das ist keine Gleichberechtigung. "Nur wenn du auch..." ist da leider etwas gänzlich anderes. Und ich wette ein zweistelliger Prozentanteil der Männer würde gerne mal High Heels tragen und sei es nur um es mal zu testen. Aber dann greifen die Rollenbilder die den Mann heute noch viel stärker einengen als die Frau, die sich recht erfolgreich von einigen Rollenbildern gelöst hat (und sich neue auferlegt hat: Hausfrau=Böse in den Augen mancher Feministinnen).

    Grundsätzlich stimme ich ihnen zu, nur sehen sie viele Probleme der Männer gar nicht.

    MfG
  • maSu 03.02.2015 09:27
    Highlight Highlight Hallo, ich habe mich nun extra bei diesem Watson registriert um diesen Artikel kommentieren zu können, denn: Sie sagen viel richtiges, aber eben auch viel falsches.
    Zunächst ist Gleichstellung und Gleichberechtigung nicht das gleiche. Gleichberechtigung bedeutet Chancengleichheit(jeder kann prinzipiell jeden Beruf ausüben) und Gleichstellung Ergebnisgleichheit(50:50 Männer und Frauen im Beruf, quasi Quote). Diese beiden Begriffe sollte man nicht verwechseln.

    Dank Zeichenbegrenzung: Fortsetzung
    • Liana 05.02.2015 08:40
      Highlight Highlight Und dann gibts da noch die Gleichwertigkeit. Anderssein nicht werten, sondern respektvoll akzeptieren, dass es das gibt. Meins ist so gut wie deins. Live and let live.
  • MisterM 03.02.2015 08:44
    Highlight Highlight Sehr gut geschrieben, Yonni. Danke vielmals! Als Mann erlebe ich es heute leider zu oft, dass Frauen beleidigt reagieren, wenn man ihnen die Tür aufhält, den Regenschirm trägt oder sie zum Essen einladen möchte. Dabei will ich damit ja nichts anderes, als Zuneigung und Respekt ausdrücken. Dass beide Geschlechter vollkommen und in allen Belangen gleichberechtigt sind, aber trotzdem - wie du sagst - eine Frau in den Armen eines Mannes schwach werden darf, finde ich sehr wichtig. Umgekehrt natürlich auch. Danke, dass du das Thema an den Tag gebracht hast!
    • M_gelli 03.02.2015 11:38
      Highlight Highlight Mir als junger Mann ist es noch nie passiert, dass eine Frau beleidigt war, weil ich ihr die Tür aufhielt. Die Tür aufhalten hat für mich aber auch nichts mit dem Geschlecht zutun, sondern mit Anstand.
    • MisterM 03.02.2015 11:45
      Highlight Highlight Gut gesagt! Bin gleicher Meinung!
    • AdiB 03.02.2015 19:07
      Highlight Highlight @misterm ich kenne das. aber das ist nur ein besonderer typ frau. das ist ein typ der es hoch in im kopf hat. den trifft man oft in der bahnhofstr. in zh an.

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