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FILE- In this Jan. 9, 2007, file photo, Apple CEO Steve Jobs holds up an iPhone at the MacWorld Conference in San Francisco. Jobs introduced the first iPhone a decade ago. Jobs'

Anfang 2007 präsentierte Steve Jobs das erste iPhone. Google war geschockt, aber nicht lange... Bild: ASSOCIATED PRESS/AP

Steve Jobs wollte Android vernichten – heute laufen 8 von 10 Handys mit Googles Android

Geboren aus dem iPhone-Schock: Vor genau zehn Jahren schmiedeten 34 Firmen die Android-Allianz. Das offene Betriebssystem für alle Handy-Hersteller ist Googles wichtigster Erfolg. Doch die Vielfalt hat auch ihre Nachteile.



Vor zehn Jahren machte sich Unruhe in der Mobilfunk-Branche breit. Das iPhone von Apple war zwar gerade erst auf den Markt gekommen, aber es wurde bereits deutlich, dass das Smartphone aus Kalifornien das Zeug dazu hatte, das Geschäft komplett umzukrempeln.

Grosser Touchscreen statt Tastatur: ein ultrakompakter mobiler Computer, der die Smartphone-Revolution erstmals greifbar machte. Den Herstellern bereitete der massive Vorsprung von Apple bei Technologien für diese neue Ära Sorgen – und Netzbetreibern die Aussicht darauf, die Kontrolle darüber zu verlieren, welche Software auf den Mobiltelefonen läuft.

Die Branche blies zur Aufholjagd. Der damalige Handy-Weltmarktführer Nokia setzte auf seine Betriebssysteme Symbian und Maemo. Microsoft versuchte weiter, mit dem Rückenwind seiner Windows-Plattform in den Smartphone-Markt vorzupreschen. Es gab Platzhirsche wie Blackberry mit seinen bei Managern beliebten Telefonen mit voller Tastatur und hoffnungsvolle Innovatoren wie Palm.

Doch am 5. November 2007 formierte sich eine Industriegruppe, die sie am Ende alle schlagen sollte: 34 Firmen bildeten die Open Handset Alliance zur Entwicklung des Mobil-Systems Android.

Android: Ein offenes Betriebssystem für alle

Die Idee dahinter war, eine quelloffene Software-Plattform zu entwickeln, die Hersteller kostenlos für ihre Geräte nutzen können, um schneller auf den Smartphone-Zug aufzuspringen. Mittelpunkt der Allianz war der Internet-Konzern Google, der bereits 2005 die Firma Android des Entwicklers Andy Rubin gekauft hatte, für nur wenige Dutzend Millionen Dollar.

Als das iPhone vorgestellt wurde, sei bei Google bereits ein Android-Telefon in Arbeit gewesen, schrieb der Journalist Fred Vogelstein in einem Buch. Nach dem Apple-Handy sei das Konzept aber nicht mehr brauchbar gewesen.

Stattdessen setzte Google auf eine gemeinsame Attacke. Unter den 34 Gründungsmitgliedern der Allianz waren Handy-Anbieter wie Samsung, Motorola und HTC, Netzbetreiber wie T-Mobile, Telefónica und Telecom Italia, Chipkonzerne wie Intel, Qualcomm und Marvel sowie Online-Firmen wie Ebay.

Das Konzept war von Anfang an, das mit Hilfe der Plattform Telefone verschiedener Grössen und mit oder ohne Tastatur entwickelt werden konnten. Es sollte noch fast ein Jahr dauern, bis das erste Android-Smartphone auf den Markt kam, das Modell G1 mit Touchscreen und ausklappbarer Tastatur.

In this photo provided by HTC, Google founders Larry Page, left, and Sergey Brin, help introduce the new T-Mobile G1 phone by Google, which is manufactured by Taiwan-based HTC, Tuesday, Sept., 23, 2008, in New York. (AP Photo/HTC, Stuart Ramson)

Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin präsentierten am 23. September 2008 das erste Android-Smartphone. Bild: AP HTC

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Das HTC Dream, auch bekannt als HTC G1 Phone, war 2008 das erste Android-Smartphone.

Steve Jobs: Android ist ein «gestohlenes System»

Danach ging es schneller voran und inzwischen schwankt der Marktanteil der Android-Telefone Quartal pro Quartal zwischen 80 und 85 Prozent, je nachdem, wie frisch ein neues iPhone auf dem Markt ist, dem der Rest des Marktes gehört. An diesem Verhältnis der beiden Plattformen werde sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, prognostiziert Analystin Roberta Cozza vom IT-Marktforscher Gartner.

Dieses Video zeigt's: Wie Nokia das Rennen gegen Apple und das iPhone das Rennen gegen Android verlor

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Video: YouTube/watson

Alle anderen Mobil-Systeme ausser iOS und Android haben den Wettbewerb verloren – und mit ihnen sank auch der Stern einiger Platzhirsche, die einst sicher schienen. Blackberry gab nach langem Überlebenskampf die Entwicklung eigener Geräte auf. Unter dem Markennamen werden heute Android-Telefone von einem asiatischen Partner gebaut.

Nokia traf 2011 die schicksalhafte Entscheidung, auf Windows Phone statt Android zu setzen und scheiterte damit. Aktuelle Smartphones, die unter dem Markennamen Nokia vermarktet werden, laufen inzwischen unter Android.

Apple versuchte, den Vormarsch von Android, das Gründer und Chef Steve Jobs als «gestohlenes System» bezeichnete, mit Patentklagen aufzuhalten. Vor Gericht erwiesen sich die Apple-Patente jedoch als weitgehend stumpfe Waffen.

So konnte Android in unzähligen Varianten ständig wachsen, auch ausserhalb des Smartphone- und Tablet-Marktes als Betriebssystem in Autos oder Haushaltsgeräten.

«Android ist ein grosser Balanceakt»

Doch die Vielfalt, die für die schnelle Verbreitung von Android sorgte, hat auch eine Kehrseite: Die Fragmentierung des Ökosystems. App-Entwickler müssen Hardware mit verschiedensten Display-Auflösungen, Chips und anderen Bauteilen unterstützen. Zudem sind die Hersteller selbst für die Aktualisierung auf neue Android-Versionen und Sicherheits-Updates verantwortlich.

So liegt der Marktanteil der aktuellsten Android-Version «Oreo» gerade einmal bei 0.2 Prozent, während Apple bei seinen iOS-Systemen regelmässig auf Werte von über 80 Prozent kommt. «Android ist ein grosser Balanceakt» – zwischen Offenheit und Sicherheit sowie zwischen den Interessen verschiedener Player, sagt der für das Betriebssystem zuständige Google-Manager Hiroshi Lockheimer.

In der Vergangenheit haben Hersteller wie HTC und Samsung versucht, sich mit eigenen Oberflächen oder Anwendungsprogrammen für Android von der Masse der Smartphones mit dem Google-System abzusetzen. Doch diese Sololäufe erschwerten dann jeweils den Umstieg auf die aktuellste Android-Version. Inzwischen setzen Anbieter wie Nokia wieder auf ein möglichst unverfälschtes Android, so wie es von Google auf den eigenen Pixel-Smartphones verwendet wird. Dies ermöglicht rasche Updates.

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(oli/sda/dpa)

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