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Aber Allo! Edward Snowden warnt vor neuer Google-App

Die Antwort des Suchmaschinen-Giganten auf WhatsApp und Co. steht unter keinem guten Stern. Jetzt rät auch noch der NSA-Whistleblower von der Allo-App ab – und das aus gutem Grund.



Google hat in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht. Doch nun zeichnet sich in einem Bereich, der für viele Leute absolut zentral ist, eine schmerzhafte Pleite ab ...

Konkret geht es um Smartphone-Messenger und den Kampf der Tech-Giganten um die Gunst der Nutzerinnen und Nutzer. Google steigt diese Woche mit seiner Allo-App ins Rennen und fordert die Platzhirsche, allen voran Facebook, heraus.

Von watson gab es am Mittwoch Vorschusslorbeeren, wir berichteten von «der intelligentesten Chat-App ever», die in der Nacht auf Donnerstag hierzulande verfügbar sein werde. Und zwar für Android-Smartphones und fürs iPhone (iOS).

Dumm nur, dass die Allo-App am Donnerstagmorgen noch nicht im App Store von Apple zu finden ist. Wer danach sucht, stösst auf die App eines libanesischen Taxi-Dienstes.

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Fund im Schweizer App Store. screenshot: watson

«Bald verfügbar»

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Auch die Schweizer Android-User müssen sich gedulden. screenshot: google play store

Nun gut, das ist zwar unschön, aber noch lange kein Fehlstart, mag der geneigte Google-User einwenden. Hier kommt der berühmteste Whistleblower der Welt ins Spiel. Der im russischen Exil lebende Edward Snowden meldete sich gestern via Twitter zum US-Start der Allo-App – mit vernichtendem Urteil:

«Gratis zum Herunterladen heute: Google Mail, Google Maps und Google Überwachung. Das ist Allo. Verwendet Allo nicht.»

Google hat sich Snowdens Kritik selber zuzuschreiben. Bei der Ankündigung der Allo-App hatte es noch geheissen, sämtliche User-Chats würden nur vorübergehend gespeichert, und in verschlüsselte Form, so dass niemand (auch nicht die NSA oder das ebenfalls sehr neugierige FBI) darauf Zugriff haben.  

Nachrichten auf Firmen-Servern

Doch nun hat Google den wirksamen Schutz der Privatsphäre anderen Interessen geopfert, wie etwa The Verge berichtete. Zwar gibt es den Incognito-Modus, in dem die Nachrichten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übertragen werden. Doch ist diese sinnvolle Datenschutz-Einstellung nicht von Anfang an aktiviert. Ausserdem müssen die Allo-User auf den Google-Servern gespeicherte Nachrichten aktiv löschen.

Google selber hat den Verzicht auf umfassende Verschlüsselung damit verteidigt, dass die Allo-App so besser funktioniere. Es geht um die smarte User-Unterstützung, die der Messenger mithilfe künstlicher Intelligenz automatisch geben soll.

Ob Googles Entscheid, den Datenschutz der App zu schwächen, ein smarter Zug war, wird sich in Zukunft zeigen.

Google vs. Facebook und Apple

Für das Google-Betriebssystem Android gab es bislang keine zentrale Messaging-App, wenn man von Hangouts absieht. Bei Allo will Google von seinen vielen Daten zu lokalen Geschäften oder Reiseverbindungen sowie dem Wissen über die Welt profitieren.

Auch Facebook setzt auf Chatbots, öffnete seinen Messenger aber für Assistenten vieler verschiedener Anbieter, von Medien bis Fluggesellschaften oder Banken. Ein Plan ist, den Facebook Messenger auch in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden zu etablieren und damit Geld zu verdienen.

Eine andere Strategie verfolgt Apple, das mit dem aufgemotzten iMessage (veröffentlicht mit iOS 10) nun auch einen mächtigen Messenger am Start hat. Im Gegensatz zur Konkurrenz ist der Dienst nicht plattformübergreifend, sondern steht nur für iOS-Geräte zur Verfügung. Apple hat wiederholt betont, die Privatsphäre der Nutzer habe oberste Priorität. Darum gibt man sich bei der automatisierten Datenverarbeitung zurückhaltend, setzt aber ebenfalls auf künstliche Intelligenz.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

(dsc)

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