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<a href="http://www.watson.ch/!481390439" target="_blank">Xiaomi</a>-Mitgründer Lei Jun ist Chinas neuster Tech-Star: Sein Startup verkauft im Reich der Mitte mehr Smartphones als Samsung und Apple.
Xiaomi-Mitgründer Lei Jun ist Chinas neuster Tech-Star: Sein Startup verkauft im Reich der Mitte mehr Smartphones als Samsung und Apple.Bild: JASON LEE/REUTERS
Chinas Steve Jobs im Hoch

Xiaomi: Ein vier Jahre altes Startup hat in China soeben Apple und Samsung überholt

04.08.2014, 16:4405.08.2014, 12:31

Als watson Anfang 2014 online ging, lautete die erste Schlagzeile: «Er kopiert alles von Steve Jobs – und den Rest nimmt er von Google.» Gemeint ist Lei Jun. Chinas Steve Jobs ist ein umtriebiger Tech-Milliardär, der von seinen Fans verehrt wird, wie seinerzeit Steve Jobs. Lei Jun hat mit Xiaomi in weniger als vier Jahren ein Unternehmen aus dem Boden gestampft, das Apple und Samsung das Fürchten lehrt. 

Xiaomi hatte Ende 2013 erstmals mehr Smartphones in China verkauft als Apple. Nicht Ramsch-Handys, sondern Premium-Smartphones zu vernünftigen Preisen, die es sowohl technisch als auch beim Design mit jedem Galaxy, Lumia oder iPhone aufnehmen. Nur ein halbes Jahr später ist Xiaomi (ausgesprochen siaomie) laut Marktforschungsfirma Canalys die Nummer eins in China: vor Samsung und weiteren chinesischen Grössen wie Lenovo, Yulong und Huawei. Apple taucht in der Erhebung von Canalys nicht mal mehr in den Top 5 auf (siehe Grafik). 

Smartphone-Verkäufe in China: Xiaomi knapp vor Samsung

Xiaomi, Samsung aus Südkorea und weitere chinesische Hersteller dominieren in China.
Xiaomi, Samsung aus Südkorea und weitere chinesische Hersteller dominieren in China.quelle/bild: canalys/watson

Die neusten Zahlen sind insbesondere für Apple enttäuschend, da das iPhone seit Anfang Jahr erstmals beim grössten chinesischen Telekomprovider China Mobile verkauft wird. Der Deal der Giganten sollte dem iPhone in China neuen Schwung geben. Apple verkauft zwar mehr iPhones, stösst aber mit seiner Hochpreispolitik an Wachstumsgrenzen. Die nun veröffentlichten Zahlen bestätigen Christian Fröhlich, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, der bereits Anfang Jahr vor mässigen iPhone-Verkäufen in China warnte: «Nach dem anfänglichen Hoch des iPhones und anderer High-end-Geräte für zahlungskräftige Kunden boomen nun günstigere Geräte für die breite Bevölkerung, die sich schlicht kein iPhone leisten kann.» Solange Apple keine günstigeren Geräte anbiete, würden die Amerikaner vergleichsweise wenige Smartphones in China verkaufen können, sagte der ZKB-Analyst im Januar voraus.

Mehr zu Xiaomi

Ob Lei Juns Startup nur vier Jahre nach der Gründung Samsung und Apple in China tatsächlich entthront hat, ist noch nicht in Stein gemeisselt. Der Abstand ist gering und andere Marktforschungsfirmen wie IDC und Kantar sehen gar Samsung hauchdünn vor Xiaomi und deutlich vor Apple. 

Marktforschungsfirma Kantar sieht Samsung noch knapp vor Xiaomi

Laut <a href="http://thenextweb.com/asia/2014/07/29/report-xiaomi-pips-apple-to-rank-2nd-in-chinas-smartphone-sales-share-but-threatens-samsung-more/" target="_blank">Kantar </a>liegt Samsung in China noch knapp vor Xiaomi und deutlich vor Apple und Huawei. Auf den Plätzen folgen Lenovo, Coolpad, Oppo, ZTE und HTC.
Laut Kantar liegt Samsung in China noch knapp vor Xiaomi und deutlich vor Apple und Huawei. Auf den Plätzen folgen Lenovo, Coolpad, Oppo, ZTE und HTC.grafik: kantar

Fakt ist: Xiaomi wächst deutlich schneller als Samsung und Apple. Vor allem die Südkoreaner laufen im wichtigen chinesischen Markt Gefahr, von Xiaomi und der Armada chinesischer Hersteller verdrängt zu werden. Xiaomi, Lenovo oder Huawei sind erst die Speerspitze. Dahinter folgen Dutzende kleinere chinesische Smartphone-Hersteller, die teils vom Staat subventioniert werden und mit Tiefstpreisen ausländischen Konkurrenten wie Microsoft, Sony oder LG keine Chance lassen.

Warum Xiaomi so unverschämt erfolgreich ist 

Xiaomi kopiert das Design und die Markenstrategie von Apple, das Geschäftsmodell von Google und Amazon und verknüpft dies mit eigenen, innovativen Verkaufsaktionen, die uns im Westen weitgehend fremd sind. 

Drei Beispiele sollen dies verdeutlichen: 

Erstens hegt Xiaomi seine Kunden, wie sonst kaum ein Unternehmen. Nutzer erhalten wöchentlich ein Mini-Update auf ihr Smartphone geladen. Die Botschaft ist klar: Wir arbeiten Tag und Nacht daran, dein Smartphone zu verbessern.

Zweitens werden die Smartphones direkt über soziale Netzwerke und die in China führende Kurznachrichten-App WeChat reserviert und verkauft. 

Drittens verscherbelt Xiaomi seine Tablets und Smartphones wie Amazon und vergrössert so den Marktanteil. Den Reibach machen die Chinesen später mit den App-Verkäufen im eigenen App-Store.

Xiaomis Mi4

Auf Augenhöhe mit iPhone und Galaxy: Das neue <a href="http://www.watson.ch/!144033224" target="_blank">Stahl-Smartphone für 360 Franken</a> bringt die Konkurrenz ins Schwitzen.
Auf Augenhöhe mit iPhone und Galaxy: Das neue Stahl-Smartphone für 360 Franken bringt die Konkurrenz ins Schwitzen.bild: xiaomi
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Xiaomi kommt nach Europa

Xiaomi ist bislang nur in China und einer handvoll weiterer Länder präsent. Umso erstaunlicher ist es, dass die beiden aktuellen Smartphones weltweit in den Top 10 der meistverkaufen Modelle zu finden sind. Das brandeue Mi4 wurde vor wenigen Tagen in Peking vorgestellt und spätestens jetzt zweifelt niemand mehr daran, dass Xiaomi für Apple und Samsung zur Knacknuss wird. Lei Jun will dieses Jahr 60 Millionen Geräte verkaufen. Die Ankündigung ist weit mehr als heisse Luft. Im Gegenteil. Sie ist völlig ernst zu nehmen. 

Die Chinesen haben vor Jahresfrist den ehemaligen Android-Vizechef Hugo Barra von Google abgeworben. Er leitet die Expansion von Xiaomi in den Westen. Im Fokus stehen zunächst Schwellenländer wie Indien und Brasilien, als Testmarkt in Europa wurde Italien erkoren. Den Beweis, dass Xiaomi in kaufkräftigeren Ländern wie der Schweiz seinen Erfolg wiederholen kann, müssen die Chinesen aber zuerst noch antreten.

Hintergründe zu Lei Jun und seinem gewaltigen Erfolg mit Xiaomi finden Sie hier.

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