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Apple Watch

Um die kleinen runden App-Symbole mit dem Finger zu treffen, gilt es, genau zu zielen. bild: watson

Das war meine schlimmste Apple-Keynote. Und doch bin ich hin und weg. Ticktack … 

Der Digital-Redaktor hat sich ins Getümmel gestürzt und die Apple Watch ans Handgelenk geschnallt.

Daniel schurter, berlin



Bevor wir anfangen, ein Hinweis in eigener Sache: Dieser Beitrag kann Spuren von subjektiver Begeisterung enthalten. Auch wenn es auf den ersten Blick anders klingt. Denn der 9. März 2015 wird mir als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem ich die Apple Watch ausprobierte und dabei – Entschuldigung! – am liebsten in die Ecke «gereihert» hätte.

Ob es am Sandwich im Swiss-Flugzeug lag? Unwahrscheinlich. Und auch das Buffett im Waldorf Astoria passte zur Anzahl Hotellerie-Sterne (5). Aber wen interessiert die Befindlichkeit eines Tech-Journalisten! Kommen wir zu den wirklich wichtigen Dingen des vergangenen Abends; zu meinen ersten praktischen Erfahrungen mit der Apple Watch. (Für alle, die während der Apple-Keynote zu tun hatten oder während dem Vorgeplänkel eingenickt sind, haben meine Kollegen hier die acht wichtigsten Fakten zur Uhr zusammengefasst.)

Hier gilt: Nicht nur mit den Augen schauen!

Von mir gibt's zunächst einen praktischen Rat (der sich auch an die skeptischen Kollegen im Digital-Ressort richtet): Mann sollte die Apple-Uhr unbedingt tragen und damit herumspielen, bevor man ein Urteil fällt. 

Als Apple im vergangenen September die Uhr enthüllt hatte, war ich auch in die Falle getappt. «Zu klobig!», sagte ich beim Anblick des mächtigen Gehäuses. Und auch die Form erschien mir, naja.

Hands-On mit der Apple Watch

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Die Apple Watch im Kurzüberblick. video: youtube

Nachdem ich gestern während jeweils knapp zehn Minuten zwei Modelle der Apple Watch unter Aufsicht «testen» konnte, hat sich dies geändert. Zum einen probierte ich ein schweres, aber nicht sehr protzig wirkendes Exemplar aus Gold, das zur Luxusuhren-Serie «Apple Watch Edition» gehört. Zum andern probierte ich ein leichtes (und erschwingliches) Edelstahl-Modell aus der «Apple Watch»-Serie. 

Zur günstigsten «Apple Watch Sport»-Serie aus Aluminium kann ich leider keine persönlichen Erfahrungen weitergeben – aus magentechnischen Gründen …

Der «Freunde»-Knopf

Zum Design: An einem durchschnittlichen Handgelenk wirken die Uhren nicht klobig. Den ersten Eindruck prägt die Apple-typisch hochwertige Verarbeitung, beim Erkunden entdeckt man die Liebe zum Detail, mit der die Entwickler ans Werk gegangen sind. Dies zeigt sich etwa bei den runden Icons der vorinstallierten Apps, die auf dem gestochen scharfen Display zum Antippen einladen. 

Das Display: Im Kunstlicht des Saales hielten sich die Spiegelungen des Sicherheitsglases in Grenzen. Auch die zum Teil sehr kleinen Schriften waren aus verschiedenen Blickwinkeln sehr gut erkennbar.

epa04655186 Visitors look at a selection of new Apple Watches after the presentation of the new Apple Watch in San Francisco was broadcast on a screen in the Apple Store in Berlin, Germany, 09 March 2015. Apple Watch is the company's foray into the emerging wearable tech market, combining web-connecting features of its wildly popular iPhone with those of existing wearables. The device is described to act as an iPhone interface, allowing wrist-worn access to messaging, photos, phone calls and data.  EPA/KAY NIETFELD

Apples «Gabentisch» aus Holz. Bild: EPA/DPA

Auch wenn die Verwandtschaft zum iPhone-Betriebssystem iOS zu erahnen ist. Es handelt sich bezüglich Benutzeroberfläche und Bedienung um ein neuartiges Gerät. Eine virtuelle Tastatur wie beim iPhone sucht man vergebens. Dafür gibt es einen «Freunde»-Knopf, der an Facebook erinnert, aber von Apple stammt. Wenn man ihn drückt, kann man schnell mit den wichtigsten Kontakten kommunizieren. Etwa indem man den eigenen Herzschlag übermittelt – ein klares Signal. 

Alles fliesst

Erfreulich bei den Demo-Modellen: Das Navigieren mittels einfacher Fingerbewegungen (Wischen nach oben, unten, links und rechts) verlief immer flüssig. Das Gleiche kann für die digitale Krone gesagt werden, das Rädchen auf der rechten Gehäuseseite: Während der 19-minütigen Bedienung stellte ich nur ein einziges Mal einen Ruckler fest beim schnellen Scrollen. Bleibt zu sehen, wie dies im Alltag läuft.

Sicher ist: Die Bedienung des präzis und zuverlässig reagierenden Touchscreens ist für Kurzsichtige sowie Leute mit Wurstfingern eine Herausforderung. Zwar kann man den Bildschirminhalt problemlos vergrössern und mit Wischbewegungen das Gewünschte in den sichtbaren Bereich rücken. Doch der Platz bleibt auch beim grösseren Display mit einer Diagonalen von 42 Millimetern begrenzt.

Und so sieht die 10'000-Dollar-Apple-Watch aus

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Der Edelstahl sei 80 Prozent härter als herkömmliche Legierungen. video: youtube

Gerne hätte ich die Sprachsteuerung mit der vom iPhone bekannten System-Assistentin Siri ausprobiert. Dies war wegen des Lärms im Raum nicht möglich. Immerhin wissen wir, dass neben einem Mikrofon ein Lautsprecher eingebaut ist. Diesen braucht man beim Telefonieren übers Handgelenk und er kann auch Musik abspielen. 

Im Vorfeld hatte es gerüchtehalber geheissen, dass die Watch-Prototypen mit 8 Gigabyte (GB) internem Speicher ausgestattet seien. Auf Anfrage verriet nun ein Apple-Angestellter, dass maximal 2 GB Speicherplatz für eigene Songs zur Verfügung stünden.

Viele Handgelenke erobern

«Wir machen Produkte, die den Menschen das Leben erleichtern», hatte Apple-Chef Tim Cook während der Keynote gesagt. Natürlich ist das ein Satz, bei dem sich die Marketing-Abteilung die Hände reibt (vermutlich wurde der Satz auch dort kreiert). Und doch kann man nicht besser auf den Punkt bringen, was das Unternehmen mit seiner Uhr vorhat: Die Smartphone-Zombies sollen neue Bewegungsfreiheit erhalten ...

Erwähnenswert sind die Gesundheits- und Fitness-Apps. Diese passen zum kalifornischen Lifestyle. Sie passen aber auch zur Wohlstandsgesellschaft, in der immer mehr Menschen mangels Bewegung mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Wenn die Apple Watch einen positiven Einfluss hat, umso besser.

Meine Prognose: Die Apple Watch wird viele (auch uhrlose) Handgelenke erobern – falls nach der Lancierung der ersten Generation keine gravierenden Kinderkrankheiten auftauchen. Bei Millionen iPhone-Nutzern dürfte der «Muss ich haben»-Reflex spielen. 

Wie schon bei den Smartphones zeichnet sich ein Wettstreit um die besten Apps ab – und da hat Apple gute Karten. Bereits wurden einige bekannte Unternehmen für exklusive Kooperationen gewonnen. Wie etwa Shazam, um Musik zu erkennen und die Songtexte einzublenden. Die Apple Watch wird demnächst aber auch Fahrzeuge des Taxidienstes Uber rufen sowie die Zimmertüren von Hotels öffnen.  

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Und der Akku? Die Uhr soll eineinhalb Stunden benötigen, um den Akku auf 80 Prozent seiner Kapazität zu laden. Eine komplette Ladung gibt's angeblich in zweieinhalb Stunden. Bei «normaler Nutzung» (was auf dieser Apple-Seite erklärt wird) soll die Batterie 18 Stunden halten.

Die Apple Watch kann ab dem 10. April in Deutschland, Frankreich und weiteren Ländern (nicht in der Schweiz!) vorbestellt und in Apple-Läden begutachtet werden. Dazu hat Apple einen speziellen Verkaufstisch entwickelt. Am 24. April ist der Verkaufsstart. Falls sich die Kalifornier nicht mit der Lancierung in weiteren Ländern beeilen, dürfte dann auch der Graumarkt gewaltig florieren.

DISCLAIMER

watson-Redaktor Daniel Schurter weilte auf Einladung von Apple in Berlin. Das Unternehmen hat die Reise- und Übernachtungskosten bezahlt – für insgesamt 90 europäische Medienleute, davon eine Handvoll aus der Schweiz. Ausserdem stellt Apple dem Redaktor Testgeräte wie das iPhone 6 langfristig zur Verfügung.

Alle Smartwatches von Samsung, Sony, Apple, Pebble etc. auf einen Blick

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    Alle Leser-Kommentare
  • one0one 12.03.2015 00:32
    Highlight Highlight "und da hat Apple gute Karten."

    Hammer Aussage um ein Apple Produkt zu bewerten :D
  • Zeit_Genosse 11.03.2015 07:09
    Highlight Highlight Wenn man das erste iPhone mit den aktuellsten Modellen vergleicht, sieht man die Entwicklung, die die Apfeluhr vor sich hat. War es nicht so, dass man sagte, ein Handy muss telefonieren können und nicht smart sein, weil man dafür Computer hat? Jetzt spricht man so über eine Uhr die eigentlich ein Steuergerät ist. Gut Ding will Weile haben.
  • Qwertz 10.03.2015 15:56
    Highlight Highlight Also... Motorola behauptet, die Moto360 halte mit einer Akkuladung bis zu 2 Tage durch und na ja, das tut sie nicht wirklich. Nun sagt Tim Cook, die Apple Watch halte einen Tag durch... Kann ja heiter werden, wenn die ganzen "Wall Hugger" neu ihre UHR an der Steckdose laden (wenigstens nicht mehr das Handy ☺)
  • Willy D. 10.03.2015 15:51
    Highlight Highlight Mann sollte die Apple-Uhr unbedingt tragen und damit herumspielen, bevor man ein Urteil fällt. Dies ist eine der ersten Sätze von Herrn Schurter, dem Verfasser dieses Berichts aus Berlin. Als Apple-User seit Juli 1984 stimme ich Herrn Schurter zu. Also abwarten und später ein Urteil bilden. Mit ganz wenigen Ausnahmen war ich mit den Produkten aus dem Hause Apple zufrieden. Die Preise sind "beachtlich", dafür stimmt aber auch die Qualität der Hard- und Software.
    Übrigens: Ich besitze eine sehr schöne, mechanische Armbanduhr von IWC mit Handaufzug. Es ist angezeigt diese Uhr jeden Tag (24h) auf zu ziehen. Nach 36h steht die Uhr still...
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 10.03.2015 12:35
    Highlight Highlight Noch etwas was am Abend zwingend Strom will und an das ich denken muss. Einmal abgesehen vom ganzen Adapter und Kabelchaos... nö, sowas brauche ich definitiv nicht.
  • Lowend 10.03.2015 11:31
    Highlight Highlight Alle sind am schnöden und kaufen sie dann doch. Langweilig!
  • Nothingtodisplay 10.03.2015 09:49
    Highlight Highlight 18 Stunden Akku sind absolut lächerlich! Was bringt mir eine Uhr welche nicht mal 2 Zeigerumdrehungen schafft?
    • DerDude 10.03.2015 10:14
      Highlight Highlight 1. Ist die Apple Watch nicht als Uhr gedacht
      2. Hält sie 18 Stunden bei normaler Nutzung. Schaust du 18 h auf dein Handgelenk und machst etwas damit?
    • monospace 10.03.2015 10:46
      Highlight Highlight Ig ha e Uhr erfunde, wo geng nach zwene Stunde...
    • Nothingtodisplay 10.03.2015 14:02
      Highlight Highlight Tut mir leid, aber ich will meine Uhr nicht auch noch jede Nacht an ein Kabel hängen. Vergesse ich es einmal ist das ding bereits Nutzlos.
    Weitere Antworten anzeigen
  • tower204 10.03.2015 09:20
    Highlight Highlight Zu dieser Watch zitiere ich einen grossen deutschen Blogger der es auf den
    Punkt bringt:"Apple Watch Preise – Wenn der Irrsinn keine Grenzen mehr kennt"
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 10.03.2015 12:39
      Highlight Highlight Na ja, das verlangen ist das eine, das dann kaufen das andere. Jeder darf zu den Preisen verkaufen wie er will. Könnte mir vorstellen, dass für den saudischen Ölprinzen oder den russischen Oligarchensohn von heute , die bereits alles haben, dies ein nettes Mitbringsel sein wird!
    • JoSchtz 11.03.2015 16:29
      Highlight Highlight 10000 US$ sind extrem. Das gebe ich zu. Der Rest finde ich jetzt nicht sooo schlimm. Klar, die Apple Watch ist teuer. Das war aber von Anfang an klar. Wer meint Apple würde ein billiges Produkt auf den Markt bringen, muss sich mal die Geschichte von Apple anschauen. Ich finde auch, dass die Armbänder zu teuer sind. Aber man muss auch schauen was Apple will: Apple will sich als Luxusmarke innerhalb der Technik-Branche etablieren. Wird es Apple das Genick brechen? Das werden wir sehen.

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