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An iPhone is connected to a 2016 Chevrolet Malibu equipped with Apple CarPlay apps, displayed on the car's MyLink screen, top, during a demonstration in Detroit, Tuesday, May 26, 2015. Starting with Chevrolet this summer, many General Motors models will offer Apple’s CarPlay and Google’s Android Auto systems that link smart phones with in-car screens and electronics. (AP Photo/Paul Sancya)

Apple stampft das Projekt iCar ein.  Bild: Paul Sancya/AP/KEYSTONE

Apple begräbt seine iCar-Träume – warum das Apple-Auto ein Phantom bleibt

Apple rudert zurück: Unter dem Codenamen Titan arbeitete Apple seit 2014 an einem Elektroauto. Ab 2020 sollte es auf der Strasse rollen. Jetzt ist der Traum geplatzt. Hunderte Mitarbeiter sollen bereits ihren Job verloren haben.



Das iCar sollte die Auto-Branche revolutionieren, so ähnlich wie das iPhone einst die Handy-Branche umgekrempelt hat. Dies war bis vor Kurzem die Hoffnung der Apple-Bosse. Das iCar sollte seinen Fahrer per Fingerabdruck erkennen und auf Knopfdruck völlig autonom zum Ziel fahren. Nun sieht plötzlich alles ganz anders aus: Apple hat seine seit 2014 aus dem Boden gestampfte Auto-Sparte «drastisch reduziert», schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der iPhone-Konzern habe nach zahlreichen Rückschlägen das Projekt iCar aufgegeben und plane keinen eigenen Tesla-Rivalen mehr. Hunderte Mitarbeiter des Auto-Teams, das rund 1000 Angestellte umfasste, «haben in den letzten Monaten ihren Job verloren, wurden in andere Abteilungen versetzt oder haben selbst gekündigt», schreibt der bekannte Apple-Insider 

Autopilot statt Apple-Auto?

Statt eines eigenen Elektro-Autos werde Apple nur noch Software für (selbstfahrende) Fahrzeuge anderer Auto-Hersteller entwickeln. Dies lasse dem Konzern die Tür offen, allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt seine Auto-Pläne wieder aufzunehmen.

Apples Führung gab dem Auto-Team laut Bloomberg-Bericht bis Ende 2017 Zeit, die Machbarkeit eines selbstfahrenden Autos zu demonstrieren. Ab 2020 wurde das Apple-Auto auf der Strasse erwartet. Wie Bloomberg nun enthüllt, hat Apple bereits Anfang 2016 vorzeitig die Notbremse gezogen und das Projekt auf Eis gelegt.

In der Folge kam es zu einer Abwanderungswelle von Ingenieuren. Im August und September folgten zwei Entlassungsrunden. «Über 120 Software-Entwickler, die an einem Auto-Betriebssystem arbeiteten, wurden entlassen», schreibt die Nachrichtenagentur. Mehrere hundert Ingenieure sind ebenfalls gegangen oder wurden gegangen. Die «New York Times» hat schon im September berichtet, dass Apple Dutzende Mitarbeiter des Projekts Titan auf die Strasse gestellt habe.

Was ging schief?

Die Entscheidung gegen das iCar kam nach monatelangen Querelen über die Strategie, mehreren Führungswechseln sowie Problemen mit Zulieferfirmen beim offiziell immer noch geheimen Auto-Labor, das nur wenige Fahrminuten von Apples-Hauptquartier entfernt liegt. Apple habe es nicht geschafft, die komplexe Zulieferkette bei Autos in den Griff zu bekommen, sagen Personen, die mit dem Projekt vertraut sind. 

Apple ist nicht die erste Firma, die auf die harte Tour erfahren muss, dass Handys und selbstfahrende Autos ganz andere Kaliber sind. Auch Google hat bereits lernen müssen, dass es für sein selbstfahrendes Google-Auto auf die Hilfe von Auto-Herstellern angewiesen ist. 

Dass Apple das iCar-Projekt offenbar fallen lässt, dürfte nicht zuletzt wirtschaftliche Gründe haben. Mit seinem Smartphone erzielt Apple unerreicht hohe Margen, da das iPhone in der Produktion günstig ist und Apple-Geräte auf dem Markt sehr hohe Preise erzielen. Mit dem iCar hätte Apple voraussichtlich viel weniger verdient, da die Margen in der Auto-Branche weit geringer ausfallen – selbst Tesla kann für seine Luxus-Karossen nur bedingt Premium-Preise verlangen und versucht daher, mit Mittelklasse-Modellen mehr Käufer anzuziehen. Viele Branchen-Beobachter und insbesondere Investoren standen dem iCar daher von Anfang an skeptisch gegenüber, da er Apples Rendite vermutlich negativ tangiert hätte.

Ein Handy zu bauen ist das eine, ein Auto etwas ganz anderes. Diese bittere Pille muss auch der reichste Konzern der Welt schlucken.

Apple selbst kommentierte den Bericht nicht.

(oli)

Kein iCar? Immerhin gibt's ja noch Tesla

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 18.10.2016 01:05
    Highlight Highlight Nicht wie Nokia: wären die bei den Gummistiefeln geblieben, wären sie nicht an den Mobiltelefonen zu Grunde gegangen oder sie hätten ein Handy entwickeln müssen, das wasserdicht wie Gmmistiefel ist. Also soll Apple bei den Äpfeln bleiben und nicht mit Birnen oder Glühbirnen experimentieren, oder wie auch immer. Gute Nacht allerseits.
    • Fumo 18.10.2016 10:09
      Highlight Highlight Nokia ging zugrunde? Dachte die gibt es noch und das sie weiterhin Produkte auf den Markt bringen, bald auch wieder Mobiltelefone ;).
      Wäre Nokia beim Karton geblieben wären sie schon vor 100 Jahren Konkurs gegangen, die Gummistiefeln waren auch schon die dritte oder vierte "Neuausrichtung" des Konzerns.
    • Jol Bear 18.10.2016 22:46
      Highlight Highlight Da liegen Sie, Fumo, mit Ihrer Einschätzung wahrscheinlich näher bei der Wahrheit.
  • fcsg 17.10.2016 16:21
    Highlight Highlight Wenn Apple wirklich ins Auto-Business einsteigen möchte, hätten sie Tesla längst aufgekauft... Aber die Margen im E-Auto Business sind nicht vorhanden, daher ist dieser Entscheid verständlich.
    • Maett 17.10.2016 17:54
      Highlight Highlight @fcsg: Musk ist Visionär, der verkauft Tesla nicht, unabhängig vom Gebot.
    • demokrit 17.10.2016 19:29
      Highlight Highlight Alles ist käuflich. Allerdings gäbe es wesentlich interessantere angeschlagene Autokonzerne auf dem Markt.
    • Maett 17.10.2016 20:26
      Highlight Highlight @demokrit: man zeige mir einen Visionär, der käuflich war.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeit_Genosse 17.10.2016 16:12
    Highlight Highlight Eigentlich müsste der Aktienkurs nach oben gehen, weil das Abenteuer zu Ende ist. Wahrscheinlich ging er damals bei der Ankündigung auch nach oben :)
  • Fumo 17.10.2016 16:01
    Highlight Highlight "Statt eines eigenen Elektro-Autos werde Apple nur noch Software für (selbstfahrende) Fahrzeuge anderer Auto-Hersteller entwickeln."

    Natürlich, Apple ist ja dafür bekannt die eigene Software für fremde Hardware anzubieten ;).
    • Dan Ka 17.10.2016 16:10
      Highlight Highlight ITunes? 😉
    • Oliver Wietlisbach 17.10.2016 16:13
      Highlight Highlight Apple Music? ;)
    • wipix 17.10.2016 16:36
      Highlight Highlight Natürlich. Und was soll uns das sagen?
      Nichts neues, wenn IT Formen Hard und Software Sparten trennen, sich sogar ganz von Hardware verabschieden. (IBM,Blackberry,HP...)
    Weitere Antworten anzeigen

Das sind die 15 grössten Tech-Flops des Jahrzehnts

Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Aber mussten diese Dinge wirklich dermassen schlecht herauskommen, bzw. im Desaster enden?

Dieser Beitrag dreht sich um Tech-Zeugs, das in den letzten zehn Jahren (ca. 2010) gefloppt ist. Es handelt sich um die persönliche Sicht des Digital-Redaktors. Begründeter Widerspruch und Alternativ-Vorschläge sind willkommen, schreib uns deine, äh, «Favoriten» via Kommentarfunktion!

Zu den Spielregeln: Der Beitrag dreht sich um Hardware und Software, die tatsächlich auf den Markt kam, bzw. für hiesige User verfügbar war. Unveröffentlichte Produkte können per Definition kein Flop sein. …

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