Eine KI, um sie alle zu binden: So will Lenovo die Konkurrenz übertrumpfen
Lenovo verspricht den Nutzerinnen und Nutzern von Lenovo-Geräten sowie Motorola-Smartphones «grenzenlose Kontinuität» und lanciert eine geräteübergreifende zentrale künstliche Intelligenz.
Aber was ist mit dem Datenschutz?
Was gibt es Neues?
Qira ist ein systemübergreifender Assistent, der sowohl auf Lenovo-Geräten unter dem Microsoft-Betriebssystem Windows als auch auf Motorola-Smartphones (Android) läuft. Die KI teilt sich laut Hersteller ein «Gedächtnis» über alle Geräte des Users hinweg.
«Qira ist kein weiterer Assistent, sondern eine neue Art, wie Intelligenz auf Geräten zum Einsatz kommt», wird Lenovo-Manager Dan Dery zitiert. Und weiter:
Die KI ist nach Angaben von Lenovo auf Systemebene integriert. Dadurch müssen User keine separate App öffnen, um sie zu verwenden, wie dies bei beliebten Chatbots wie ChatGPT von OpenAI der Fall ist.
Dafür ist Hardware in neuen KI-PCs erforderlich, insbesondere eine Neural Processing Unit (NPU), die für effiziente und sichere KI-Workloads sorgen soll.
Die Einführung «auf ausgewählten Lenovo-Geräten» beginne im ersten Quartal 2026 und werde dann auf unterstützte Motorola-Smartphones ausgeweitet.
Wann das System auf Deutsch angeboten werden soll, teilte Lenovo nicht mit.
Was hat das mit Apple zu tun?
Lenovo verfolgt nach Einschätzung von Experten die Strategie, mit Qira ein ähnlich harmonisch abgestimmtes System einzurichten, wie es Apple mit dem iPhone, dem iPad und Macintosh-Computern gelungen ist. Sie sollen nahtlos miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Lenovo wolle genau dieses nahtlose Erlebnis auch für die Windows- und Android-Welt schaffen.
In Lenovos Firmen-Blog wird erklärt:
Anzumerken ist, dass Apple ein für die eigenen Kundinnen und Kunden gut funktionierendes und äusserst lukratives Ökosystem geschafft hat, das aber nach aussen mehr oder weniger rigoros abgeschirmt wird. Wobei der US-Techkonzern mittlerweile durch staatliche Auflagen zu Kompromissen gezwungen wurde und unter anderem die App-Store-Regeln lockern musste.
Und der Datenschutz?
Eine Funktion des KI-Assistenten dürfte von Datenschützern kritisch gesehen werden. Lenovo Qira baut nämlich eine «kombinierte Wissensdatenbank auf, die von den Usern ausgewählte Interaktionen, Erinnerungen und Dokumente auf verschiedenen Geräten miteinander verbindet». In dieser Datenbank werden naturgemäss sehr viele sensible persönliche Daten landen.
Lenovo versichert, dass bei dem neuen System die Privatsphäre und die Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer im Mittelpunkt stünden.
Zum Schutz der Privatsphäre trage auch die Tatsache bei, dass die Daten in der Regel nicht in eine Cloud übertragen, sondern lokal auf dem Gerät verarbeitet werden.
Der chinesische Techkonzern Lenovo ist seit geraumer Zeit der unangefochtene Marktführer im globalen PC-Markt und hält mehr als ein Viertel des Weltmarktes. Der ehemals amerikanische Mobilfunkpionier Motorola aus Chicago gehört seit über zehn Jahren zu dem chinesischen Konzern. Lenovo kaufte die Mobilfunksparte von Motorola im Jahr 2014 von Google.
Quellen
(sda/dpa)
