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Nach Corona-Test-Panne: Kanton Zürich baut Contact Tracing massiv aus

Das Zürcher Contact Tracing ist überlastet, nun hat der Regierungsrat diverse Massnahmen angekündigt. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.



Was ist passiert?

Weil das IT-Übermittlungssystem eines Test-Labors an der Universität Zürich nicht richtig funktionierte, waren die Corona-Zahlen im Kanton Zürich während der letzten neun Tage falsch. Dies hat am Donnerstag die NZZ enthüllt.

Betroffen sei das Institut für medizinische Virologie, das täglich PCR-Tests von Kliniken im Kanton Zürich und in der Umgebung auswerte. Gegenüber der NZZ bestätigte die Institutsleiterin, dass in den letzten neun Tagen rund 400 positive Testresultate nicht an die kantonale Gesundheitsdirektion sowie das Contact Tracing gelangen konnten.

Zwar hätten die betroffenen Personen sofort von ihrer Infektion erfahren, sie seien aber in der Folge nicht vom kantonalen Contact-Tracing-Team instruiert worden.

Auch abgesehen von den durch die IT-Panne verfälschten kantonalen Corona-Zahlen ist das Zürcher Contact Tracing laut NZZ überlastet: Mittlerweile könnten die von den Infizierten angegebenen Kontaktdaten «selbst mit fremder Hilfe» nicht vollständig erfasst werden. Konsequenz: Seit dieser Woche könne die Zürcher Gesundheitsdirektion nicht mehr ausweisen, wo sich jemand angesteckt habe.

Bild

screenshot: zh.ch

Wie schlimm steht es um das Zürcher Contact Tracing?

Wegen der rasant ansteigenden Infektionszahlen war eine komplette Überlastung zu befürchten. Der Zürcher Regierungsrat hat darum am Donnerstag angekündigt, das Contact Tracing auszubauen und weitere Testzentren in Betrieb zu nehmen (siehe unten).

Die Zürcher Gesundheitsdirektion hatte zuvor öffentlich eingeräumt, dass das Contact-Tracing-Team nicht mehr mit der Arbeit nachkomme, und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten:

«Aufgrund der derzeit sehr hohen Fallzahlen ist es uns nicht mehr in jedem Fall möglich, Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, sowie ihre engen Kontaktpersonen, zeitnah telefonisch zu erreichen.

Wir sind daher auf Ihre aktive Mithilfe angewiesen. Nachfolgend finden Sie Informationen, die aufzeigen, wie Sie vorgehen sollen. Vielen Dank für Ihren wichtigen Beitrag!»

quelle: zh.ch

Was soll die Bevölkerung tun?

Die SwissCovid-App installieren und nutzen.

Wer beim Hausarzt einen Corona-Test macht, sollte sich erkundigen, ob nach Vorliegen eines positiven Testresultats auch gleich der Covidcode ausgestellt wird. Dies ist dank einer Initiative des Ärzteverbandes FMH neu möglich.

Wer positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, soll Kontaktpersonen auf eigene Initiative möglichst schnell informieren.

Die Zürcher Gesundheitsdirektion schreibt:

«Melden Sie sich umgehend und selbstständig bei Ihren engen Kontaktpersonen und informieren Sie diese. Ihre engen Kontaktpersonen müssen für 10 Tage in Quarantäne.»

Wenn möglicherweise Betroffene nicht mehr rasch kontaktiert und in Quarantäne geschickt werden, droht die Lage ausser Kontrolle zu geraten. Infektionsketten werden nicht mehr unterbrochen. Das Virus verbreitet sich weiter.

Kontakt mit einer infizierten Person?

Es kommt wegen der Ausbreitung der Seuche immer häufiger vor, dass Leute aus dem eigenen Umfeld positiv auf das neue Coronavirus getestet werden. Aber ab wann gilt ein persönlicher Kontakt als riskant? Die Zürcher Gesundheitsdirektion schreibt dazu: «Ein Aufenthalt in unmittelbarer Nähe der infizierten Person mit einem Abstand von weniger als 1,5 Metern während mehr als 15 Minuten – ohne Schutzmassnahmen wie Maske oder Plexiglas – wird als enger Kontakt bezeichnet. Relevant sind alle engen Kontakte bis 48 Stunden vor Symptombeginn.»

Und natürlich gilt es weiterhin zwingend, die von den Fachleuten empfohlenen Corona-Vorsichtsmassnahmen umzusetzen (Social Distancing, Maske tragen, Händewaschen etc.).

Was unternimmt der Kanton?

Damit das Contact Tracing die hohen Fallzahlen «weiterhin bewältigen und Ansteckungsketten unterbrechen» könne, baut die Gesundheitsdirektion das Tracing-Team aus, wie der Zürcher Regierungsrat am Donnerstag mitteilte.

Bis Anfang Dezember werde das Personal auf 175 Tracer pro Schicht aufgestockt. Die gestiegenen Kapazitäten ermöglichten es, bis zu 1000 neue Fälle pro Tag telefonisch zu kontaktieren, heisst es weiter. Für den weiteren Ausbau hat der Regierungsrat 3,25 Millionen Franken bewilligt.

Laut NZZ-Bericht werden auch Flugbegleiterinnen der Fluggesellschaft Swiss umgeschult und befristet von der privaten Tracing-Firma JDMT angestellt.

Der Zürcher Regierungsrat hat zudem 7,2 Millionen Franken für neue Corona-Testzentren bewilligt, wie er am Donnerstag bekanntgab.

Bereits morgen Freitag werde ein Drive-in-Testzentrum in Dübendorf eröffnet, in der Stadt Zürich komme ab nächstem Montag auf dem Kasernenareal ein weiteres hinzu.

In Abklärung sei ein Testzentrum in Winterthur.

In den neuen Testzentren würden bereits die neuen Schnelltests eingesetzt. Gemäss Mitteilung stehen in Zürich pro Woche 50’000 solcher Antigen-Tests zur Verfügung.

Quellen

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