Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
dpatopbilder epa04538557 (FILE) An undated handout picture released by the North Korean Central News Agency (KCNA) on 27 April 2014 shows North Korean leader Kim Jong-un (C) looking at a computer screen along with soldiers of a long-range artillery unit at an undisclosed location in North Korea. North Korea's internet connection to the outside world was cut for more than nine hours on 23 December 2014, experts said. The news prompted widespread speculation of an attack, possibly by the United States, after US President Obama promised a 'proportional response' to recent hacking against Sony Pictures. The attacks were followed by physical threats against cinemas scheduled to show Sony-produced comedy 'The Interview', in which an unflatteringly portrayed North Korean leader Kim Jong-un is the target of an assasination plot by US reporters working for the CIA. EPA/KCNA SOUTH KOREA OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES *** Local Caption *** 51342740 +++(c) dpa - Bildfunk+++

Lachen die Nordkoreaner über den gelungenen Hack? Bild: YONHAP/KCNA

Wenn die halbe Welt plötzlich vertrauliche E-Mails liest: Das müssen wir aus dem Sony-Hack lernen

Darf man auf gestohlene digitale Firmendokumente zugreifen? Und was sind die Lehren aus dem jüngsten Wikileaks-Streich?



Heute gestohlen, morgen bei Wikileaks.

Julian Assanges berühmt-berüchtigte Enthüllungsplattform hat in der Nacht auf Freitag zehntausende E-Mails und vertrauliche Dokumente des US-Filmstudios Sony Pictures Entertainment veröffentlicht. Nun können Internet-Nutzer ungehindert auf «The Sony Archives» zugreifen und über ein einfaches Suchfeld nach Informationen «fischen».

Laut Medienberichten ist unklar, ob es sich um das gesamte gestohlene Archiv handelt oder nur um die gleichen Auszüge, die Hacker bereits Ende 2014 ausgewählten Personen zugespielt haben.

Sony Pictures Entertainment hat die Veröffentlichung scharf kritisiert. Man werde für die Sicherheit des Unternehmens kämpfen und für den Schutz der Privatsphäre der mehr als 6000 Angestellten.

Macht man sich als Internet-Nutzer strafbar, wenn man auf die von Hackern gestohlenen Dokumente zugreift?

«Der Zugriff ist aus rechtlicher Sicht grundsätzlich kein Problem», sagt der Schweizer Rechtsanwalt Martin Steiger. Allerdings gilt einschränkend zu sagen, dass man sich beim Abrufen von unbekanntem Material aus dem Internet immer einem gewissen Risiko aussetzt. Dazu Steiger: «Man weiss nicht, welche Daten vorhanden sind und könnte deshalb ungewollt eine Straftat begehen.» Beispielsweise dann, wenn man unwissentlich verbotene harte Pornografie herunterlade und diese auf dem eigenen PC gespeichert werde.

Bei den Sony-Unterlagen dürfte diese Gefahr nicht bestehen, weil es sich um die Korrespondenz von Mitarbeitern und um Firmendokumente handelt. Eine kurze Recherche zeigt allerdings, dass auch höchst private Mitteilungen über die Sony-Server verschickt worden sind.

Nichts weiterverbreiten!

Problematisch sei sicherlich die Weiterverbreitung der bei einem Hackerangriff gestohlenen Dokumente, warnt der Rechtsanwalt. Sony-Angestellte könnten dadurch in ihrer Persönlichkeit verletzt werden. Möglich seien beispielsweise auch die Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und von Urheberrechten. Zivil- und strafrechtliche Konsequenzen könnten die Folge sein. 

Journalisten könnten sehr wohl über die Sony-Enthüllungen berichten. Denn Medien könnten ein überwiegendes öffentliches Interesse geltend machen. Wichtig sei in jedem Fall das Anonymisieren der Dokumente. Nur bekannte Vertreter des Unternehmens, wie die frühere Chefin Amy Pacal, dürfen allenfalls namentlich erwähnt werden.

Sollen Journalisten gehackte Firmen-Daten auswerten und darüber berichten?

«Für Sony steht sehr viel auf dem Spiel», meint der Rechtsanwalt und erinnert daran, dass sich die US-Tochter des Sony-Konzerns auch schon in der Vergangenheit zur Wehr gesetzt habe. Laut unbestätigten Berichten vom vergangenen Dezember soll das Filmstudio gar versucht haben, mit Überlastungsangriffen auf Websites und gefälschten Dateien die Verbreitung der Firmen-Interna zu verhindern. 

E-Mails sind wie Postkarten, (fast) jeder kann mitlesen 

Abgesehen von der rechtlichen Würdigung gilt es einmal mehr in Erinnerung zu rufen, dass E-Mails nicht sicher sind. Bei Postkarten konnte der Postbote mitlesen, bei normalen E-Mails können es theoretisch alle Leute, die Zugriff auf die Server haben. Das bringt uns zum wichtigen Grundsatz:

Schreibe nur, was dich nicht in Teufels Küche bringt 

In eine E-Mail gehören keine heiklen Informationen. Oder anders ausgedrückt: Wenn man eine Nachricht verfasst, sollte man immer davon ausgehen, dass der Inhalt in falsche Hände geraten könnte. Es sei denn, man hält sich an Edwards Snowdens Rat:

Heikle Nachrichten werden verschlüsselt. IMMER!

Es gibt eigentlich keine Entschuldigung mehr, elektronische Mitteilungen unverschlüsselt zu verschicken. Ob private Liebesbotschaft auf dem Smartphone oder wichtige geschäftliche Korrespondenz: Für alle Geräte gibt's mittlerweile benutzerfreundliche Verschlüsselungs-Software.

Ehemaliger Apple-Guru berät Snapchat

Fakt ist: Die einfache Suchfunktion, die das Wikileaks-Archiv bietet, hat bereits zusätzliche Enthüllungen gebracht. Wobei man über den Informationswert streiten kann. So berichtete der US-Blog TechCrunch über die fürstliche Entschädigung des ehemaligen hochrangigen Apple-Managers Scott Forstall – als Snapchat-Berater. 

SAN FRANCISCO, CA - JUNE 11:  Apple Senior VP of iPhone Software Scott Forstall demonstrates the new map application featured on iOS 6  during the keynote address during the 2012 Apple WWDC keynote address at the Moscone Center on June 11, 2012 in San Francisco, California.  The Apple WWDC starts today and runs through  June 15.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Da stand Scott Forstall noch für Apple auf der Bühne. Bild: Getty Images

Forstall war unter Steve Jobs für die Entwicklung der iPhone- und iPad-Software iOS verantwortlich und galt als möglicher Nachfolger des Apple-Chefs. 2012 musste er jedoch nach der missglückten Lancierung des Kartendienstes Apple Maps den Hut nehmen. Wie aus einem Sony-Mail hervorgeht, hat Forstall für seine Beraterdienste 0,11 Prozent der Snapchat-Aktien erhalten. Zum jetzigen Zeitpunkt entspräche dies einem Gegenwert von knapp 17 Millionen Dollar.

Das musst du über WhatsApp wissen

Kennst du schon die watson-App?

Über 130'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nase voll von WhatsApp? So löschst du die Messenger-App RICHTIG

Möchtest du von WhatsApp zu Signal oder Threema wechseln? Einfach WhatsApp auf dem iPhone oder Android-Handy löschen und die neue Messenger-App installieren, reicht nicht. So geht's richtig.

WhatsApp ändert mal wieder seine Nutzungsbedingungen. In einer Pop-up-Meldung weist die Messenger-App, die zu Facebook gehört, auf ihre aktualisierte Datenschutzrichtlinie hin. Für User in der Schweiz ändert sich mit den neuen AGB, die derzeit viele Menschen verunsichern, vordergründig nur wenig. Facebook erhält zwar gewisse WhatsApp-Nutzerdaten, darf diese bei uns aber nicht für seine personalisierten Anzeigen nutzen. Diese Regelung gibt es schon länger. Stossend ist somit primär, dass …

Artikel lesen
Link zum Artikel