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Das haben die Hacker gestohlen

Ein Blick in die gestohlenen Daten des gewaltigen Sony-Hacks enthüllt: Das ist genau so schlimm, wie es klingt 

Die Löhne der Angestellten, Arztzeugnisse, unveröffentlichte Drehbücher und vieles mehr wurden von Sonys Firmenservern gestohlen: Der Sony-Hack ist der vermutlich umfassendste und peinlichste Firmenhack, der je bekannt geworden ist. 



Vor einer Woche wurde Sony gehackt. Die Hacker stellten mehrere noch unveröffentlichte Kinofilme ins Internet. Nun zeigt sich, dass dies nur die Eisspitze war. Mehrere Medien konnten inzwischen einen Teil der von Sonys Firmenservern gestohlenen Daten untersuchen. Die mutmasslichen Hacker haben ihnen die Links zu Dutzenden Download-Dateien gemailt.

Die Journalisten von Buzzfeed haben sich durch 40 Gigabyte an Dokumenten gewühlt. Darin fanden sich Hintergrundüberprüfungen der Mitarbeiter (Strafregisterauszüge), Gehaltsverhandlungen und Arztzeugnisse. Weiter stiessen die Journalisten auf die Lohnabrechnungen von 6800 Sony-Mitarbeitern, inklusive der Sozialversicherungsnummern von 3500 Angestellten. Doch das ist längst nicht alles: Enthüllt werden Firmengeheimnisse wie das Drehbuch für einen unveröffentlichten Pilotfilm des «Breaking Bad»-Erfinders Vince Gilligan oder das Resultat der Verhandlungen mit TV-Stationen.

Die am Wochenende von den Hackern veröffentlichten Dokumente sind nur ein Bruchteil der geschätzt 100 Terabyte Daten, welche die unbekannten Cyberkriminellen erbeutet haben wollen. Die Gruppe, die sich Guardians of Peace nennt, hat bereits angekündigt, weitere Daten im Internet zugänglich zu machen. 

«Das war eindeutig eine Cyberattacke»

Das Sony-Management räumte ein, dass eine grosse Menge vertraulicher Daten gestohlen worden sei, sowohl über Mitarbeiter als auch Geschäftsunterlagen. Aber offenbar wurden auch noch unveröffentlichte Filme entwendet, von denen hochwertige Kopien zuletzt auf einschlägigen Tauschbörsen im Internet aufgetaucht waren. Darunter ist etwa das Musical «Annie», das am 19. Dezember seine US-Kinopremiere feiern soll.

Bei dem Computervirus, der für den Hack genutzt wurde, soll es sich Experten zufolge um eine besonders aggressive Schadsoftware handeln, die Festplatten zerstören und ganze Netzwerke lahmlegen kann. Die Ermittler unter Führung der US-Bundespolizei FBI ziehen eine Vielzahl Verdächtiger in Betracht, wie aus Sicherheitskreisen verlautet wurde. Darunter sei auch Nordkorea

Nordkorea unter Verdacht

Das Online-Technologieportal Re/code berichtete kürzlich, dass Sony untersuche, ob die Hacker im Auftrag der Regierung in Pjöngjang das Filmstudio des japanischen Elektronikkonzerns ins Visier genommen haben. Hintergrund sei die Verärgerung Nordkoreas über eine Komödie über fiktive CIA-Pläne zur Ermordung von Staatschef Kim Jong Un, die am 25. Dezember in die US-Kinos kommen soll. Nordkoreas Regierung bezeichnete den Film als Kriegsakt.

Bei Sony ist der gewaltige Hack längst nicht ausgestanden. Einige Computersysteme konnten laut Insidern immer noch nicht wieder hochgefahren werden. Zwar könnte der finanzielle Verlust im Rahmen bleiben, der Imageschaden ist indes gewaltig.

Sony war erst 2011 Opfer eines massiven Hackerangriffes. Damals wurden Daten von Millionen Nutzern des Online-Netzwerks rund um die Spielkonsole Playstation gestohlen. Die Server des Playstation-Netzwerks blieben danach wochenlang offline. 

Bild

Die Angreifer sollen aus Nordkorea stammen. Hintergrund sei die Verärgerung Nordkoreas über eine Komödie über fiktive CIA-Pläne zur Ermordung von Staatschef Kim Jong Un. bild: Columbia Pictures

(oli/sda/reu)

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