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Werden deine WhatsApp-Chats schon bald von Facebook ausgewertet?

Was hat der Facebook-Chef mit seinem teuersten Zukauf vor?
Was hat der Facebook-Chef mit seinem teuersten Zukauf vor?
Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

Werden deine WhatsApp-Chats schon bald von Facebook ausgewertet?

Der WhatsApp-Gründer hat immer wieder versichert, dass der populäre Smartphone-Dienst unabhängig bleibe. Doch dürfte dies Mark Zuckerberg anders sehen.
25.01.2016, 14:5025.01.2016, 15:15

Teilt WhatsApp schon bald die Daten seiner Nutzer mit Facebook? Diesen Rückschluss lassen angeblich Screenshots zu, die letzte Woche von einem Software-Entwickler veröffentlicht wurden.

Caschys Blog machte auf die Entdeckung in einer Beta-Version der Android-App aufmerksam. Die Fotos sollen eine neue Option in den Account-Einstellungen von WhatsApp zeigen.

Demnach haben WhatsApp-Nutzer in Zukunft die Möglichkeit, dem Datenaustausch mit Facebook zuzustimmen. Dazu gilt es einen Haken zu setzen neben «Share my account info». Erklärend heisst es dazu, dass man die WhatsApp-Account-Informationen mit Facebook teilen solle, um das eigene «Facebook-Erlebnis zu verbessern» ...

Falscher Alarm?

Was damit genau gemeint ist und ob es sich um mehr als einen Versuch handelt, bleibt offen. Zumindest vorläufig. Von beiden Unternehmen fehlt bislang eine Stellungnahme.

Fakt ist: Wer WhatsApp auf dem eigenen Smartphone installiert und nutzt, hat sich mit den Datenschutz-Richtlinien einverstanden erklärt. Und diese erlauben den Datenaustausch mit Dritten. Konkret darf das Unternehmen auch Informationen weitergeben, die es erlauben, die WhatsApp-Nutzer zu identifizieren: 

«We may share your Personally Identifiable Information with third party service providers to the extent that it is reasonably necessary to perform, improve or maintain the WhatsApp Service.»
Auszug aus den WhatsApp-Nutzungsbedingungen und Datenschutz-Hinweisen
quelle: whatsapp

Es sind aber auch Zweifel angebracht, weil es nur eine Quelle gibt. Redaktoren der «Süddeutschen Zeitung» beispielsweise konnten in der Beta-Version die besagte Option zum Datenaustausch mit Facebook nicht finden. Und ein deutscher Facebook-Sprecher habe nichts gewusst von der angeblich neuen Funktion.

Bald eine Milliarde Nutzer

Gerüchte, dass WhatsApp und Facebook zusammenwachsen, gibt es seit der milliardenschweren Übernahme des Smartphone-Messengers durch den Social-Media-Konzern.

Vor knapp zwei Jahren kaufte Facebook WhatsApp für rund 22 Milliarden US-Dollar. Schon damals versicherten Mark Zuckerberg und WhatsApp-Gründer Jan Koum den besorgten Nutzern, dass man die Dienste und Daten nicht zusammenlegen werde. 

WhatsApp (für Android) ist seit kurzer Zeit gratis. Gleichzeitig erklärte Koum öffentlich, dass der Messenger-Dienst auch in Zukunft ohne Werbung auskommen werde. Geld verdienen wolle man stattdessen mit Zusatzdiensten für Firmen.

Allerdings soll Facebook-Chef Mark Zuckerberg schon früher gesagt haben, dass man die Tochterfirma erst mit Werbung «monetarisieren» werde, wenn eine Milliarde Nutzer erreicht sei.

Die Marke dürfte bald erreicht werden. Im September 2015 hatte WhatsApp gemäss eigenen Angaben 900 Millionen Nutzer. Und der Facebook-Messenger soll über 800 Millionen Nutzer zählen.

(dsc)

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