DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Umstrittene neue Facebook-Regeln

Bitte, liebe Facebook-Freunde! Fallt nicht auf diesen billigen Hoax rein

Stimmt nicht! Das Teilen des Widerspruchs-Bildes bringt nichts.
Stimmt nicht! Das Teilen des Widerspruchs-Bildes bringt nichts.
Bild: watson
Auf Facebook machen Bilder die Runde, mit denen Mitglieder versuchen, den Nutzungsbedingungen zu widersprechen. Ein altbekannter Hoax – doch viele fallen darauf herein.
28.11.2014, 13:4828.11.2014, 14:07
Ein Artikel von
Spiegel Online

Es ist ein kleiner Brief, den derzeit diverse Facebook-Nutzer auf ihrer Seite posten: «An: Facebook», beginnt der weisse Text auf schwarzem Hintergrund, dann folgt ein sprachlich fragwürdiger Absatz: «Aufgrund der neuen AGB's in Facebook Widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten. (...) Das Copyright Meiner Profilbilder liegt ausschliesslich bei Mir...!» Augenscheinlicher Anlass der Postings mit zahlreichen Rechtschreibfehlern ist die Ankündigung Facebooks, seine Bedingungen und Richtlinien zu aktualisieren.

Unter den Mitgliedern, die die Beiträge verbreiten, sind auch mindestens zwei prominente Nutzer. So teilte am Donnerstag der offizielle Account des ehemaligen deutschen Entwicklungsministers Dirk Niebel das Foto, nachdem es auf der privaten Seite des ehemaligen deutschen FDP-Generalsekretärs Patrick Döring veröffentlicht wurde.

Dass Facebook-Nutzer mit Bildern gegen echte oder angebliche AGB-Änderungen protestieren, ist kein neues Phänomen. Eine ähnliche Welle gab es zum Beispiel im November 2012. Auch damals machte eine Meldung mit dem Text «Aufgrund der neuen AGB's in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten gemäss BDSG» die Runde. Sogar Facebook gab damals eine Stellungnahme zum als «Copyright Meme» bekannten Hoax ab. 

Statusmeldung nicht für Widerspruch geeignet 

No Components found for watson.rectangle.

Die Fake-Enttarnungsseite Mimikama schreibt in einem Artikel zu den aktuellen Bildern, es sei irrwitzig zu glauben, dass Statusbeiträge Nutzer von den AGB entbinden, die sie bei ihrer Anmeldung bereits akzeptiert haben. Über die Jahre haben auch diverse Rechtsanwälte darauf hingewiesen, dass sich eine Statusmeldung nicht für einen Widerspruch gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen eignet. 2012 etwa schrieb der Anwalt Jens Ferner: «Niemand wird den Anspruch haben, dass Mitarbeiter von Facebook sämtliche Mitteilungen in der eigenen Timeline lesen.» 

Jetzt auf

Manchen Nutzer scheinen solche Hinweise nicht davon abzuhalten, die Bilder oder ähnliche Textmeldungen zu veröffentlichen. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagt Patrick Döring, er sei sich natürlich bewusst, dass das Posting keine rechtliche Relevanz habe. Sein Ziel sei es gewesen, eine Debatte zum Thema entstehen zu lassen. «Einen Versuch ist es wert, es zu teilen», sagt er, «auf diese Weise wird Öffentlichkeit für das Thema hergestellt.» Tatsächlich ist Dörings Foto bis Freitagvormittag bereits 119-mal geteilt worden. 

Während es unter Dörings Beitrag derzeit nur eine Handvoll Kommentare gibt, wird Dirk Niebel unter seinem Posting von einigen Nutzern verspottet. «Hiermit erkläre ich, das alles, was auf der Pinnwand von Dirk Niebel gepostet wird, mir gehört», schreibt ein Nutzer. Ein anderer kommentiert: «Tja, war halt auch kein Jura-Student, der Dirk.»

(mbö)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Das sind die schier unfassbaren Zahlen hinter dem Facebook- und WhatsApp-Ausfall

Der Facebook-Ausfall führte zu vielen Memes, frustrierten Usern und zu grossen Kosten – das sind die Zahlen zum «Social Media Timeout» von gestern Abend.

Die ersten Störungen wurden um 18:00 Uhr Schweizer Zeit gemeldet. Millionen Nutzer von Facebook, WhatsApp und Instagram erlebten Probleme, die bis tief in die Nacht andauerten. Die Störung dauerte also über sechs Stunden. Grund war ein internes technisches Problem.

Während diesen sechs Stunden wird normalerweise weltweit fleissig kommuniziert über die betroffenen Plattformen. Basierend auf den täglichen Nutzungszahlen hat die Agentur ABCD folgende Zahlen berechnet:

Der Ausfall zeigte sich auch an …

Artikel lesen
Link zum Artikel