DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

So machte Google einen unschuldigen Schweizer (ungewollt) zum Serienkiller

30.06.2021, 07:12

Stell dir vor, du googelst deinen eigenen Namen und stellst fest, dass die Suchmaschine ein Bild von dir neben einem Wikipedia-Artikel zu einem Serienmörder zeigt.

Diese erschreckende Erfahrung musste der Schweizer Hristo Georgiev machen. Das Problem des Ingenieurs aus Zürich: Er teilt sich seinen Nachnamen mit einem bulgarischen Vergewaltiger und Serienmörder. Dieser war im Volksmund als «Der Sadist» bekannt und ermordete im Zeitraum zwischen 1974 und 1980 fünf Menschen.

Der gebürtige Bulgare hat seine Entdeckung in einem Blogbeitrag diese Woche publik gemacht.

«Meine erste Reaktion war, dass jemand versucht, mir einen ausgeklügelten Streich zu spielen, aber nachdem ich den Wikipedia-Artikel selbst geöffnet hatte, stellte sich heraus, dass es dort überhaupt kein Foto von mir gibt.»
Hristo Georgiev

Wie konnte das passieren?

Entstanden sei die Verknüpfung von Georgievs Foto mit dem Text zum berüchtigten Serienmörder durch den sogenannten «Knowledge-Graph-Algorithmus» von Google. Dieser Algorithmus wird vor allem dazu verwendet, um in den Google-Treffern automatisiert Informationen aus zahlreichen Quellen zu sammeln. Die gesammelten Informationen werden den Usern dann in Form einer Informationsbox angezeigt.

Wenn man den entsprechenden Wikipedia-Artikel anklickte, war darin kein Foto des IT-Spezialisten enthalten. Einzig in der Google-Suche wurden der Wikipedia-Eintrag zum «Sadisten» und sein eigenes Porträtbild verknüpft.

Der Ingenieur aus Zürich wurde von Google unfreiwillig <a target="_blank" rel="follow" href="https://archive.md/2021.06.24-200350/https://www.google.com/search?q=hristo+georgiev">als Serienkiller präsentiert</a>. Verknüpfungsfehler wie dieser können bei der Suchmaschine passieren.
Der Ingenieur aus Zürich wurde von Google unfreiwillig als Serienkiller präsentiert. Verknüpfungsfehler wie dieser können bei der Suchmaschine passieren.
Bild: watson

Mittlerweile wurde der Fehler korrigiert.

Was lernen wir daraus?

Grosse Suchmaschinen wie Google und Bing hätten unglaublich viel Macht, heisst es in Kommentaren zu Georgievs Story. Die Techgiganten bestimmten, wie wir unsere Nachrichten konsumieren und welche Informationen wir zu Gesicht bekommen. Das funktioniere in den meisten Fällen recht gut, doch wenn es zu unvorhergesehenen Google-Fehlern komme, könne dies Menschen teuer zu stehen kommen.

Der Schweizer IT-Spezialist bedankt sich in einem Update zu seinem ursprünglichen Blogbeitrag bei der Community der HackerNews. Auf der Social-News-Website sei das Problem thematisiert worden, was den Prozess der Bereinigung durch Google erheblich beschleunigt habe. «Es ist kein Schaden entstanden oder keiner, von dem ich weiss», konstatiert Georgiev auf Twitter.

Wer heute im Internet präsent sei, müsse sich um seine «Online-Repräsentanz» kümmern, mahnt er.

«Ein kleiner Fehler im System kann zu allem führen, von einer kleinen Unannehmlichkeit bis hin zu einem Desaster, das Karrieren und den Ruf von Menschen innert weniger Tage beeinträchtigen kann.»

Quellen

(dsc)

Handynummer des britischen Aussenministers war im Internet
Zwei Monate nachdem bekannt wurde, dass die Handynummer des britischen Premierministers Boris Johnson über Jahre frei im Internet abrufbar war, sind auch Kontaktdaten von Aussenminister Dominic Raab gefunden worden. Wie der «Guardian» am Dienstag berichtete, war die private Nummer Raabs elf Jahre lang im Netz. Ein Leser hatte sie demnach durch eine Google-Suche entdeckt und die Redaktion darauf aufmerksam gemacht.

Eine Sprecherin des Aussenministeriums in London wollte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht dazu äussern, ob die Nummer noch aktuell sei. Der grösste Teil der irrtümlich im Netz belassenen Informationen sei veraltet gewesen, hiess es lediglich in einer schriftlichen Stellungnahme. Die privaten Informationen stammten aus der Zeit vor der Berufung des Ministers und seien inzwischen gelöscht worden, hiess es weiter.

(sda/dpa)

Wenn Google Schweizer Memes vorliest ...

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

22 Bilder, die das Internet sofort löschen sollte

1 / 24
22 Bilder, die das Internet sofort löschen sollte
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Schweiz haut Frankreich raus – und diese Kommentatoren drehen völlig durch

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Threema ist das neue WhatsApp – und schlägt die Konkurrenz um Längen

Wer hätte gedacht, dass die weltbeste Messenger-App nicht aus dem Silicon Valley kommen würde, sondern vom Zürichsee. Eine persönliche Analyse.

Seit acht Jahren befasse ich mich mit dem sicheren Schweizer Messenger Threema. Den ersten Artikel dazu publizierte ich im Dezember 2012. Titel: «Die Schweizer Antwort auf WhatsApp». Die damalige erste App gab's nur fürs iPhone, und sie war zum Start gratis. Im Interview versprach der Entwickler, Manuel Kasper, die baldige Veröffentlichung einer von vielen Usern geforderten Android-Version. Und:

Er hielt Wort. Im Gegensatz zu WhatsApp.

Einige dürften sich erinnern, dass es ein gleiches …

Artikel lesen
Link zum Artikel