DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Microsoft-User können sich neu per Smartphone-App statt mit einem Passwort anmelden.
Microsoft-User können sich neu per Smartphone-App statt mit einem Passwort anmelden.
screenshot: watson

Microsoft schafft das Passwort ab

Microsoft-Userinnen und User können sich ab sofort ohne Passwort bei ihrem Microsoft-Konto anmelden. Eine Welt ohne Passwörter ist komfortabler und verringert das Risiko vor Cyberangriffen.
16.09.2021, 13:5616.09.2021, 16:01

Microsoft erlaubt es Kundinnen und Kunden ab sofort «sich ohne Passwort bei ihrem Microsoft-Konto anzumelden und stattdessen die Microsoft Authenticator-App, Windows Hello (biometrische Anmeldung), einen USB-basierten Sicherheitsschlüssel oder einen ans Telefon oder per E-Mail gesendeten Verifizierungscode zu nutzen.» Dies gab der Software-Gigant am Mittwoch bekannt.

Für User heisst dies, dass sie das Passwort ihres Microsoft-Kontos ein für alle Mal vergessen können. Wer das Passwort von seinem Microsoft-Konto entfernt, kann sich danach bei Microsoft-Diensten wie Office inklusive Outlook, OneDrive, OneNote etc. mit einem Klick via Microsofts Authenticator-App auf dem Smartphone anmelden. Diese Art der Anmeldung ist deutlich sicherer als die oft unsicheren Passwörter, die gehackt werden können (z.B. Phishing, Brute-Force-Attacke).

So funktioniert das Anmelden ohne Passwort

Statt des Passworts wird das Smartphone und Microsofts Authenticator-App genutzt: Versucht man sich beispielsweise am PC bei Outlook anzumelden, erscheint auf dem Smartphone automatisch eine Anmeldeanforderung. Per Klick auf «Genehmigen» ist man eingeloggt.

Anmelden via Authenticator-App statt per Passwort.
Anmelden via Authenticator-App statt per Passwort.
screenshot: watson

So kannst du das Anmelden ohne Passwort einrichten

Damit das Anmelden ohne Passwort funktioniert, muss zuvor das «Kennwortlose-Konto» aktiviert und die Microsoft-Authenticator-App auf dem Handy installiert sein.

Hierzu sind die folgenden Schritte notwendig:

  1. Installiere die Microsoft-Authenticator-App für iOS oder Android und füge dein Microsoft-Konto hinzu.
  2. Gehe auf microsoft.com, melde dich an und wähle «Erweiterte Sicherheitsoptionen». Unter «Zusätzliche Sicherheitsoptionen» findest du die Option «Passwortloses Konto», das du über «Einschalten» aktivierst.
  3. Sobald du über die Authenticator-App die Benachrichtigung zum Entfernen des Passworts bestätigt hast, bist du das Passwort ein für alle Mal los.
Diese beiden Sicherheitsoptionen sollten im Microsoft-Konto aktiviert sein.
Diese beiden Sicherheitsoptionen sollten im Microsoft-Konto aktiviert sein.
screenshot: watson
«Ein kennwortloses Konto verringert das Risiko von Phishing- und Kennwortangriffen.»
Microsoft

Falls man später doch lieber das Passwort verwenden möchte, kann man es im Microsoft-Konto wieder als Anmeldeoption hinzufügen. Wer das Passwort los ist, dürfte ihm aber kaum nachtrauern. Das Anmelden via Authenticator-App ist nicht nur komfortabler, sondern auch sicherer (Stichwort Phishing und Brute-Force-Angriffe auf Firmenkonten). Microsoft bietet Geschäftskunden und Administratoren deshalb bereits seit einigen Monaten die Möglichkeit, auf Kennwörter zu verzichten. Nun können auch Private davon profitieren.

«Bei den meisten Angriffen auf Unternehmens- und Privatkonten dienen Passwörter als Eintrittspunkt für Kriminelle», schreibt Microsoft. Der Konzern empfiehlt daher auch Geschäftskunden und Bildungseinrichtungen, sich von Passwörtern zu verabschieden. Angreifer verfügten über eine Vielzahl von Tools und Techniken, um Passwörter auszuspähen. Dem schiebe man mit der passwortlosen Anmeldung einen Riegel vor.

«Beim Password Spraying etwa nutzen Hacker*innen lange Listen häufig verwendeter Kennwörter oder einen Algorithmus, der Zeichen per Zufall zusammenmischt. Diese Methode wird auch als Brute Force bezeichnet, weil ‹mit roher Gewalt› versucht wird, alle möglichen Zeichenfolgen automatisch zu kombinieren und so das richtige Passwort zu finden.»
Microsoft

Microsoft arbeitet wie Google und Apple schon seit Jahren an der passwortlosen Zukunft. Nun ist man einen grossen Schritt weitergekommen. Firmenintern verzichtet Microsoft laut Eigenaussage fast vollständig auf Passwörter und über 200 Millionen User weltweit nutzen bereits ein Microsoft-Konto ohne Kennwort.

Dass Microsoft das Anmelden ohne Passwort jetzt auch für Private einführt, dürfte kein Zufall sein. Die Anzahl digitaler Geräte als auch die Cyber-Angriffe seien während der Coronapandemie mit vielen Menschen im Homeoffice exponentiell gestiegen, sagt der Konzern. Deshalb seien sichere Zugänge noch wichtiger geworden. Der beste Schutz vor Phishing-Angriffen sei kein Passwort zu nutzen.

«Passwörter sind seit ihrer Einführung ein potenzielles Sicherheitsproblem, denn viele Anwender verwenden simple, einfach herauszufindende Kennwörter und nutzen dasselbe Passwort zudem für verschiedene Anwendungen und Dienste», hält das deutsche Techportal Heise fest. Damit sei es ein Leichtes für Angreifer, Daten verschiedener Quellen abzugreifen. Je mehr Konten passwortlos sind, desto schwieriger also werden Angriffe für Cyberkriminelle.

(oli)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Blick ins Allerheiligste: watson besucht das gigantische Hauptquartier von Microsoft in Seattle

1 / 68
Blick ins Allerheiligste: watson besucht das gigantische Hauptquartier von Microsoft in Seattle
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das Surface Studio ist Microsofts erster All-in-one-PC

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie ein 33-jähriger Winterthurer die Impfskeptiker mit ihren eigenen Waffen schlug

Mit einer einfachen Wordpress-Seite und einem von A bis Z erfundenen Artikel über den «Sputim-Krankheitsverlauf» brachte es der 33-jährige Sasha zu über hunderttausend Views von Impfskeptikerinnen. Wie er die Szene hinters Licht führte.

«Ein Secondo, der in die Sek B ging, hat es mit fünf Stutz geschafft, Tausende von Leuten einen absoluten Quatsch-Artikel unterzujubeln», erzählt «Sputim» auf dem gleichnamigen Kanal in einem seiner YouTube-Videos. Was danach folgt, ist eine Abrechnung – und die akribische Erzählung seines Vorgehens.

Sputim heisst eigentlich Sasha, ist 33 Jahre alt, in Winterthur aufgewachsen und auf YouTube kein unbeschriebenes Blatt. In den 00er Jahren verzückte der Secondo die Video-Community mit …

Artikel lesen
Link zum Artikel