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Vorarlberger wollten Ski-Touristen mit künstlichem Stau austricksen

Skiing at Sonnenkopf, Klostertal, Austria
Skifahrer im Skigebiet Sonnenkopf, Klostertal.Bild: Shutterstock

So sollten Ski-Touristen mit einem künstlichen Stau in Österreich ausgetrickst werden

Im Klostertal und in Bludenz startete am Samstag ein ungewöhnlicher Pilotversuch. Mit künstlich erzeugtem Stau sollte der Ausweichverkehr über die Nebenstrassen eingedämmt werden.
27.02.2023, 20:2928.02.2023, 14:01
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Samstags ist jeweils «Schichtwechsel» in Wintersportorten. Weil viele Touristinnen und Touristen bei Stau auf der Autobahn über umliegende Strassen und kleinere Gemeinden ausweichen, liess man sich in Österreich, unweit der Schweizer Grenze, etwas Besonderes einfallen: Im Klostertal und in Bludenz startete am vergangenen Samstag ein Pilotversuch, wie der Österreichische Rundfunk (ORF) berichtete.

An der Ortseinfahrt in Bings wurde eine Ampel aufgestellt und immer wieder automatisch auf Rot geschaltet, damit sich ein künstlich erzeugter Stau bildete. Diesen Stau sollten die Navigationsgeräte der Autofahrerinnen und Autofahrer registrieren und ihnen in der Folge empfehlen, auf den Hauptverkehrsachsen zu bleiben.

Auf der A14 und S16 Richtung Innsbruck brauchten die Autofahrerinnen und Autofahrer am Samstagvormittag eine Stunde länger. Und auch in Fahrtrichtung Bregenz gab es Stau.
Auf der A14 und S16 Richtung Innsbruck brauchten die Autofahrerinnen und Autofahrer am Samstagvormittag eine Stunde länger. Und auch in Fahrtrichtung Bregenz gab es Stau.screenshot: google maps

Zusätzliche Hinweisschilder

Allerdings brachte der Pilotversuch nicht den gewünschten Effekt, wie aus Rückmeldungen von Radiohörern hervorging. Jemand meldete: «Es steht in Bludenz alles, alle Strassen und Nebenstrassen sind zu, weil sie überall herkommen.» Und eine weitere Hörerin meldete, dass die Autofahrer trotz künstlichem Stau von der Autobahn abfahren würden.

Es staute nicht nur auf den Ausweichrouten wegen des starken Reiseverkehrs: Auch auf der Autobahn und der Schnellstrasse brauchten die Lenkerinnen und Lenker am Vormittag deutlich länger – in mehrere Richtungen.

Von dem Pilotversuch habe man sich sicherlich mehr erwartet, zitiert ORF den Bürgermeister von Bludenz, Simon Tschann. Trotzdem sei es wichtig, dass versucht werde, eine langfristige Lösung für die Verkehrsprobleme in Bludenz, aber auch in den Klostertal-Gemeinden zu finden.

Durch zusätzliche Hinweisschilder sollen die Lenkerinnen und Lenker nun aufgefordert werden, auf der Schnellstrasse bzw. Autobahn zu bleiben – auch wenn es sich staut.

Quellen

(dsc)

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58 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FreddyKruger
27.02.2023 20:47registriert Juli 2021
Was?! Eine Ampel, die immer wieder automatisch auf rot schaltet?! Was für ein Teufelswerk haben sich die Österreicher da einfallen lassen??
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p4trick
27.02.2023 21:31registriert März 2017
Vielleicht leisten sich viele auch kein Pickerl und gehen gar nicht auf die Autobahn ;-)
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MalEhrlich
28.02.2023 01:20registriert November 2021
Nicht jeder Stau ist gleich (flüssig, stockend, stehend). Das mit der Umfahrung auf Nebenstrassen kann auch täuschen. Steht man im Stau, oder rollt langsam, kommt manchem das länger vor als wenn man fahrend über Nebenstrassen ausweicht. Rein zeitlich gesehen ist man aber nicht immer schneller.
Bsp. Zürich-Nordring Richtung Bern/Basel. Der Stau ist oft relativ fliessend. Eine Umfahrung via Ausf.-Wallisellen bis Opfikon, (manche fahren sogar weiter über Rümlang - Regensdorf bis Limmattaler Kreuz oder Katzensee), bringt zeitlich nichts.
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