Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Samsung Galaxy Tab S

Samsung Galaxy Tab S 10.5 (r.) und S 8.4: Nach 2 Rezensionen bekommen die Tester ein Tablet geschenkt.  Bild: Matthias Kremp

Galaxy Tab S

Samsung erkauft sich positive Rezensionen auf Amazon

Samsung lockt mit einer attraktiven Aktion: Freiwillige Tester müssen zwei Bewertungen zu den neuen Galaxy Tabs schreiben, danach dürfen sie das Gerät behalten. Bei Amazon zum Beispiel merkt man den Bewertungen diesen Deal schon an. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Der koreanische Elektronikhersteller Samsung sorgt sich offenbar um Bekanntheit und Absatz seiner neuen Tablets Galaxy Tab S 8.4 und S 10.5. Dabei macht sich Samsung das Vertrauen, das Online-Käufer den Bewertungen anderer Käufer schenken, zunutze. Das Unternehmen lädt Interessenten ein, eines der 390 bis 580 Euro teuren Geräte zu testen. Der Clou der Aktion: «Das Testgerät darfst Du behalten», heisst es auf der entsprechenden Werbeseite.

In den Teilnahmebedingungen werden die Tester angehalten, mindestens zwei Produktberichte zu verfassen und auf dem eigenen Blog oder in den Bewertungskommentaren von Online-Shops zu veröffentlichen. Die entsprechenden Belege müssen Samsung via E-Mail zugesandt werden: «Sofern der Tester die gestellten Aufgaben erfüllt und die Resultate ordnungsgemäss per E-Mail-Antwort an Samsung übermittelt hat ..., kann der Tester die ihm überlassenen Testgeräte unentgeltlich behalten.» Wie «Heise» berichtet, hat die Aktion durchaus eingeschlagen. Beim Online-Kaufhaus Amazon waren bis zum 11. August an die 80 Rezensionen zusammengekommen.

«Auf das Testergebnis nimmt Samsung keinen Einfluss.»

Die Hälfte stamme von Nutzern, denen Samsung das Gerät wohl gratis überlassen habe. 20 Rezensenten gaben an, ihre Bewertung im Rahmen eines Produkttests verfasst zu haben. Dass deren Bewertungen überwiegend positiv ausfallen, verwundert kaum. Zwar sichert sich Samsung ab und stellt in den Teilnahmebedingungen klar: «Auf das Testergebnis nimmt Samsung keinen Einfluss.» Doch wird jemand, der sich für die genannten Geräte begeistert und sie gerne haben möchte, wohl weniger Kritik üben als jemand, der ein solches Gerät normal gekauft und bezahlt hat.

Ob die Tester ihr Samsung-Testgerät tatsächlich behalten dürften, erfahren sie allerdings erst nach der Veröffentlichung ihrer Einschätzung. 

Solche Bewertungen sind bei Amazon nicht verboten 

Weitere 25 Bewertungen seien als «Kundenmeinung aus dem ‹Amazon Vine – Club der Produkttester›-Programm» gekennzeichnet. Erprobte Vielschreiber werden nur «auf Einladung» in diesen erlauchten Kreis aufgenommen. Im Fall der neuen Galaxy Tabs wird der Leser der Rezensionen nicht darüber aufgeklärt, «dass die Autoren die Geräte in der Regel behalten dürfen. Auch die Vine-Hilfeseite erklärt das nicht», so «Heise». Besonders kritische Bewertungen dürften also eher die Ausnahme sein.

Das zeige das Gesamtbild: Vine-Mitglieder hätten dem Galaxy Tab S durchschnittlich 4,4 Sterne von fünf möglichen gegeben. Bei Autoren, die ihr Gerät offensichtlich selber bezahlen mussten, liege der Wert dagegen bei 3,5 Sternen.

Bewertungssystem in Frage gestellt

Dieses Verfahren wird laut «Heise» nicht zuletzt durch Amazons laxe Regeln begünstigt. Zwar verbiete das Online-Kaufhaus bezahlte Rezensionen. Gratis-Exemplare besprochener Produkte dürften die Rezensenten dagegen annehmen und müssten das in ihrer Bewertung auch nicht angeben.

Derartige Methoden gefährden auf lange Sicht den Erfolg der Bewertungsmöglichkeit durch Produktkäufer. Denn wenn Rezensionen entweder vom jeweiligen Hersteller gefakte Texte oder das Ergebnis eines Tauschhandels sind, kann sich der potentielle Kunde auch gleich mit der Lektüre der Werbeprospekte begnügen. (meu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

EU will WhatsApp und Co. trotz Verschlüsselung überwachen – diese 5 Dinge musst du wissen

Die EU-Kommission nimmt den Terroranschlag von Wien zum Anlass, um die Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen bei Messaging-Apps wie WhatsApp, Telegram oder iMessages zu umgehen. Software-Entwickler sollen gezwungen werden, Behörden ungehinderte Einblicke in Chats zu geben.

Der EU-Ministerrat hat nach dem Terroranschlag in Wien im Eilverfahren eine Resolution beschlussfertig gemacht. Diese soll Entwickler von Messaging-Apps dazu verpflichten, Strafverfolgungs- und Geheimdiensten Einblick in die …

Artikel lesen
Link zum Artikel