Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Beschwerde beim Kantonsgericht Schwyz

Sex-Abo-Fallen: Der Bund will, dass die Staatsanwaltschaft weiter gegen Paypay und Obligo AG ermittelt

Das Geschäftsgebaren der Inkassofirmen Paypay AG und Obligo AG soll genauer unter die Lupe genommen werden. Dies verlangt das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), das nach vielen Beschwerden von Smartphone-Nutzern geklagt hatte.

Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO am Dienstag dem Newsportal watson mitteilte, will der Bund die Einstellung der Ermittlungen gegen die beiden Schweizer Inkassofirmen Paypay AG und Obligo AG nicht hinnehmen. Es geht um fragwürdige Dienstleistungen der britischen Firma Pulsira Limited, die zahlreiche Sex-Webseiten betreibt und Abos für Pornovideos anbietet.

Die Staatsanwaltschaft des Schwyzer Bezirks March hatte nach Anzeigen des Bundes (SECO) und von Privatpersonen das Geschäftsgebaren der in Lachen SZ angesiedelten Inkassofirmen untersucht und dabei keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten gefunden. Allerdings wurde ein erst im November bekannt gewordenes Vorgehen dabei gar nicht untersucht, wie der Leitende Staatsanwalt gegenüber watson bestätigte

Der «Tages-Anzeiger» konnte anhand mehrerer Fälle nachvollziehen, wie Swisscom-Kunden beim mobilen Surfen auf präparierten Webseiten ahnungslos in eine Sex-Abo-Falle getappt waren. Die Firma VAS Tools AG mit Sitz in Wollerau SZ griff gemäss Swisscom «missbräuchlich» auf eine Verrechnungsschnittstelle zu, um an die Handynummern zu gelangen. Dann versuchte ein Callcenter die Adresse für das Zustellen der Abo-Rechnung herauszufinden.

Beschwerde gegen unbekannt

Das SECO hat nun gegen die sogenannte Nichtanhandnahme-Verfügung der Staatsanwaltschaft March vom 10. Dezember Beschwerde eingereicht. Die beim Kantonsgericht des Kantons Schwyz eingereichte Beschwerde richtet sich gegen unbekannt.

Nach der Auffassung des SECO sind nicht alle Punkte in die Untersuchung einbezogen worden, welche strafrechtlich relevant sein können.

Welche Punkte dies konkret sind, führt das SECO vorläufig nicht aus. «Wir können uns zurzeit nicht weiter zum Fall äussern», heisst es. Es sei nun Aufgabe des Gerichts zu entscheiden, ob die Staatsanwaltschaft das Verfahren an die Hand nehmen müsse.

Noch kein internationales Rechtshilfe-Ersuchen

Nach der von der Staatsanwaltschaft March eingestellten Untersuchung lassen sich folgende Fakten zusammenfassen:

• Die Staatsanwaltschaft hat bei den Ermittlungen zu Pulsira Limited, Paypay AG und Obligo AG das von watson geschilderte Vorgehen (mutmassliche Sex-Abo-Falle) nicht untersucht.

• Die Staatsanwaltschaft March konnte die mutmassliche Sex-Abo-Falle nicht untersuchen, weil ihr dafür keine Anhaltspunkte vorlagen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) klagte auch nicht deswegen. Dies dürfte sich nun ändern.

• Die Staatsanwaltschaft March hat nicht untersucht, ob zwischen Paypay AG und Obligo AG sowie der VAS Tools AG geschäftliche Beziehungen bestehen. (Die Verantwortlichen der Firmen stellen in Abrede, dass es eine solche Beziehung gibt.)

• Die Staatsanwaltschaft March hat keine Ermittlungen bezüglich der Schweizer Geschäftsbeziehungen der in London domizilierten Firma Pulsira Limited getätigt. Ein Rechtshilfe-Ersuchen an Grossbritannien wurde nicht gestellt, ermittelt wurde ausschliesslich bei den im Kanton Schwyz angesiedelten Firmen Paypay AG und Obligo AG.



Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Tesla als Dienstwagen? War das wirklich eine gute Idee, Frau Leuthard?

Sie sorgte als «erste Ministerin mit Tesla» für Schlagzeilen. Nun überlässt Bundesrätin Doris Leuthard den Elektro-Dienstwagen ihrer Nachfolgerin. Aber wie war das nochmal mit der Daten- und Betriebssicherheit?

Update: Armasuisse hat auf die Medienanfrage von watson reagiert. Die Antworten sind unten eingefügt.

Bundesrätin Doris Leuthard sorgte 2014 als «erste Ministerin mit Tesla» europaweit für Schlagzeilen.

Was in der Aufregung um das umweltfreundliche Dienstfahrzeug vergessen ging, waren Fragen zum Datenschutz, bzw. zur Datensicherheit.

Beim Tesla Model S 85, in dem die Spitzenpolitikerin in den letzten vier Jahren unterwegs war und in dem sie wohl auch ziemlich viel Brisantes besprochen hat, handelt …

Artikel lesen
Link to Article