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Umfrage zeigt

Digital Natives interessieren sich sehr wohl für Politik



Zwei Drittel aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen interessieren sich für Politik. Die politischen Diskussionen der «Digital Natives» finden aber auf anderen Kanälen statt als jene der Erwachsenen, was von diesen ignoriert wird. Das ergab eine Umfrage unter knapp 3400 Jugendlichen in der Schweiz und Liechtenstein.

Besonders interessierten sich die befragten Jugendlichen im Alter von 14 bis 25 Jahren für nationale und internationale Politik, wie der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur am Sonntag in einer Mitteilung schreiben.

«Viele Erwachsene – gerade auch Politikerinnen und Politiker und Behörden – politisieren aber mit den gewählten Diskussions- und Informationskanälen an den Jugendlichen vorbei.»

DSJ / Hochschule Chur

Deren Studie «Scoop-it 2.0» untersuchte das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen, ihre Interessen sowie ihr Bedürfnis nach einer Teilnahme an einer Politik. Dabei zeigte sich, dass mit zunehmendem Alter das Interesse der Jungen zunimmt.

In der Familie und bei WhatsApp

Jugendliche diskutieren gemäss Studie auch über Politik und engagieren sich. Die Diskussionen liefen gemäss der Umfrage unter Freunden (über 50 Prozent) oder in der Familie (80 Prozent) ab, aber auch über Instant-Messaging-Gruppen wie WhatsApp oder soziale Medien wie Facebook oder Twitter.

«Viele Erwachsene – gerade auch Politikerinnen und Politiker und Behörden – politisieren aber mit den gewählten Diskussions- und Informationskanälen an den Jugendlichen vorbei», schreiben der DSJ und die Hochschule. Die Erwachsenen schenkten den bevorzugten Medien der Digital-Native-Generation zu wenig Beachtung.

Potenzial liegt brach

Auch das Bedürfnis der Jugendlichen nach Teilhabe werde ignoriert. Nach Ansicht von DSJ und der Hochschule Chur liegt aus diesen Gründen ein grosses Potenzial brach. «Kinder und Jugendliche benötigen für sie geeignete Beteiligungsformen», um bei politischen Prozessen mitwirken zu können.

80 Prozent der Befragten verwendeten täglich Instant-Messaging-Anwendungen, 57 Prozent konsumierten soziale Medien. Daneben nutzten sie Online-Medien sowie Fernsehen, Radio und Zeitungen. Dabei bevorzugten sie kurze Texte (68 Prozent) und Erklärungsvideos (49 Prozent).

Kein Interesse an einem Amt

Trotz des Interesses zeigen Umfragen immer wieder, dass junge Erwachsene bei Wahlen und Abstimmungen den Urnen fern bleiben. Die Gründe dafür seien vor allem Zeitmangel, Formalitäten und Kompliziertheit.

Bei keiner der befragen Altersgruppen seien politische Ämter oder die Mitgliedschaft in einer Partei beliebt. Bei den Minderjährigen wünsche sich eine Mehrheit eine Senkung des Stimmrechtsalters und mehr Raum für eigene Aktivitäten.

3398 Jugendliche befragt

Die Studie fand in Form einer Online-Befragung unter ausgewählten Schulklassen zwischen dem 25. März und 20. April statt. Befragt wurden vor allem Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie von Berufsschulen und Gymnasien. Insgesamt wurden 3398 Jugendliche in den Kantonen Glarus, Graubünden, Sankt Gallen und Zürich sowie in Liechtenstein befragt.

(sza/sda)

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