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Den Sonnenuntergang nach Hause schicken? bild: shutterstock

«Abzockgefahr» trotz tieferer Roaming-Gebühren. Diese 9 Tipps helfen gegen saftige Handyrechnungen

Vor den Sommerferien werben die drei grossen Schweizer Mobilfunkanbieter mit neuen Roaming-Angeboten. Zwar ist die Smartphone-Nutzung bei Auslandreisen tatsächlich massiv günstiger geworden. Doch gilt es einiges zu berücksichtigen.

19.05.15, 22:12 20.05.15, 09:04


Ralf Beyeler vom Internet-Vergleichsdienst Comparis.ch nimmt kein Blatt vor den Mund: «Viele Kunden fahren weiter in die Ferien, ohne sich über Roaming-Kosten Gedanken zu machen. Das ist ein Fehler. Sie nutzen ihr Smartphone im Ausland zum Standardtarif. Bei Salt und Sunrise werden diese Kunden regelrecht abgezockt», sagt der Schweizer Telecom-Experte. 

Aber auch mit den neuen derzeit stark beworbenen Roaming-Flatrates würden viele Kunden mehr als nötig bezahlen, heisst es in einer aktuellen Medienmitteilung

Die Details folgen weiter unten. Doch zunächst zu den Spartipps, die Comparis in Erinnerung ruft:

1. Wenn möglich das Gratis-WLAN im Hotel und in Restaurants nutzen.

Falls trotzdem ein ausländisches Mobilfunknetz benutzt wird, unbedingt beim Provider ein Datenpaket kaufen.

2. Kunden von Swisscom und Sunrise sollten über das «Cockpit» einstellen, dass sie Daten nur im Rahmen von Datenpaketen übertragen wollen.

«Cockpit» ist eine Internetseite, über die die Nutzer Einstellungen vornehmen können.
– cockpit.swisscom.ch
– cockpit.sunrise.ch

3. Sich beim eigenen Provider über Sparmöglichkeiten informieren

Swisscom bietet ab Juli 2015 für die Ferien ein Roaming-Paket mit 30 Minuten und 30 SMS für 15 Franken an. Bei Sunrise gibt es ab sofort eine Roaming-Flatrate für 39 Franken (1 Woche gültig) bzw. 69 Franken (1 Monat gültig). Salt hat kein vergleichbares Paket, das sich an Ferienreisende richtet.

Eine Übersicht über die Mobilfunk-Tarife im Ausland gibt es hier (PDF-Dokument).

4. Das Handy in den Ferien ausschalten

Im Ausland kosten auch eingehende Anrufe.

5. Die Combox ausschalten

Auf die Sprachmailbox umgeleitete Anrufe kosten drei Mal: für die Verbindung ins Ausland, für die Umleitung auf die Combox und fürs Abhören.

6. Via WhatsApp und Co. schreiben statt telefonieren

7. Öffentliche Telefone benutzen oder sich im Hotelzimmer anrufen lassen.

8. Ausländische Prepaid-SIM-Karte kaufen

Und so schneiden Swisscom und Co. beim Vergleich der Roaming-Gebühren für Reisen in Europa ab

Für den Vergleich der Tarife von Swisscom, Sunrise und Salt hat Comparis einen «Warenkorb» mit 14 Telefongesprächen und 160 Megabyte Internetdaten herangezogen. Dann wurden in sieben europäischen Ländern die Kosten berechnet, einerseits mit dem Standard-Tarif, andererseits mit der jeweils günstigsten Option.

Mit Option liegen die Roamingkosten bei allen drei Anbietern deutlich unter 50 Franken. Swisscom ist mit 37 Franken am günstigsten, Sunrise mit 42,40 Franken und der Orange-Nachfolger Salt mit 45,40 liegen ein paar Franken darüber.

Im Vergleich zum Vorjahr hätten die drei grossen Netzbetreiber Swisscom, Sunrise und Salt die Roamingpreise spürbar reduziert, lobt Comparis. Dann folgt ein fettes ABER: «Wer keine Option löst, dem droht nach der Heimkehr aus den Ferien ein böses Erwachen. Man sollte darum nie in die Ferien fahren, ohne eine Option zu lösen.»

Zu besonderer Vorsicht rät Beyeler bei Salt. Der Abrechnungszeitraum ende beim Orange-Nachfolger am 9. eines Monats. «Wer also über dieses Datum hinweg für eine Woche in die Ferien fährt, muss die Roamingoption für zwei Monate lösen und zahlen. Ausserdem müsse man die Option aktiv abbestellen, sonst verlängere sie sich automatisch.

Auf Anfrage nimmt Salt-Mediensprecherin Therese Wenger wie folgt Stellung: «Wie die SBB mit dem Halbtax-Abo, bietet Salt günstige und absolut konkurrenzfähige Tarife mit den Roaming-Sparoptionen. Die Beliebtheit dieser Sparoptionen nimmt weiter stark zu und Salt gehört zu den günstigsten Anbietern im Markt.»

Und auch Sunrise-Sprecher Markus Werner verweist darauf, dass sein Unternehmen im Gesamtkosten-Vergleich von Comparis gut abschneide. «Wir haben uns bei den Paketen ‹travel days›, die seit gestern erhältlich sind, bewusst für eine flexible und kostengünstige Lösung entschieden, die gezielt während der Ferienzeit hinzu gebucht werden kann. Sunrise-Kundinnen und -Kunden zahlen für die attraktiven Roaming-Lösungen so nur dann, wenn sie sie wirklich benötigen.»

Und was bringen die neuen Roaming-Abos?

Mittlerweile bieten alle drei grossen Mobilfunk-Anbieter neue Roaming-Flatrates. Um herauszufinden, ob sich diese Abos für den Durchschnittsnutzer lohnen, hat Comparis einen weiteren Warenkorb erstellt. Zum einen wurden die Kosten für die Nutzung in der Schweiz berechnet. Zusätzlich wurde laut Medienmitteilung auch die Benutzung im Ausland wie folgt berücksichtigt: mit zwei Wochen Sommerferien auf Mallorca, einer Woche Herbstferien in Griechenland und einem dreitägigen Kurztrip nach Paris.

Der Vergleich zeige: Das M-Budget-Angebot «One», hinter dem Swisscom steht, schneide am besten ab, sowohl mit als auch ohne Option. Auffallend sei ausserdem, dass das Prepaid-Angebot von Aldi – das günstigste für die Nutzung innerhalb der Schweiz – für die Nutzung im Ausland überhaupt nicht zu empfehlen sei. 

(dsc)

So viel Stromkosten pro Jahr verursachen Handy, PC, TV, Kühlschrank und andere Geräte wirklich

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Brikne, 20.7.2017
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