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Sébastien Fanti, Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter des Kantons Wallis.
Sébastien Fanti, Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter des Kantons Wallis.archivBild: Keystone

Darum fordern Schweizer Experten härtere Gesetze gegen Hacker

08.08.2022, 10:43

Zwei Westschweizer Experten kritisieren gemäss einem aktuellen Zeitungsbericht die Politik, in puncto Cybersicherheit nicht genug zu tun, obwohl sich Hackerangriffe – und insbesondere Ransomware-Attacken– gehäuft haben.

Wo ist das Problem?

Die Schweizer Politik weigere sich, drastische Massnahmen zu ergreifen, um den Unternehmen das Leben nicht zu erschweren – das werde die Wirtschaft am Ende jedoch mehr kosten, warnt Stéphane Koch, Spezialist für Cybersicherheit.

Auch das Image des Landes werde darunter leiden, sagt der Vizepräsident der Genfer IT-Sicherheitsfirma Immuniweb in einem Interview mit den Zeitungen «24 heures» und «Tribune de Genève»: «Auch die neuen Datenschutz- oder Informationssicherheitsgesetze gehen nicht weit genug.»

Unternehmen müssten gesetzlich dazu gezwungen werden, für ihre IT-Sicherheit zu sorgen. Ansonsten sollten sie für Datenverluste oder Angriffe haftbar gemacht werden, findet der Westschweizer Cybersecurity-Experte.

Auch auf der Ebene der Justiz müssen «grosse Anstrengungen» unternommen werden, um Cyberkriminalität besser zu bestrafen.

Wo harzt es?

Abgesehen von Unternehmen werden auch Gemeinden immer häufiger Opfer von Cyberangriffen – der Fall von Rolle VD im letzten Jahr ist ein Beispiel dafür. Auch hier müssten grosse Anstrengungen unternommen werden, meint der Rechtsanwalt Sébastien Fanti, Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter des Kantons Wallis.

Unzuverlässige und unzureichend kontrollierte IT-Dienstleister sind seiner Meinung nach ein Grund für diese Anfälligkeit: «Wenn man sich die Fälle von erpressten Gemeinden in der Westschweiz ansieht, stellt man fest, dass diese im Bereich der IT-Sicherheit oft mit denselben Unternehmen zusammenarbeiten», sagte er. Diese Unternehmen sollten stärker reguliert werden.

«Manche Dienstleister verlangen bis zu 5000 Franken pro Jahr für eine einfache Überwachung im Darknet, um sicherzustellen, dass keine Gemeindedaten durchgesickert sind.»
quelle: 24heures.ch

Der Präsident der Genfer IT-Sicherheitsfirma Zendata, Steven Meyer, hingegen meint: «Das Problem lässt sich nicht durch Regulierung lösen.» Seiner Meinung nach ist es die Aufgabe der Auftraggeber, sicherzustellen, dass der von ihnen beauftragte Dienstleister vertrauenswürdig ist.

Zudem würden die IT-Dienstleister ihren Kundinnen und Kunden manchmal Sicherheitsmassnahmen anbieten, die von diesen aber aus Kostengründen abgelehnt würden.

Und jetzt du!

Wie lassen sich Ransomware-Attacken und ihre negativen Folgen für die Schweiz eindämmen? Tun private Unternehmen und staatliche Institutionen bezüglich IT-Sicherheit genug? Braucht es strengere Vorschriften, härtere Strafen?

Schreib uns via Kommentarfunktion!

Quellen

(dsc/sda)

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