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Happy Birthday, Interwebs 🎂 Vor genau 25 Jahren ging das WWW an den Start

Katzenvideos, Gratis-Pornos und vieles mehr: Was haben wir dem World Wide Web nicht alles zu verdanken. Heute vor einem Vierteljahrhundert wurde es in der Schweiz lanciert. Ein spannend-informativer Rückblick.



In diesem Beitrag erfährst du unter anderem:

Und los geht's!

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Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Internet ein Buch mit sieben Siegeln, genutzt von einer Handvoll Computerfreaks. Zugang hatten nur ein paar Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Wer ein Dokument aus dem Netz holen wollte, musste genau wissen, auf welchem Rechner dieses gespeichert war. Voraussetzung für das Herunterladen von Dokumenten war zudem, dass man über den identischen Computertyp und die gleiche Software verfügte.

Für die breite Masse war dies nicht praktikabel. Anfang der 1990er-Jahre waren weltweit erst rund 200'0000 Computer ans Internet angeschlossen. Heute nutzen es fast 3,5 Milliarden Menschen, knapp die Hälfte der Weltbevölkerung.

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Ohne WWW gäbe es nicht solche 404-Fehlermeldungen.

Geburtsort: Genf

Ein entscheidender Katalysator für diese Erfolgsgeschichte war eine gemeinsame «Sprache», mit der am Internet angeschlossene Rechner kommunizieren und Daten austauschen konnten. Diese Sprache – das Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP – geht auf den britischen Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee zurück.

LONDON, ENGLAND - SEPTEMBER 24:  Sir Tim Berners-Lee  inventor of the World Wide Web arrives at Guildhall to receive an Honorary Freedom of the City of London award on September 24, 2014 in London, England. During the ceremony involving the 125 elected Members of the City of London Corporation, Sir Tim will be invited to join the ranks of leading world figures and statesmen, such as Lord Nelson, Winston Churchill, Florence Nightingale, Princess Diana, Nelson Mandela, and most recently, Archbishop Desmond Tutu.  (Photo by Peter Macdiarmid/Getty Images)

Sir Tim Berners-Lee, bei einer früheren Ehrung in London.
Bild: Getty Images Europe

Ab 1989 tüftelte Berners-Lee am Europäischen Kernforschungsinstitut CERN in Genf an einem weltweiten Informationsmanagement-System, das den Datenaustausch vereinfachen sollte. Unterstützung bekam er von seinem Kollegen Robert Cailliau.

Das in den 1970er Jahren von Militärs entwickelte Internet sollte für einen grösseren Kreis nutzbar gemacht werden. Im Blick hatte Berners-Lee aber noch nicht Privatnutzer, sondern primär die Forschergemeinde.

Fast hätte das WWW den Namen «Mesh» erhalten

Sein Projekt nannte Berners-Lee anfänglich «Mesh» (engl. Geflecht). Der Name wurde aber schnell verworfen, da er zu sehr an «Mess» (engl. Unordnung) erinnerte. Schliesslich legte er sich auf «World Wide Web» fest, obwohl er von Kollegen gewarnt wurde, dass die im Englischen zungenbrecherische Abkürzung WWW den Projekterfolg gefährden würde.

Doch «Web» erschien ihm als Bild besonders passend, da dies in der Mathematik ein Netz von Knoten bezeichnet, von denen jeder mit jedem verbunden sein kann.

Bist du bereit für eine weitere «Perle» aus den Tiefen des Interwebs?

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gif: giphy

Die Geburtsstunde des Surfens

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit war es dann am 6. August 1991 soweit. Tim Berners-Lee veröffentlichte in verschiedenen Newsgruppen im Internet eine Beschreibung seines Projekts «World Wide Web». Der Post erklärte, wie Interessierte den von ihm entwickelten Browser herunterladen konnten und schlug ihnen vor, Berners-Lees erste Website aufzurufen.

Diese war zwar bereits im Jahr zuvor aufgeschaltet worden, wurde aber mit Berners-Lees digitaler Einladung erstmals ausserhalb des CERN zugänglich. Sie erklärte, wie das Hypertext Transfer Protocol funktionierte, wie das Internet nach Informationen abgesucht werden konnte und gab einen Leitfaden für das Programmieren eigener Websites.

Damit kommen wir zu HTML

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Die Seite umfasste auch sogenannte Hypertext-Links, digitale Querverweise auf weitere Dokumente. Die dazu notwendige Seitenbeschreibungssprache HTML war ebenfalls von Berners-Lee entwickelt worden.

Auf diese Weise konnten Nutzer leicht von einem Dokument zu einem anderen weitergeleitet werden. Es genügte, per Mausklick den Link auf der ersten Seite anzuklicken, die der Browser anzeigte. So gelangte man zu einer anderen Seite, die vielleicht noch gar nicht bekannt war: Das «Surfen» war geboren.

Einer der modernen Helden des Interwebs

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Mosaic bringt den Durchbruch

Im April 1993 legte das CERN dann mit einem wichtigen formalen Akt das Fundament für den Erfolg von Burners-Lees Erfindung. Das Institut gab das Web für die Öffentlichkeit frei und verzichtete auf Lizenzzahlungen oder eine Patentierung.

Berners-Lee verzichtete auf viel Geld

Das ganz grosse Geld machte der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, nie. Er verzichtete auf die Patentierung und daraus resultierende Einnahmen, um die Entwicklung des Web nicht durch Copyright-Auseinandersetzungen und konkurrierende Techniken zu behindern.

Immerhin erhielt Berners-Lee für seine Erfindung den mit einer Million Euro dotierten Millennium-Technologiepreis. Für seine Verdienste wurde der Brite von Königin Elisabeth II 2004 zudem in den Ritterstand erhoben und erhielt den Orden «Knight Commander of the Order of the British Empire».

Sir Tim Berners-Lee lebt heute in den USA und lehrt am Massachusetts Institute of Technology. Dort leitet der 61-Jährige auch das World Wide Web Consortium (W3C). In diesem Gremium werden die technischen Entwicklungen des Web standardisiert. Der Einsatz für ein freies Internet und für einen Netzzugang für alle Menschen prägt seine Arbeit bis heute. (sda)

Der Siegeszug des World Wide Web Mitte der 90er-Jahre fand dann vor allem in den USA statt. Zu Popularität weit über den Kreis von Physikern und Informatikern hinaus verhalf dem WWW der Browser «Mosaic», den der damalige Student Marc Andreessen 1993 entwickelte.

Mosaic, ein Vorläufer des Programms «Netscape», war auch für Laien geeignet und konnte zudem erstmals Texte mit Grafiken anzeigen. Schon Ende 1994 surften weltweit zehn Millionen Menschen im Web.

Zeitreise ins Netz der Vergangenheit: 15 Screenshots, mit denen heutige Teenager nichts mehr anfangen können

Für Microsoft-Gründer Bill Gates war das WWW damals noch «nur ein Hype». Doch bald erkannte auch der Softwaregigant das Internet als strategisches Feld – und ab 1995 war der Browser «Internet Explorer» von Microsoft, kurz IE genannt, auf Rechnern mit dessen Software automatisch installiert.

Den folgenden «Browser-Krieg» mit Netscape entschied der Internet Explorer für sich und erreichte eine dominierende Position. Heute sehen die Kräfteverhältnisse nicht zuletzt wegen der Mobilgeräte wieder anders aus: Dort führen Apples Safari und Chrome von Google. Und bei den Desktop-Browsern hat Chrome die Microsoft-Browser (IE und Edge) im Mai dieses Jahres laut Medienberichten an der Spitze abgelöst.

(dsc/sda)

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Zum Schluss ein Quiz:

Quiz
1.In welchem Unternehmen gibt es einen Chief Happiness Officer?
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Bei einem US-Online-Händler.
Gibt es nicht. Ist ein Witz.
Bei Mc Donald's.
2.Was denkst du – wo arbeitet ein Chief Privacy Officer?
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Nirgends. Ist ein erfundener Titel.
Bei Google und Facebook, natürlich.
Bei der CIA.
3.Gibt es irgendwo einen Chief of Open Source Globalization Coordination?
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Ja, den gibt's bei der Uno.
Nein, der ist erfunden.
Facebook hat sicher so einen.
4.Was macht ein Chief Listener?
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Er scannt alle Netzwerke nach Namensnennungen seines Unternehmens.
Gar nichts. Weil es ihn nicht gibt.
Er hört andere Unternehmen ab.
5.Wo arbeitet ein Chief Internet Evangelist?
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Bei Google!
Nur in deinem Kopf!
Bei Apple!
6.Der Principal Digital Imaging Philosopher arbeitet wo?
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Bei Coca-Cola.
Bei Google natürlich! Und bei Apple! Und bei Tesla gibt's auch einen!
Bei keinem Unternehmen.
7.In welchem Unternehmen arbeitet der Chief of Permanent Loo Coordination?
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Bei Buzzfeed.
Bei der Abwasserbehörde von New York City.
Nirgends.
8.Was macht der Head of the Go Fuck Yourself Unit?
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Er baut Menschen im Unternehmen wieder auf, die einen Anschiss bekommen haben.
Es ist eine neue Bezeichnung für den Leiter der Personalabteilung.
Es gibt ihn gar nicht – leider!
9.Der Head of Storytelling: Wo arbeitet er?
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Nirgends.
Bei der NZZ.
Bei der New York Times.
10.Wo gibt es den Chief Digital Officer?
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Bei der City of New York.
Bei Apple! Und bei Google!
Nirgends.

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11
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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Syptom 06.08.2016 11:42
    Highlight Highlight Du hast 2 von 10 Punkten
    Wohoo! Du verstehst was von Titelhuberei! Lass uns raten: Du bist sicher Chief Knowledge Officer.

    Ähm ja, danke. Sarkasmus?
  • JoJodeli 06.08.2016 11:14
    Highlight Highlight Bin seit 20 Jahren online, wie die Zeit vergeht... Ach, und ICQ... Das waren Jugendzeiten 😄
  • da isch mau e waud gstange 06.08.2016 10:52
    Highlight Highlight Ist aufjedenfalls ein sehr wichtiges stück Technologie.
    Jedoch müssen wir Leute aufmerksam damit umgehen.
    Die Freiheit Informationen schnell und einfach austauschen zu können, dürfen wir uns nicht entnehmen lassen.
    Anderseitig müssen wir lernen Informationen richtig enzuschätzen und damit umgehen zu können.
    Anders können wir die Informationsfreiheit sonst längerfristig nicht sicherstellen.
  • SVARTGARD 06.08.2016 10:18
    Highlight Highlight Und was hat's gebracht?
    • da isch mau e waud gstange 06.08.2016 10:37
      Highlight Highlight Du gibst deinen Senf zu einem Artikel auf einer Newsplatform.
    • da isch mau e waud gstange 06.08.2016 10:43
      Highlight Highlight Aber eigentlich must du nur um dich schauen und du siehst sofort was es gebracht hat.
      Aufgrund deines Kommentars gehe ich nähmlich nicht davon aus das du in einem Wald ohne elektronischen geräte noch Netzverbibdung lebst.
    • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 06.08.2016 11:17
      Highlight Highlight Es hat gemacht, dass wir nicht mehr im mittelalter lebeb. Aber wenn du das unbedingt willst kannst du ja auswandern. Nordkorea würde dir wahrscheinlichgefallen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Charlie7 06.08.2016 10:15
    Highlight Highlight Ich nutze Winamp immer noch als Standard-Player für MP3's (siehe Bildstrecke).
    Konnte mich mit anderen Playern noch nicht richtig anfreunden.
  • Phrosch 06.08.2016 08:17
    Highlight Highlight Schade eigentlich, hat sich Mesh nicht durchgesetzt. Gerade die Ähnlichkeit mit Mess scheint äusserst zutreffend.

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