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Die Startseite zum Präventionsprogramm. Die Walliser Gesundheitsförderung hat beschlossen, eine zweite, erweiterte Version für Familien zu entwickeln.
Die Startseite zum Präventionsprogramm. Die Walliser Gesundheitsförderung hat beschlossen, eine zweite, erweiterte Version für Familien zu entwickeln.
screenshot: escape-addict.ch

So sollen Schweizer Jugendliche vor Cybermobbing geschützt werden

Im Wallis sorgt eine neue Präventions-Software für Furore. Diese soll nun Familien in der ganzen Schweiz anregen, über die Gefahren von Social Media und Fake News zu reden.
07.10.2021, 08:2607.10.2021, 08:29

Ein neues Präventionsinstrument gegen Cybermobbing und Fake News soll Jugendliche im Wallis dazu bringen, ihren Umgang mit Social Media innerhalb der Familie zu diskutieren. Das Programm Escape addict 2.0. ist am Mittwoch von der Gesundheitsförderung Wallis vorgestellt worden.

Ein Screenshot reicht aus

Die 14-Jährige Naomi ist von ihrer Schule verschwunden. Um sie zu finden, leitet ein Detektiv, unterstützt von künstlicher Intelligenz, die Ermittlungen. Doch er braucht Hilfe, um Hinweise zu sammeln und zu verstehen, was passiert ist.

Dies ist das fiktive Szenario, mit dem Amélie und ihr Vater Emmanuel am Mittwoch konfrontiert wurden. Sie waren eingeladen worden, das Präventionskit in Anwesenheit der Medien in der Orientierungsschule Saint-Guérin in Sitten zu testen.

«Ich habe alle meine Passwörter geändert. Und ich lösche Nachrichten direkt von Leuten, die ich nicht kenne.»
Amélie

Vater und Tochter stellten fest, dass Naomi die Gefahr des Austauschs von Fotos über soziale Netzwerke unterschätzt hat. «Bei Amélie legen wir grossen Wert auf Vertrauen», erklärt Emmanuel. Aber er sagt ihr regelmässig, dass sie keine Fotos weitergeben soll, die sie nicht an anderer Stelle im Netz veröffentlichen möchte. «Ein einfacher Screenshot reicht aus», sagt er.

Vor allem, weil Amélies Konto bereits dreimal gehackt worden ist. «Ich habe alle meine Passwörter geändert. Und ich lösche Nachrichten direkt von Leuten, die ich nicht kenne», sagt das Mädchen. Die Szenarien im Präventionsspiel findet sie «realistisch». «Es sind Situationen, die »jeden Tag passieren».

Was ist das Ziel?

«Das Ziel des Spiels ist es, die Diskussion in der Familie zu fördern», sagte Catherine Moulin Roh von der Walliser Gesundheitsförderung. «Einerseits geht es darum, den Eltern Schlüssel zur Bewältigung der Bildschirmnutzung in die Hand zu geben und andererseits den Kindern Werkzeuge zu reichen, mit denen sie auf Situationen reagieren können, mit denen sie nicht unbedingt umgehen können.»

Das Programm eröffne den Dialog zwischen den Generationen und helfe den Jugendlichen, ihr kritisches Denken zu entwickeln«, sagte Christian Nanchen vom kantonalen Jugenddienst. »Dies ist ein erster Schritt, der es uns auch ermöglicht, grundsätzliche Fragen wie die Diskriminierung oder ganz allgemein den Einfluss von Akteuren wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft auf das Verhalten anzugehen.

Erfolg bei Jugendlichen

Mit dem Kit Escape addict 2.0 führen die Behörden das Präventionsprogramm fort, das 2018 für die 10. Klasse Harmos (13-14 Jahre) lanciert worden ist, erklärte Projektleiterin Sophie Cottagnoud. Jedes Jahr nehmen im Wallis rund 3000 Schülerinnen und Schüler an zwei 45-minütigen Präventionsveranstaltungen in dieser Form teil.

«In über 25 Jahren Arbeit habe ich noch nie ein Projekt gesehen, das von den Schülern so stark unterstützt wurde», sagt Moulin Roh. Wegen dieses Erfolges und angesichts von Anfragen von Eltern, die sich Sorgen um die sozialen Netzwerke machen, hat die Walliser Gesundheitsförderung beschlossen, eine zweite, erweiterte Version für Familien zu entwickeln.

«‹Escape Addict 2.0› bietet Ihnen dank dem Mix aus Escape Room und Abenteuerspiel eine spannende Mission, die Ihnen direkt nach Hause geliefert wird.»
Werbeversprechen der Entwickler

Interessierte können das Spiel für 25 Franken kaufen. Eine deutschsprachige Version sei in Arbeit. (Nach dem Schulunterricht kann das Spiel kostenlos bestellt werden.)

Quellen

(dsc/sda)

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Dieser Journalist ging durch die Social-Media-Hölle

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