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Whatsapp-Accounts mit dem Namen «Momo» und dem Bild eines verzerrten Frauen-Gesichtes sorgen für Unruhe unter den Nutzern des Messengers. screenshot: watson

Das steckt hinter dem gruseligen WhatsApp-Profil «Momo»

Felix Huesmann / watson.de



Stell dir vor, du hast aus heiterem Himmel einen neuen Whatsapp-Kontakt in deinem Handy – ohne, dass du ihn selbst hinzugefügt hast. Und stell dir vor, dieser Kontakt hat nicht nur ein unfassbar gruseliges Profilbild, sondern schickt dir auch noch kryptische Nachrichten und gruselige Horror-Fotos zu. Angeblich soll genau das seit mehreren Wochen weltweit geschehen.

Whatsapp-Konten mit dem Namen «Momo» und dem Foto eines verzerrten Frauen-Gesichtes sorgen für Aufruhr unter den Usern des Messengers. Aber was steckt dahinter?

Das ist «Momo»:

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bild: knowyourmeme

Sie scheint aus einem Albtraum zu kommen, aber ist sie überhaupt real?

Reddit, YouTube und andere Internetseiten sind voll mit Behauptungen über «Momo».

Diese Behauptungen werden seit Wochen tausendfach im Internet verbreitet. Der Haken: Sie lassen sich nicht belegen. Vor allem, dass «Momo» aus heiterem Himmel in den Kontaktlisten von Menschen auftaucht, erscheint ausgesprochen unrealistisch. Aber von vorn.

Das wissen wir über «Momo»:

Zuerst einmal zum Foto: Weder handelt es sich um einen echten Menschen, noch um eine Fotomontage. Tatsächlich ist «Momos» Profilbild das Foto einer Skulptur, die von der Firma «Link Factory» in Japan hergestellt und 2016 in einer Kunstgalerie in Tokio ausgestellt wurde.

Im Original hat die Statue auch noch Vogel-Füsse ...

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Das «Momo»-Phänomen nahm im Juli 2018 seinen Anfang. Das Bild geisterte durchs Netz, wurde etwa bei Twitter und Reddit gepostet. (Knowyourmeme.com)

Parallel verbreiten sich verschiedene Handynummern in sozialen Netzwerken, darunter vor allem eine japanische Nummer. Wer die Nummer zu seiner WhatsApp-Kontaktliste hinzufügt, gerät an «Momo» – mit dem Gruselbild von oben als Profilfoto. Neben der japanischen Nummer sind unter anderem auch eine mexikanische und eine kolumbianische Handynummer im Umlauf.

Ursprünglich war «Momo» wohl ein spanischsprachiges Phänomen

Spanischsprachige Nutzer verbreiteten in sozialen Netzwerken Screenshots von angeblichen WhatsApp-Konversationen mit «Momo». Berichtet wird von Beleidigungen, Anspielungen, dass «Momo» angeblich persönliche Informationen über die Nutzer besitze und verstörenden Fotos.

Wie viele der Screenshots authentisch sind und was da wirklich der Wahrheit entspricht, lässt sich nur schwer überprüfen.

Seit Mitte Juli häufen sich auch die spanischsprachigen Berichte von Zeitungen, Fernsehsendern und Onlineportalen über das Phänomen «Momo». Im Mittelpunkt steht die Frage: Was hat es mit diesem mysteriösen Ding auf sich? Eine wirklich zufriedenstellende Erklärung scheint es bislang nicht zu geben.

Jetzt taucht «Momo» auch vermehrt bei uns auf

In den vergangenen Tagen taucht Momo zunehmend auch bei englisch- und deutschsprachigen Usern auf. 

Mittlerweile nehmen sich deutsche YouTuber des Themas an und verhelfen «Momo» dadurch zu noch mehr Aufmerksamkeit.

Die Youtuberin Rebekah Wing veröffentlichte am 20. Juli ein Video, in dem sie angeblich mit «Momo» in Kontakt tritt. Mit gruseliger Musik hinterlegt erklärt sie, wie viel Angst sie davor habe.

Schliesslich scheint «Momo» tatsächlich zurückzuschreiben. Auf japanisch: «Ich kann dich finden». Kurz später zeigt die YouTuberin dann, wie «Momo» sie anruft. Im Hintergrund sind knackende Geräusche zu hören.

Vieles spricht für einen Fake

Einen Beweis dafür, dass sie tatsächlich mit «Momo» in Kontakt getreten ist, anstatt etwa mit einem anonymen «Komplizen», liefert Rebekah Wing nicht. Die Handynummer wird nicht angezeigt, zu sehen ist lediglich der eingespeicherte Name des Kontakts – «Momo». Gesehen haben alleine dieses Video mittlerweile über 650'000 Menschen.

Was die Zweifel an der Authentizität nährt: Die «Original-Momo» mit der japanischen Handynummer war laut WhatsApp zum letzten Mal am 11. Juli online. (Wir haben das überprüft.)

Die einzige Information abseits des Fotos ist sehr kryptisch. Als Status steht dort auf Japanisch: «Leute nennen mich L»

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bild: screenshot: watson

Zumindest auf eine Kontaktaufnahme von watson reagierte die Nummer nicht.

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bild: screenshot: watson

Und was steckt nun hinter «Momo»?

Wie bei vielen Internet-Phänomenen lässt sich diese Frage nicht abschliessend beantworten. Klar ist: Irgendjemand hat sich die Identität «Momo» ausgedacht, einen WhatsApp-Account mit dem Namen und dem gruseligen Profilbild angelegt und dann mindestens eine Handynummer im Internet verbreitet. Aufgrund der anfänglichen Verbreitung im spanischsprachigen Raum liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei «Momos» Erfinder (oder Erfindern) um jemanden aus Spanien oder Lateinamerika handelt. 

Ob verschiedene der verbreiteten Handynummern von der selben Person genutzt werden, oder ob es sich um Trittbrettfahrer handelt, ist unklar.

Unklar ist auch, was die Intention hinter der ganzen Sache ist. «Momo» zeigt jedoch sehr eindrücklich, wie schnell heutzutage ein virales Grusel-Mystery-Phänomen im Internet entsteht.

Darum kann das «Momo»-Phänomen gefährlich sein

Hinter «Momo» steckt möglicherweise nur ein harmloser Scherz. Doch selbst wenn das so ist, bringt das Phänomen eine grosse Gefahr mit sich: Kriminelle können sehr einfach auf den Zug aufspringen und das Interesse von Menschen ausnutzen. 

So sind mittlerweile mehrere angebliche Handynummern von «Momo» im Umlauf. Darüber können Betrüger mit ahnungslosen Usern in Kontakt treten, versuchen an private Daten zu gelangen, Werbung machen, oder den Kontakt auf andere Arten und Weisen missbrauchen.

Auch hinter der «Original-Momo» könnten Personen mit so einer unlauteren Motivation stecken. Wer mit den Accounts in Kontakt tritt, gibt zumindest seine Handynummer preis. 

In Spanien warnte deshalb jetzt auch die Polizei davor, mit «Momo» in Kontakt zu treten. Auf Twitter postete die «Guardia Civil» diesen Hinweis und stellte eine wichtige Frage, die sich alle User bei viralen Internet-Phänomenen wie «Momo» stellen sollten:

Ist das ein Scherz oder ein Angriff von Cyberkriminellen?

Apropos WhatsApp-Ärger:

«Sprachnachrichten sind gestohlene Lebenszeit»

abspielen

Video: watson/Marius Notter, Emily Engkent

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dominic Marc Morgenthaler 25.07.2018 11:04
    Highlight Highlight "Leute nennen mich 'L' " - ist ziemlich sicher eine Anspielung auf 'Desu Noto/Deth Note' eine japanische Anime Serie. Dort heist einer der genial/verrückten Ermitler 'L' .
  • Triumvir 25.07.2018 10:56
    Highlight Highlight Wieder einmal ein schönes Beispiel wie viele kranke Menschen es doch auf unserem schönen Planeten gibt. Wer denkt sich so etwas aus...und setzt seine kranke Fantasie dann auch noch zu allem Überfluss in die Realität um!?!
  • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 25.07.2018 09:56
    Highlight Highlight Momo 😍😍😍
  • mrgoku 25.07.2018 08:56
    Highlight Highlight iiiiks... grausiges gesicht
    • AGirlisNoOne 25.07.2018 21:24
      Highlight Highlight find ich auch, hab mich gestern kaum getraut das Licht auszumachen weil ich immer diese Fratze vor dem geistigen Auge hatte.... 😨
  • Ökonometriker 25.07.2018 08:32
    Highlight Highlight Diese Momo sieht aus wie ich am Dienstagmorgen...
  • debi95 25.07.2018 00:38
    Highlight Highlight Der Teil mit "Leute nennen mich L" musste ich direkt an L von Deathnote denken.
    Auch daa Profilbild würde in den Stil des Orginals passen...
    • Okabe Rintarou 25.07.2018 09:36
      Highlight Highlight what is death note without light?


      Really really dark



      das kam flach :)


  • Geophage 24.07.2018 23:02
    Highlight Highlight Sie lächelt doch, keine Ahnung wo das Problem liegt.

    PS:
    https://www.mimikama.at/allgemein/momo-viraler-geist-auf-whatsapp/
  • Pasch 24.07.2018 22:53
    Highlight Highlight Bis zum Ytuber wars noch irgendwie creepy, danach hat wieder die Realität angerufen.
  • Mr. Stärneföifi 24.07.2018 21:47
    Highlight Highlight Danke watson. Ich wollte ja sowieso nicht schlafen 🙃
  • Pana 24.07.2018 20:19
    Highlight Highlight "Vieles spricht für einen Fake"
    Benutzer Bild
  • Marco4400 24.07.2018 20:16
    Highlight Highlight Müsst ihr diese liebliche Fratze sieben Mal in den Artikel quetschen?
  • kerZHakov 24.07.2018 20:05
    Highlight Highlight Ganz klar Özil! 😳
  • Rolf Meyer 24.07.2018 19:37
    Highlight Highlight Ich will Momo auch kennenlernen! Warum wird die Nummer zensiert?
    • Butzdi 24.07.2018 20:29
      Highlight Highlight Ist sie ja gar nicht. Siehe screenshot. Ist aber eine Landlinie in Tokyo (Vorwahl 3) und somit kein Mobiltelefon. Zu 99,999% ein Callbot um Leute zu verarschen und es scheint zu funktionieren
      Benutzer Bild
  • Alnothur 24.07.2018 19:36
    Highlight Highlight Man soll Fremden nicht einfach so trauen? Nein sowas!
  • Burdleferin 24.07.2018 19:24
    Highlight Highlight Das Bild ist horror 😱😱😱
    • Bene86 24.07.2018 20:10
      Highlight Highlight Ja echt, eine richtig unangenehme Erscheinung.
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 24.07.2018 19:19
    Highlight Highlight Schlimm, dieses Body-Shaming gegen Momo.
  • leu84 24.07.2018 19:07
    Highlight Highlight Die Augen sehen aus wie Ramune-Deckel

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