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Managerin Jennifer Bailey ist zuständig für Apples mobilen Bezahldienst. Bild: AP

«Der einzige Weg zum NFC-Chip führt heute über Apple Pay»

Apples mobiler Bezahldienst ist in Deutschland bei Sparkassen und weiteren Banken gestartet. Eine Öffnung der NFC-Schnittstelle für konkurrierende Bezahldienste komme nicht infrage, sagt die zuständige Managerin.



Ein Jahr nach dem Start von Apple Pay in Deutschland können deutlich mehr Konsumenten den Mobil-Bezahldienst des iPhone-Konzerns nutzen als zuvor. Am Dienstag starteten 371 von insgesamt 379 deutschen Sparkassen den Service für ihre rund 50 Millionen Kunden.

Als weitere Kreditinstitute kamen in einem Schwung auch Commerzbank, Norisbank und die LBBW hinzu. Allein die Commerzbank zählt rund elf Millionen Privatkunden.

Zunächst können – wie auch bei anderen deutschen Geldhäusern bisher – nur von den Banken ausgegebene Kreditkarten und Debitkarten eingebunden werden.

Eine Lösung für die in Deutschland sehr viel genutzte Girocard, die viele Konsumenten noch unter dem alten Markennamen EC-Karte kennen, ist noch in Arbeit. Sie soll im kommenden Jahr eingeführt werden, sagt Apple-Pay-Chefin Jennifer Bailey.

Die deutschen Sparkassen hatten vor einem Jahr noch zurückhaltend auf die Lancierung von Apple Pay reagiert. Doch schnell machten Jubel-Meldungen der ersten Apple-Pay-Partner die Runde. Bei der Deutschen Bank konnte man hören, die Erwartungen seien deutlich übertroffen worden. Geldinstitute, die nicht beim Start dabei waren, mussten sich dagegen Beschwerden ihrer Kunden anhören.

Sehr sicher, praktisch keine Betrügereien

Mit Apple Pay können die Kunden mit dem iPhone und der Apple Watch an der Ladenkasse wie mit einer kontaktlosen Karte bezahlen. Ausserdem kann das Bezahlverfahren im Web genutzt werden.

Beim Bezahlvorgang werden die Kreditkarten-Nummern weder auf dem Gerät noch auf den Apple-Servern gespeichert, wie die Kreditkartengesellschaften Mastercard und Visa betonen. «Stattdessen wird eine eindeutige Gerätenummer zugewiesen, verschlüsselt und sicher auf dem verwendeten Gerät gespeichert. Jede Transaktion wird mit einem einmaligen dynamischen Sicherheitscode autorisiert.»

Die Nutzer geben die Transaktionen über die Gesichtserkennung Face ID oder den Fingerabdruck-Scanner (Touch ID) frei. Dadurch liege die Betrugsrate praktisch auf Null, betont die Apple-Managerin Jennifer Bailey.

Beim kontaktlosen Bezahlen an der Kasse kommt der NFC-Chip in den Geräten zum Einsatz. Zugang zu ihm haben die Banken nur über Apple Pay und einen speziellen Hochsicherheits-Chip im Gerät, dem sogenannten Secure Element, in dem Apple unter anderem auch Passwörter verschlüsselt speichert.

Apple will NFC-Schnittstelle nicht freigeben

In Deutschland wurde Ende November ein Gesetz verabschiedet, das Plattform-Betreibern vorschreibt, Finanzdiensten Zugang zu Infrastruktur wie NFC zu gewähren. Dabei sollen die Banken, die laut Berichten massiv Lobbyarbeit betreiben liessen, vor allem Apple im Visier gehabt haben. Das Gesetz wird darum auch als «Lex Apple Pay» bezeichnet.

Apple kritisiert das deutsche Gesetz, sieht für sich selbst aber keinen Handlungsbedarf. Nach Auslegung des Konzerns stellt Apple Pay als technische Methode den Zugang zum NFC-Chip bereit – und erfüllt damit angeblich die Vorschrift.

Jennifer Bailey:

«Wenn eine Karte der Apple Wallet hinzugefügt wird, können die Banken entscheiden, ob man damit auch sichere Bezahlvorgänge aus ihren eigenen Apps via NFC auslösen kann. Dafür war kein neues Gesetz notwendig.»

«Die Banken stimmen mit ihrem Handeln ab, indem sie mit uns bei Apple Pay zusammenarbeiten», sagt Bailey zu dem Gesetz mit Blick auf die aktuellen Neuzugänge und die Entwicklung einer Lösung für die Girocard.

Apples System biete den sichersten Weg, mit dem iPhone zu bezahlen. «Der einzige Weg zum NFC-Chip führt heute über Apple Pay» – und der Konzern sei besorgt, dass es Sicherheit und Daten (der User) gefährden würde, wenn es anders liefe.

Apple weigert sich seit der Lancierung seines Bezahldienstes 2014 standhaft, die NFC-Schnittstelle bei iPhone und Co. für konkurrierende Bezahldienste freizugeben.

Zuletzt hatte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager von «zahlreichen Beschwerden» zu Apple Pay gesprochen, allerdings ohne nähere Details zu nennen. Apple werde weiter mit der Kommission arbeiten, um die Funktionsweise des Systems zu erläutern, sagte Bailey.

(dsc/sda/awp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • DerRabe 10.12.2019 23:34
    Highlight Highlight Weiss jemand, ob und wie viel Apple an jeder Transaktion mitverdient und/oder ob Banken für das „Privileg“ mit Apple zusammen zu arbeiten etwas zahlen müssen?
    • Seuli 11.12.2019 14:23
      Highlight Highlight Apple weiss es und jede Bank, die mitmacht, ansonsten gibt es meines Wissens keine offiziellen Zahlen. Es geisterten mal Prozentsaetze von 0.1 und 0.15 des Transaktionsbetrages durch die Internetze..

  • fisk 10.12.2019 22:29
    Highlight Highlight "..und der Konzern sei besorgt, dass es Sicherheit und Daten (der User) gefährden würde, wenn es anders liefe."

    geeenau
  • Rethinking 10.12.2019 22:24
    Highlight Highlight «Der einzige Weg zum NFC-Chip führt heute über Apple Pay»...

    Sehr egoistisch und kurzsichtig. NFC könnte auch für anderes genutzt werden. Nicht nur um zu zahlen...
    • The_Doctor 11.12.2019 12:45
      Highlight Highlight Für andere Anwendungen als Payment ist NFC bereits geöffnet. Da das deutsche Gesetz vorschreibt, dass Apple gegen Entgelt (!) Zugriff gewähren muss, wird’s zum Papiertiger. Das ist längst erfüllt. Es gibt zahlreiche Beispiele von Nicht-Kreditkarten im Wallet (z.B. nationales Debit-System in Kanada, Suica eMoney in Japan). Es wäre z.B. kein Problem für Twint über Wallet die NFC-Schnittstelle zu nutzen.
      Und sind wir ehrlich. Wer hat im Real Life pro Bank ein eigenes Portemonnaie? Weshalb sollte das bei einem Smartphone anders sein? Ein Wallet mit allen Anbietern ist die einzige sinnvolle Losung.
    • Rethinking 11.12.2019 19:32
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