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Der Microsoft-Gründer: Würde er Donald Trump wählen?
Der Microsoft-Gründer: Würde er Donald Trump wählen?Bild: AP

Bill Gates hat Angst um seine Milliarden – und zeigt sein wahres Gesicht

Der Multimilliardär ist gegen eine stärkere Besteuerung der Superreichen, selbst wenn dies Donald Trump zur Wiederwahl verhülfe?
08.11.2019, 09:4412.11.2019, 06:11

Das Internet mag ihn mal geliebt haben, den kauzigen Multimilliardär und Microsoft-Gründer Bill Gates. Doch nun schlägt dem zweitreichsten Mann der Welt Spott und Hohn entgegen. Grund: Gates hat Angst zu verarmen. Gar so viel Angst, dass er Donald Trump wählen würde?

Es geht um Äusserungen, die Gates am Mittwoch dieser Woche während eines Interviews machte. Da wurde er gefragt, ob er bei den US-Präsidentschafts-Wahlen 2020 für die Senatorin Elizabeth Warren sei, angesichts ihres Plans, Milliardäre mittels «Wealth Tax» stärker zu besteuern.

Gates drückte sich um eine klare Antwort, wem er seine Stimme geben würde, wenn er die Wahl zwischen Trump und der demokratischen Herausforderin hätte. Dann sagte der Multimilliardär, er habe mehr als jeder andere an Steuern bezahlt. Über 10 Milliarden.

«Wenn ich 20 Milliarden Dollar zahlen müsste, ist das in Ordnung. Aber wenn Sie sagen, dass ich 100 Milliarden Dollar zahlen soll, dann fange ich an, ein wenig zu rechnen über das, was mir übrig bleibt.»

Damit verbreitete Gates falsche Informationen.

Richtig ist laut «Vice»: Sollte Elizabeth Warrens «Wealth Tax» umgesetzt werden, würde damit der Reichtum von Gates nicht mit einer Rate von über 90 Prozent besteuert, wie er andeutete; es wären sechs Prozent für Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar.

Im Internet übernahmen denn auch konsequenterweise andere das Rechnen für den Microsoft-Gründer.

«Ich bin nicht Bill Gates, also ist seine Mathematik wahrscheinlich besser als meine, aber er ist 106 Milliarden Dollar schwer, also, wenn man 100 Milliarden wegnimmt, scheint es, als würden ihm SECHS VERFICKTE MILLIARDEN DOLLAR verbleiben.»

Andere Twitter-User begannen Tik-Tok-Videos von jungen Leuten zu verbreiten, die versuchten, Gates' Vermögen für ihn auszugeben. Spoiler: Er könnte jedes NFL-Team kaufen und trotzdem Multimilliardär bleiben.

Am Donnerstag meldete sich Elizabeth Warren via Twitter zu Wort. Sie würde Gates gern erklären, wie viel Steuern er gemäss ihrem Vorschlag zu bezahlen hätte. Und: Sie verspreche, dass es keine 100 Milliarden Dollar seien.

Wohlgemerkt, das Geld der Milliardäre würde allen Amerikanerinnen und Amerikanern zugute kommen, über ein verbessertes staatliches Gesundheitssystem, Massnahmen gegen den Klimawandel und die Bekämpfung von Armut.

Darauf wiederum reagierte Gates mit einem Gesprächsangebot.

Das Volk diskutierte derweil ebenfalls weiter bei Twitter. Ein User mit der Profilbezeichnung «Every Billionaire Is A Policy Failure» schrieb:

«Die häufigste Antwort auf meine Anti-Milliardäre-Tweets ist: ‹Was ist mit den Guten, wie Bill Gates?› Leute, es gibt keine guten. Keine anständige Person würde jemals so viel Geld anhäufen. Dieser Mann wird für Trump stimmen, um seine Steuerpflicht zu reduzieren.»
quelle: twitter

Zu Wort meldete sich auch Michael Hobbes, ein Reporter, der gemäss «Vice» ausführlich darüber geschrieben hat, wie sich die philanthropischen Bemühungen der Gates Foundation negativ auf staatliche Bildungsprogramme auswirken:

«Herzlichen Glückwunsch an alle Journalisten, die Bill Gates jahrelang unterstützt haben, ohne kritische Fragen zu stellen zu seinen persönlichen Überzeugungen oder seiner Wohltätigkeit.»
quelle: vice.com

Bill Gates sei bei Weitem nicht der einzige Milliardär, der sich wegen Warrens Steuerplänen Sorgen mache, hält «Vice» fest.

Die Milliardärsklasse fürchte sich und sollte sich auch fürchten, twitterte der parteilose Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders, der sich als sozialdemokratisch eingestellter Politiker für eine gerechtere Vermögensverteilung einsetzt.

Zufall oder nicht: Mit dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat diese Woche ein weiterer Milliardär angekündigt, sich ins Rennen ums US-Präsidentenamt einzumischen. Der 77-Jährige wolle noch diese Woche in mindestens einem US-Bundesstaat die Unterlagen für seine Kandidatur einreichen, hiess es am Donnerstag.

Auf dieser Webseite kannst du Gates' Geld ausgeben:

screenshot: neal.fun/spend
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257 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bowell
08.11.2019 09:55registriert Mai 2014
Ein Grossteil seines Vermögens geht nach seinem Tod an die Bill and Melinda Gates Stiftung. Es ist mir lieber, dass die Milliarden dort ausgegeben werden, anstatt durch die US-Regierung.
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Philipp L
08.11.2019 09:55registriert Juli 2018
Wer ernsthaft glaub Bill Gates ist kein Guter hat einfach keinen Bezug zur Realität. Braucht er 100 Miliarden? nein. Hat er sie durch Microsoft ehrlich verdient? Ja.
Spendet er sehr grosszügig und macht damit mehr als alle die über ihn motzen? Eindeutig ja.
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TauRam
08.11.2019 09:55registriert Juli 2018
Gates hat über 40 milliarden von seinem eigenen vermögen für wohltätige Zwecke eingesetzt. Seinen Kindern wird er von seinem Vermögen "nur jeweils 8 Millionen vererben, der Rest wird gespendet! Ich finde diese Feindseligkeit übertrieben. Ausserdem denke ich dass er eher damit rechnet dass die Steuern nach der Wahl steigen werden. Dass er nicht rechnen kann bezweifle ich stark bei so einem Vermögen...
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