Wirtschaft
Digital

Das iSteuerschlupfloch: Darum macht Apple neue Milliardenschulden

Apple Store im chinesischen Shenzhen: Der US-Konzern hat im Ausland über 200 Milliarden Dollar «parkiert».
Apple Store im chinesischen Shenzhen: Der US-Konzern hat im Ausland über 200 Milliarden Dollar «parkiert».
Bild: BOBBY YIP/REUTERS

Das iSteuerschlupfloch: Darum macht Apple neue Milliardenschulden

17.02.2016, 08:3217.02.2016, 09:50

Um Steuern zu sparen, nimmt Apple trotz riesiger Geldreserven frische Mittel bei Investoren auf. Der iPhone-Hersteller versteigerte am Dienstag eine Anleiheserie mit sieben Laufzeiten von 2018 bis 2046, wie aus dem vorläufigen Entwurf des bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Wertpapierprospekts hervorgeht.

Das Unternehmen sitzt auf einem Geldberg von 216 Milliarden Dollar. 

Die Auktion habe zwölf Milliarden Dollar in die Kasse gespült, berichtete die «Financial Times» unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Angesichts der hohen Nachfrage – die Gebote hätten über 28 Milliarden Dollar erreicht – habe Apple zwischenzeitlich eine Erhöhung auf 15 Milliarden Dollar diskutiert.

Eigene Aktien zurückkaufen

Apple besorgt sich seit Jahren immer wieder hohe Summen bei Anlegern, obwohl es zuletzt einen Geldberg von 216 Milliarden Dollar hortete. Hintergrund ist steuerrechtliches Kalkül – da sich die Barreserven grösstenteils ausserhalb der USA befinden, würde bei Verwendung in der Heimat der Fiskus zuschlagen.

Zwei Investoren stossen kräftig Apple-Aktien ab
Carl Icahn und David Einhorn haben ihre Beteiligung am US-Technologieriesen Apple deutlich heruntergefahren. Die beiden unbequemen US-Investoren haben das Unternehmen in den vergangenen Jahren wiederholt heftig kritisiert.
Carl Icahn reduzierte seine Beteiligung um 13 Prozent und besass Ende Dezember noch 45,76 Millionen Apple-Aktien. Der Investmentfonds Greenlight Capital von Einhorn hielt Ende Dezember mit 6,28 Millionen Aktien 44 Prozent weniger als noch drei Monate zuvor, wie am Dienstag aus Unterlagen für die US-Börsenaufsicht hervorging. (sda)

Apple dürfte das Geld aus den Anleiheauktionen vor allem für milliardenschwere Aktienrückkäufe nutzen. Finanzchef Luca Maestri hatte nach Vorlage der Quartalszahlen Ende Januar bereits angekündigt, dass Apple 2016 sehr aktiv am Anleihemarkt sein werde.

Der Konzern versteigerte am Dienstag sowohl Papiere mit variabler als auch mit fester Verzinsung. Die zehnjährigen Schuldverschreibungen beispielsweise habe Apple zu einer Rendite von etwa 3.3 Prozent angeboten, berichtete das «Wall Street Journal». Damit würden sie rund 1.5 Prozentpunkte mehr abwerfen als US-Staatsanleihen.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Kanton Wallis verweigert Freigabe von Crans-Montana-Akten – die Sonntagsnews
Die Auslieferung eines mutmasslichen Menschenhändlers in dessen Freiheit und die Zurückhaltung von Akten zu Crans-Montana aus Angst vor Druck auf die Staatsanwaltschaft: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Das umstrittene Cardioband ist nach Angaben der «NZZ am Sonntag» nicht nur in der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich (USZ) eingesetzt worden. Am Inselspital Bern wurde es insgesamt 36 Mal implantiert, wie die Zeitung schrieb. Das Inselspital habe interne Abklärungen eingeleitet. Auffällige Todesfälle habe man nicht festgestellt. Zu möglichen Komplikationen äusserte sich das Spital nach Angaben der Zeitung nicht. In Luzern sei das Band zweimal verwendet worden, als längst kritische Berichte dazu erschienen waren. Komplikationen seien keine bekannt, teilte das Spital der Zeitung mit. Am Tessiner Herzzentrum werde das Cardioband weiterhin als Behandlungsmethode aufgeführt. Das Herzzentrum sowie das Spital in Mailand, wo der ehemalige Herzchirurg des USZ, Francesco Maisano, arbeite, antworteten laut der Zeitung nicht auf eine Anfrage.
Zur Story