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YouTube will Kreative mit Geld von TikTok weglocken

So will YouTube Kreative mit Geld von TikTok weglocken

21.09.2022, 12:1721.09.2022, 15:23
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Die populäre Kurzvideo-Plattform TikTok erscheint den grossen Internet-Konzernen in den USA als Schreckgespenst. Um dem Erfolg der Chinesen mehr entgegensetzen zu können, sollen YouTuber künftig besser am finanziellen Erfolg von Kurzvideos beteiligt werden.

Was ändert sich?

YouTube will künftig auch die Ersteller von Kurzvideos («Shorts») an den Werbeeinnahmen beteiligen. Das sehen Änderungen an dem YouTube-Partnerprogramm vor, die am Dienstag (Ortszeit) in Los Angeles präsentiert wurden. Bislang profitierten die «Creators» nur auf der YouTube-Hauptplattform finanziell von den Werbeeinnahmen, die die Google-Videoplattform erzielt.

Kurzvideos auf «Shorts», mit dem YouTube seit 2020 gegen den chinesischen Konkurrenten TikTok antritt, konnten dagegen bislang nicht monetarisiert werden. Sie dienten oft nur als Mittel, um Anwenderinnen und Anwender auf einen YouTube-Kanal mit längeren Videos zu locken.

Ab Anfang 2023 werden YouTube-Partner sowohl auf der YouTube-Hauptplattform als auch auf «Shorts» an den Einnahmen beteiligt. «Shorts-fokussierte» Creators können sich für das Programm bewerben, wenn sie mindestens 1000 Abonnenten und 10 Millionen Shorts-Aufrufe innerhalb von 90 Tagen haben.

Wie läuft es für YouTube?

Über das YouTube-Partnerprogramm, das 2007 ins Leben gerufen wurde, hat die Google-Tochter nach Angaben von YouTube-Chefin Susan Wojcicki in den vergangenen drei Jahren über 50 Milliarden Dollar an Urheber, Künstler und Medienunternehmen ausgeschüttet. Die Videos, die auf «Shorts» gepostet wurden, waren allerdings nicht dabei.

epa09971863 Susan Wojcicki, Chief Executive Officer of YouTube USA, attends a panel conversation at the 51st annual meeting of the World Economic Forum (WEF) in Davos, Switzerland, 24 May 2022. The fo ...
YouTube-Chefin Susan Wojcicki.archivBild: keystone

Der Kurzvideodienst verzeichnet nach Angaben von YouTube mittlerweile 30 Milliarden Aufrufe täglich und mehr als 1,5 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer, die sich mindestens einmal im Monat dort einloggen.

Was hat es mit «Creator Music» auf sich?

Das Unternehmen wird ausserdem «Creator Music» einführen, einen Online-Katalog, der es YouTube-Kreativen ermöglicht, urheberrechtlich geschützte Musik für die Verwendung in langen Videos zu lizenzieren. YouTuber, die nicht für Lizenzen zahlen wollen, können alternativ die Werbeeinnahmen mit den Urheberrechtsinhabern teilen.

Bislang haben viele YouTuber lizenzfreie Musik verwendet oder riskiert, dass ihre Videos wegen Urheberrechtsverletzungen aus dem Netz genommen werden.

Quellen

(dsc)

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