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«Downtown Divas»

Wenn vier drogenabhängige Russinnen über ihr Leben, ihre Träume und ihre Lieben reden, dann sollten Sie zuhören

21.10.2014, 20:35
Lüthi Susanne
Lüthi Susanne
Redaktorin
Lüthi Susanne
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Wie die vier Frauen heissen, die sich in Designer-Kleidern vor der Kamera öffnen, wissen wir leider nicht. Und auch über die Macher des Video-Projektes «Downtown Divas» ist nicht viel bekannt. Es zeigt uns, dass die Heroinabhängigen Menschen mit einer Vergangenheit sind, die sie prägte. Und einer Zukunft, für die sie trotz ihrer Sucht, von der sie sehr gezeichnet sind, noch Hoffnungen und Träume haben.

Was die vier Russinnen erzählen, können Sie unter dem jeweiligen Screenshot nachlesen.

video: vimeo
«Als Kind wollte ich Gerichtsmedizinerin werden, also eigentlich will ich es noch immer.»

Wenn es nach mir ginge, würde ich ganz sicher in Australien leben. Warum? Wegen der Art, wie dort das Meer und das Land ineinander übergehen. Wie man das in Filmen sieht. Und weil ich glaube, dass die Leute sich dort mit weniger Bullshit rumschlagen müssen. Wie Hypotheken und so. Als Kind wollte ich Gerichtsmedizinerin werden, also eigentlich will ich es noch immer. Meine Familie hat mich beim Wunsch, Ärztin zu werden, immer unterstützt. 

Ich hatte mal einen Freund. Es war unglaublich toll. Wir gingen aus, tranken, machten Party. Es war das erste Mal, dass ich mich als freier Mensch gefühlt habe. Alles war möglich, solange ich mit den richtigen Leuten zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

Mein Traummann ist Vyacheslav Butusow, der Sänger von Nautilious Pompilus. Ich liebe seine Stimme. Meiner Meinung nach sollten alle Frauen der Welt total ausflippen wegen ihm.

«Krilja» («Flügel») von Nautilus Pompilius:

Ich erinnere mich nicht an meine Träume. Nur an den einen, darin hatte ich ein oranges Tank-Top an. Das ist der Kindheitstraum, an den ich mich erinnere.

«Wenn ich ausgehe, ziehe ich mich elegant an.»

Ich würde gerne nach Deutschland ziehen. Alle meine Verwandten leben dort. An Wochenenden gehe ich gerne tanzen, in Discos. Dann ziehe ich mich elegant an.

Normalerweise träume ich von Farben. Weiss, blau, pink.

«Er wollte, dass ich nach Amerika nachkomme. Doch das war die Zeit, in der ich angefangen hatte, Drogen zu nehmen.»

Früher ging ich aus, tanzen. HipHop, Disco, Madonna. Ich habe ein gutes Gedächtnis. Ich war ein sehr verwöhntes Mädchen, keine Brüder, keine Schwestern. Ich erinnere mich nur an Schönes. Ich gehe gern ins Kino oder Schwimmen. Ich trinke nicht so viel. Aber manchmal schon. Es kommt drauf an, wenn ich beispielsweise an eine Hochzeit oder in einen Club gehe.

Ich hatte mehrere Jahre lang einen Freund. Aber wir haben nicht geheiratet. Er ging nach Amerika. Er wollte, dass ich nachkomme. Doch das war die Zeit, in der ich angefangen hatte, Drogen zu nehmen. Ich machte einen Fehler, dass ich nicht gegangen bin, sondern hier blieb.

Ich erinnere mich nicht, dass ich von Farben träumte. Aber meine Lieblingsfarbe ist Blau.

Ich erinnere mich an einen Traum, den ich fast jede Nacht hatte. Darin ging ich auf den Friedhof, wo mein Vater liegt. Aber ich konnte sein Grab nicht finden. Diesen Traum hatte ich sicher zwei Wochen lang. Dann, eines Tages, fragte ich einen religiösen Mann, was ich machen soll. Er sagte, ich solle Kerzen anzünden.

«Meistens träume ich von Regenbögen.»

Ich hatte genug irre Tage. An einem davon wusste ich beim besten Willen nicht mehr, wie ich überhaupt nach Hause gekommen war. Fast nackt. Obwohl ich es eigentlich eh mag, fast nichts anzuhaben.

Meistens träume ich von Regenbögen.

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