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Ein Helfer in Freetown instruiert Anwohner über den Umgang mit der Seuche. 
Ein Helfer in Freetown instruiert Anwohner über den Umgang mit der Seuche. Bild: Michael Duff/AP/KEYSTONE
Epidemie in Sierra Leone

Helfer finden 70 Leichen von Ebola-Opfern

21.09.2014, 17:1521.09.2014, 17:23

Während der dreitägigen Ausgangssperre in Sierra Leone haben Helfer in und um die Hauptstadt Freetown bis zu 70 Leichen entdeckt. Die 60 bis 70 Toten seien von den Freiwilligenteams beerdigt worden, sagte die stellvertretende Leiterin der Gesundheitsdienste, Sarian Kamara, am Sonntag. Bis zum Sonntagmorgen seien zudem 22 neue Fälle von Ebola-Erkrankten gemeldet worden. Die 72-stündige Ausgangssperre sollte am Sonntag enden. 

Experten und Nichtregierungsorganisationen bezweifelten, dass es den insgesamt 30'000 Helfern gelungen sei, in nur drei Tagen alle 1,5 Millionen Haushalte zu erreichen. Die Helfer sollten den Menschen Seife und Informationen zur Vermeidung einer Ansteckung bringen. Kamara sagte, die Ausgangssperre sei «auf dem Weg», ihr Ziel zu erreichen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete die vielfach kritisierte Massnahme der Regierung dagegen als «PR-Aktion». 

Mehr Behandlungsplätze in Liberia

Von den insgesamt mehr als 2600 Ebola-Toten in Westafrika stammt mehr als die Hälfte aus Sierra Leones Nachbarland Liberia. Dort kündigte die Regierung an, die Behandlungskapazitäten in der Hauptstadt Monrovia deutlich zu erhöhen. «Menschen werden abgewiesen, weil es keinen Platz gibt», sagte Informationsminister Lewis Brown am Sonntag. Deshalb werde die Anzahl der Betten bis Ende Oktober von 250 auf 1000 erhöht. 

Mehr zum Thema

Der aktuelle Erreger des hämorrhagischen Fiebers führt in etwa jedem zweiten Fall zum Tod. Der Gesundheitschef des liberianischen Bezirks Bomi nordwestlich von Monrovia machte auch das Festhalten an Traditionen für die anhaltende Ausbreitung der Seuche verantwortlich. 

«Die Religion schreibt vor, die Körper zu baden, bevor sie die Gesundheitsteams holen», sagte Gabriel Gorbee Logan. Bis die Gesundheitsteams ein Dorf erreichen würden, hätten sich oft schon die nächsten Bewohner infiziert. Die Behörden versuchen deshalb nun Stammesführer und religiöse Autoritäten in ihre Aufklärungskampagnen einzubinden. (sda/afp)

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