Europa
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CATANIA, ITALY - APRIL 20:  (L) Tunisian skipper Mohammed Ali Malek stands on the deck of the Italian Coast Guard ship Gregretti which is carrying 27 survivors of the migrant shipwreck in the mediterranean, at Catania port on April 20, 2015 in Catania, Italy. The weekend saw the worst disaster of its kind as hundreds of migrants are believed to have perished as they attempted to cross the mediterranean from Libya to Italy in order to seek refuge. Tunisian skipper Mohammed Ali Malek, was arrested and charged with reckless multiple homicide, Syrian crew member Mahmud Bikhit was also arrested and charged with people trafficking as they stepped onto Sicilian soil last night.
(Photo by Tullio M. Puglia/Getty Images)

Nach dem Unglück werden in Catania erste Verantwortliche festgenommen.  Bild: Getty Images Europe

Bekifft und betrunken: War der Unglückscaptain zu high, um die Katastrophe zu verhindern?



Der tunesische Kapitän des am Sonntag in libyschen Gewässern gekenterten Flüchtlingsboots soll betrunken gewesen sein und seit dem Ablegen in Libyen Haschisch geraucht haben. Dies berichteten Überlebende des bisher tödlichsten Flüchtlingsunglücks im Mittelmeer mit rund 850 Opfern.

Wegen des Zustands des Kapitäns sei es zu einem falschen Manöver und zur Kollision des Flüchtlingsbootes mit einem portugiesischen Handelsschiff gekommen, das dem Notruf der Flüchtlinge gefolgt war. 

An Bord des Bootes sei Panik ausgebrochen, das hoffnungslos überlastete Boot kippte um, berichteten die Zeugen. Der 27-jährige Kapitän und ein syrisches Besatzungsmitglied wurden in der Nacht auf Dienstag festgenommen, als die Gruppe von 27 Überlebenden der Tragödie in Catania auf Sizilien an Land gehen konnte.

Dem tunesischen Kapitän des Flüchtlingsbootes wird vielfacher Totschlag, Verursachen eines Schiffsuntergangs und Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen. Gegen den 25-jährigen Syrer wird wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt. 

Mohammed Ali Malek (C, in white), one of two survivors of Saturday's migrant boat disaster, later arrested on suspicion of people trafficking, is seen watching bodies of dead migrants being disembarked from the Italian coastguard ship Bruno Gregoretti in Senglea in Valletta's Grand Harbour April 20, 2015. Italian authorities arrested two survivors of Sunday's migrant boat disaster on suspicion of people trafficking, Infrastructure Minister Graziano Delrio said on Tuesday after the men arrived in the Sicilian port of Catania. Picture taken April 20, 2015. 
REUTERS/Darrin Zammit Lupi MALTA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN MALTA

Mohammed Ali Malek (in weiss) steht unter Verdacht, einer der Schlepper zu sein.  Bild: DARRIN ZAMMIT LUPI/REUTERS

Erste Anhörung am Freitag

Die beiden Männer müssen am Freitag zu einer ersten Anhörung vor Gericht erscheinen. Dem Kapitän des portugiesischen Flüchtlingsschiffes sei dagegen nichts vorzuwerfen, berichteten die sizilianischen Ermittler.

Laut Überlebenden wollten Schlepperbanden 1200 Menschen an Bord des Flüchtlingsbootes unterbringen. «Sie schlugen uns, um so viele Menschen wie möglich ins Boot zu bringen. Am Schluss waren wir 800 an Bord. Die meisten waren unter Deck eingeschlossen.»

«Nach der Kollision bin ich ins Wasser gefallen, wo ich eine halbe Stunde lang warten musste, bis man mir ein Seil zugeworfen hat», berichtete der 16-jährige Somalier Said, der sich mit weiteren drei Minderjährigen retten konnte.

CATANIA, ITALY - APRIL 20:  Migrants stand on the deck of the Italian Coast Guard ship Gregretti which is believed to be carrying 27 survivors of the migrant shipwreck in the mediterranean, at Catania port on April 20, 2015 in Catania, Italy. The weekend saw the worst disaster of its kind as hundreds of migrants are believed to have perished as they attempted to cross the mediterranean from Libya to Italy in order to seek refuge.  (Photo by Tullio M. Puglia/Getty Images)

Die Überlebenden des Boot-Unglücks erheben schwere Vorwürfe gegenüber den Schleppern.  Bild: Getty Images Europe

Misshandlungen vor Abfahrt

Die Überlebenden erzählen, dass das Flüchtlingsboot am Samstag von einem Hafen nahe Tripolis abgefahren war. Die Migranten wurden einen Monat lang in einem Bauernhof gefangen gehalten, bevor sie abfahren durften. 

Bis zu 1500 Dollar pro Person mussten sie für die Reise nach Italien zahlen. «Wir wurden geschlagen und bekamen kaum zu Essen. Wer erkrankte, wurde sich selbst überlassen. Ich habe viele Personen sterben sehen», berichtete der junge Somalier, der neun Monate lang in Tripolis ausharren musste, bevor er die Reise nach Italien unternehmen konnte. Sein Ziel sei es jetzt, nach Norwegen weiterzureisen.

Die Geretteten seien «tief traumatisiert», sagte UNHCR-Sprecherin Carlotta Sami. Auf dem Boot befanden sich nach ihren Angaben vor allem junge Männer, aber auch mehrere Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren. (sda/apa/cma)

Flüchtlingsdrama vor Rhodos

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