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Nicht nur Freudentränen: Franzoni siegt in Kitzbühel für toten Freund

Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel
1. Giovanni Franzoni ITA
2. Marco Odermatt SUI +0,07
3. Maxence Muzaton FRA +0,39

Die weiteren Schweizer:
6. Niels Hintermann +0,71
16. Franjo von Allmen +1,56
26. Alessio Miggiano +1,73
Italy's Giovanni Franzoni speeds down the course during a men's alpine ski World Cup downhill, in Kitzbuehel, Austria, Saturday, Jan. 24, 2026. (AP Photo/Gabriele Facciotti)
Austria World Cu ...
Bestzeiten in den Trainings, Bestzeit im Rennen: Kitzbühel-Dominator Giovanni Franzoni.Bild: keystone

Nicht nur Freudentränen: Franzoni siegt in Kitzbühel für seinen toten Freund

Wieder klappt es nicht mit dem Sieg in der Kitzbühel-Abfahrt: Marco Odermatt zeigt auf der Streif eine starke Leistung, wird jedoch vom entfesselten Giovanni Franzoni überflügelt.
24.01.2026, 13:4724.01.2026, 15:21

In seiner erst zweiten Abfahrt in Kitzbühel gelang Giovanni Franzoni mit Startnummer 2 eine nahezu perfekte Fahrt. Marco Odermatt wusste daher am Tag nach seinem Super-G-Sieg, dass er alles aus sich herausholen musste, um den 24-jährigen Italiener noch abzufangen. Und das tat der vier Jahre ältere Nidwaldner, dennoch reichte es hauchdünn nicht: Sieben Hundertstel entschieden zugunsten Franzonis, der eine Woche nach seinem Super-G-Erfolg in Wengen auch seinen ersten Abfahrtssieg im Weltcup feierte.

Odermatt muss sich damit zum dritten Mal mit Rang 2 in der Abfahrt auf der legendären Streif begnügen. 2022 klassierte er sich hinter Beat Feuz, 2024 hinter Cyprien Sarrazin. So knapp wie in diesem Jahr war der Rückstand allerdings noch nie.

Entsprechend enttäuscht zeigte sich Odermatt im Interview mit SRF. «Ich habe alles gegeben und hatte heute nur ein Ziel. Und wenn es dann so knapp ist, tut das schon weh.» Gerade weil ihm die «wohl beste Fahrt auf der Streif» gelang, trauerte er den Hundertsteln nach. Ein kleiner Trost bleibt: Mit seinem 100. Podestplatz im Weltcup durchbricht Odermatt eine weitere Schallmauer.

Emotionaler Franzoni

Dass erneut mit Franzoni zu rechnen sein würde, hatte sich nach dessen starken Trainingsleistungen bereits abgezeichnet. Während er bei der Lauberhornabfahrt noch das Nachsehen hatte, blieb er nun vor Odermatt und beendete damit die Schweizer Siegesserie in dieser Disziplin. In den vier Abfahrten zuvor hatten dreimal Odermatt und einmal Franjo von Allmen gewonnen.

Der Sieger Giovanni Franzoni (ITA) wischt sich die Freudentränen aus den Augen. xettx, Oesterreich, Kitzbühel, 24.01.2026, Ski Alpin, Hahnenkamm Rennen, 2025 2026, 5th Men Abfahrt, Streif *** The winn ...
Nasenpflastermann Franzoni wischt sich in der Leaderbox Tränen aus den Augen.Bild: imago-images.de

«Nach Wengen spürte ich schon einen gewissen Druck, aber heute Morgen fühlte ich mich super und freute mich auf das Rennen», sagte Franzoni, der wie schon in Wengen an seinen im Sommer verstorbenen Teamkollegen Matteo Franzoso erinnerte. «Im letzten Jahr, bei meinem ersten Rennen hier, waren wir gemeinsam im Zimmer. Deshalb war dieser Tag für mich sehr emotional.»

Sensationsmann Muzaton

Von den Gefühlen übermannt war auch Maxence Muzaton, der beinahe für die ganz grosse Sensation sorgte. Der mit Startnummer 29 gestartete Franzose lag lange vor dem Duo Franzoni/Odermatt, verlor jedoch auf dem letzten Streckenabschnitt noch entscheidend an Zeit. Mit 39 Hundertstel Rückstand fuhr er auf Rang 3. Für den 35-Jährigen ist es nach Platz 2 in der Kombination von Wengen 2017 erst das zweite Weltcup-Podest.

Neben Muzaton und Franzoni, der in der Leaderbox bald mit den Tränen kämpfte, schrieb auch Niels Hintermann eine schöne Geschichte. Der Zürcher, der in dieser Saison nach überstandener Krebserkrankung sein Comeback gefeiert hat, belegte Rang 6 und sammelt damit wertvolle Argumente für eine Olympia-Selektion.

Franjo von Allmen hielt ebenfalls lange mit den Zeiten von Franzoni und Odermatt mit, ehe ihm vor dem Schlussabschnitt ein grober Fehler unterlief. Dieser warf den Weltmeister im Klassement zurück: Mit 1,56 Sekunden Rückstand auf Franzoni resultierte am Ende Rang 16.

Als 26. fuhr zudem Alessio Miggiano in die Punkte. Marco Kohler schied nach starken Zwischenzeiten aus, die übrigen Schweizer, darunter auch der Vorjahreszweite Alexis Monney (35.), klassierten sich ausserhalb der Top 30. (ram/sda)

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quelle: keystone / gian ehrenzeller
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