Forschung
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
tattoo

Forscher haben gute Neuigkeiten für Tattoo-Fans.
Bild: shutterstock

Du willst deine Abwehrkräfte stärken? Dann lass dich doch mal wieder tätowieren



Deine Eltern nörgeln noch immer jedes Mal, wenn du dir eine neue Tätowierung zugelegt hast? Dann kannst du ab sofort ganz einfach kontern, indem du sagst: «Mama, Papa, ich wollte doch bloss meinem Körper und meiner Gesundheit etwas Gutes tun!»

Was im ersten Moment absurd klingt, wollen drei Wissenschaftler der University of Alabama in Tuscaloosa in einer Studie nachgewiesen haben. Demzufolge soll der Prozess des Tätowierens die Abwehrkräfte stärken. Einzige – aber wichtige – Einschränkung: Dieser Effekt gilt erst ab dem zweiten Tattoo.

Doch wie ist das zu erklären? Um die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit zu veranschaulichen, liefert der Leiter der Studie Dr. Christopher Lynn den folgenden Vergleich: «Der Körper reagiert auf eine erste Tätowierung ähnlich, wie wenn man völlig untrainiert zum ersten Mal ins Fitness-Studio geht.»

Speichelproben vor und nach dem Tätowieren

Will heissen: Bei einer ersten Tätowierung – und bei einer ersten harten Trainingseinheit – wird der Körper unter Stress gesetzt, was ihn auslaugt und erschöpft. Anschliessend ist er anfälliger für Krankheiten wie beispielsweise Erkältungen, weil die Abwehrkräfte geschwächt sind.

Beim Sport tritt dann nach und nach ein Trainingseffekt ein: «Nachdem der Körper eine erste Stressreaktion gezeigt hat, kehrt er anschliessend zu einem Gleichgewicht zurück. Stresst man den Körper nun wieder und wieder, kehrt er nicht jedes Mal zum gleichen Normalzustand zurück, sondert passt sich an und steigert sich. Du wirst sozusagen strapazierfähiger und stärker.»

Um wissenschaftlich belegen zu können, dass dieser «Trainingseffekt» auch beim Tätowieren eintritt, besuchten Lynn und seine beiden Kollegen Johnna Dominguez und Dr. Jason DeCaro verschiedene Tattoo-Studios. Dort befragten sie die teilnehmenden Probanden nach der Anzahl von Tattoos, die sie bereits haben und nach der Zeit, die es gedauert hat, um diese stechen zu lassen.

Tattoo-Inspirationen für zwischendurch:

Dann nahmen die Forscher Speichelproben der Testpersonen – und zwar einmal bevor und einmal nachdem sie sich haben tätowieren lassen. Diese Proben analysierten sie im Hinblick auf das Immunglobulin-A-Level und den Cortisol-Wert.

Immunglobulin A ist ein Antikörper, der sowohl unsere Atemwege als auch unseren Magen-Darm-Trakt schützt und der beispielsweise eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Erkältungen spielt. Cortisol ist ein Stresshormon, das Immunreaktionen hemmt.

Immunreaktion lässt nach

Und das fanden die Forscher bei ihren Messungen heraus: Bei Personen, die ihr allererstes Tattoo bekamen, war der Immunglobulin-A-Wert nach der Prozedur im Vergleich zu vorher deutlich gesunken.

Anders bei jenen Probanden, die bereits vorher tätowiert waren. Dort zeigte sich folgendes Ergebnis: Je mehr Tattoos die Probanden sich zuvor hatten stechen lassen, umso geringer war die Immunglobulin-A-Abnahme, die durch das erneute Stechen eines Tattoos ausgelöst wurde. Lynn fasst das Ergebnis folgendermassen zusammen: «Menschen, die bereits mehr Erfahrungen mit Tattoos gemacht haben, reagieren mit einer geringeren Senkung des Immunglobulin-A-Wertes.»

Zu erklären ist dies so: Wird ein Mensch tätowiert, reagiert der Körper, indem er alle zur Verfügung stehenden Kräfte mobilisiert, um mögliche Infektionen sofort bekämpfen zu können. Wird dieselbe Person jedoch immer wieder tätowiert, so wird die Schwelle, die erreicht werden muss, damit eine Immunreaktion ausgelöst wird, nach oben gekurbelt. In Bezug auf das Abwehrsystem wird der Körper also stärker. Genau wie der Sportler, der durch das Training immer stärker wird.

Die Ergebnisse der Studie wurden am 4. März 2016 im «American Journal of Human Biology» veröffentlicht. (viw)

Und noch mehr Inspiration: Die schönsten Tattoos aus einer Linie

Mehr zum Thema Tattoos:

Wenn misslungene Tattoos nach der «Rettung» noch schlimmer aussehen als vorher

Link zum Artikel

Diesen Leuten ist es scheissegal, was wir von ihren Tattoos halten

Link zum Artikel

23 Leute haben ihren Arm durch ein Loch gesteckt und sich blind ein Tattoo stechen lassen

Link zum Artikel

«Wie sieht das denn mit 80 aus?» und 13 weitere Fragen, die Tätowierte nicht mehr hören können

Link zum Artikel

Diese Menschen waren entweder besoffen oder verliebt, als sie beim Tätowierer waren

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Nach 12 Jahren zeigt Maggie endlich ihren Eltern ihre Tattoos

Link zum Artikel

«Many regrets» – 20 wirklich gute Sprüche, die sich wohl nie jemand tätowieren lassen wird :(

Link zum Artikel

Schlagzeile des Tages: 79-jähriges Grosi verschwindet – sie liess sich klammheimlich ihr erstes Tattoo stechen

Link zum Artikel

Wenn Tätowierer ehrlich zu dir wären ... würdest du dir vielleicht doch keines (mehr) stechen lassen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach Mutation von Coronavirus: Dänemark ergreift drastische Schritte

In Nordjütland grassiert eine Virusvariante, die Corona-Impfungen beeinträchtigen soll. Das BAG erklärt, man beobachte die Situation «eng».

Eine Nachricht aus Dänemark sorgte am Mittwoch bei Tierfreunden für Entsetzen: Die Regierung lasse 17 Millionen Nerze töten. Der Grund: Bei einer unbekannten Zahl der Pelztiere, die auf Nerzfarmen gezüchtet werden, grassiere eine Mutation von Sars-CoV-2, die gefährlich werden könnte.

Die massenhafte Haltung in Käfigen auf engstem Raum habe sich als ideal für die schnelle Ausbreitung des Virus erwiesen und eben auch für Mutationen, den «Alptraum bei der Pandemiebekämpfung», berichten …

Artikel lesen
Link zum Artikel