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Google, wie fühlen wir uns?
Google, wie fühlen wir uns?screenshot: google.ch
Google Leidensindex

Google sagt uns, wie wir uns im Frühling fühlen werden

Kreative Statistiker und Prognostiker nutzen Google Trends, um anhand der Suchhäufigkeit von Begriffen Dinge wie die Entwicklung der Arbeitslosigkeit vorherzusehen. Google weiss jedoch mehr – auch Dinge über unser Gemüt.
05.12.2014, 11:3102.01.2015, 10:20

In seinem Buch «The Signal and the Noise» hat der erfolgreiche US-amerikanische Statistiker Nate Silver aufgezeigt, wie viel wir mit Daten über die Gesellschaft erfahren können. Er prognostizierte die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten, lange bevor die statistischen Ämter im Krisenjahr 2008 den massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit bekannt geben konnten – indem er nachschaute, wie häufig US-Bürger nach «unemployment» googeln.

Nate Silver ist gescheit und kreativ – er betreibt heute einen Blog, in dem er mit Zahlen und Daten alles mögliche versucht herauszufinden. Mit teils unorthodoxen Analysemethoden prognostizierte er in allen 50 Bundesstaaten die Resultate bei den Präsidentschaftswahlen 2012 schneller und genauer als die professionelle Konkurrenz. Mit seinen überraschend genauen Prognosen bringt er klassische Politik-Prognostiker und Statistiker in Bedrängnis.

Bin ich im Winter depressiv?

Google sagt uns aber nicht nur, wie die Gesellschaft sich hinsichtlich «harter Fakten» (Arbeitslosigkeit, politische Einstellungen, etc.) fühlt. Wie ein Bericht der «Washington Post» zeigt, weiss Google auch, wie sich das Wetter oder spezielle Tage auf unser Gemüt auswirken.

Der Datenjournalist Christopher Ingraham analysierte in seinem Blog, wie häufig auf der Welt nach den Wörtern Depression, Angst, Schmerz oder Erschöpfung suchte. Die Kurve, die die Suchwortanalyse Google Trends dazu liefert, zeigt auf, dass die Winter- und Frühlingsmonate ein messbares Unbehagen auslösen.

Die Entwicklung der Suchhäufigkeit nach den Begriffen Depression, Angst, Schmerz, Stress und Erschöpfung.
Die Entwicklung der Suchhäufigkeit nach den Begriffen Depression, Angst, Schmerz, Stress und Erschöpfung.daten: google trends, grafik: washingtonpost.com/wonkblog

Die Analyse der Suchhäufigkeit spricht eine deutliche Sprache: Die Sommermonate und Feiertage machen uns glücklich. Der «Google Leidensindex», wenn man diese Erhebung so nennen darf, lässt zudem darauf schliessen, dass wir uns während der Feiertage an Weihnachten und Neujahr am wenigsten beklagen. Solche Erhebungen dürften insbesondere für Pharmafirmen oder Psychologen interessant sein.

Mehr zum Thema

Wer sich daran stört, dass Google viel über uns weiss – so zum Beispiel auch, wie wir uns durch die Welt bewegen –, den dürfte der watson-Artikel über Google-Alternativen interessieren.

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