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Berg überrollt ganzes Dorf

17 Tote und mehr als 140 Vermisste nach Erdrutsch in Indien



A mudslide surrounds a building in Malin village in Pune district the western Indian state of Maharashtra on July 30, 2014. A major landslide struck a village in western India following heavy monsoon rains, leaving 150 people feared trapped, a rescue official said. The landslide submerged Malin village in Pune district of Maharashtra state, said Alok Avasthy, regional commandant at the National Disaster Response Force.

Es war früher Morgen im indischen Dorf Malin, als ein grosser Block Berg sich in Bewegung setzte und das ganze Dorf mit 167 Menschen unter sich begrub.  Bild: AFP

Eine riesige Schlammlawine ist über ein Dorf in Indien hinweggerollt und hat 167 Menschen unter sich begraben. 17 Leichen wurden geborgen. Nur sechs Menschen wurden nach offiziellen Angaben bislang lebend aus den Erd- und Steinmassen gerettet.

Die meisten Bewohner schliefen wahrscheinlich noch, als sich gegen 6 Uhr am Morgen ein grosser Block am Berg löste. Bilder vom Unglücksort im Bundesstaat Maharashtra zeigen eine breite Schlammlawine, die sich den Hang herabwälzte und alles mitriss, was ihr in den Weg kam. Zuvor hatte es tagelang stark geregnet.

An elderly Indian woman cries as she searches for surviving family members in the debris of her home, destroyed by landslide in Malin village, in the western Indian state of Maharashtra, Wednesday, July 30, 2014. The landslide that hit early Wednesday morning killed more than a dozen and possibly trapping many more people under debris, officials said. With 70 homes buried and reports of another 158 hit by the landslide, rescuers anticipated more dead in the village, home to 704 people in the foothills of the Sahyadri Mountains. (AP Photo/Press Trust of India)

Eine ältere Frau sucht im Schlamm nach Überlebenden. Bild: AP/Press Trust of India

Nur wenige Dorfbewohner wurden bisher lebend aus den Erd- und Steinmassen geborgen. Bild: AFP

44 der 67 Häuser des Dorfes seien zerstört worden, sagte Prabhakar Deshmukh, Sprecher des Distrikts Pune im Bundesstaat Maharashtra.

Schwieriger Rettungseinsatz

Der Rettungseinsatz in der abgelegenen Region in der Gebirgskette Sahayadri ist extrem schwierig, auch weil der Monsunregen nicht nachlässt. Der Schlamm steht drei bis fünf Meter hoch in den Strassen des Dorfes, das etwa 200 Kilometer von Mumbai entfernt liegt.

Zudem konnte schweres Räumungsgerät nur vorsichtig eingesetzt werden, um mögliche Überlebende in den Trümmern nicht zu gefährden, wie der örtliche Regierungsvertreter Saurav Rao der indischen Nachrichtenagentur PTI sagte.

LUDIAN, CHINA - JULY 07:  (CHINA OUT) Rescuers search for buried people at the site of a mudslide at Longtoushan Town on July 7, 2014 in Ludian County, Yunnan Province of China. At least four people were killed and seven others remained missing after rainstorm-triggered mudslides hit Ludian County on Sunday.  (Photo by ChinaFotoPress/Getty Images)

In Schlamm aus drei bis fünf Metern suchen Rettungskräfte nach Überlebenden.  Bild: Getty Images AsiaPac

Die Behörden entsandten nach eigenen Angaben 300 Bergungskräfte und 30 Krankenwagen in das entlegene Dorf. Laut der Nachrichtenagentur IANS wurden sogar mehr als 50 Krankenwagen aus benachbarten Orten zum Unglücksort geschickt. Auch Bewohner angrenzender Dörfer halfen bei der Suche nach den Vermissten.

Im Sassoon Hospital in Pune stehe eine komplette Station für die Verletzten bereit, berichtete die Agentur IANS. Andere Dörfer der Region seien vorsorglich evakuiert worden.

LUDIAN, CHINA - JULY 07:  (CHINA OUT) Rescuers carry a victim's body at the site of a mudslide at Longtoushan Town on July 7, 2014 in Ludian County, Yunnan Province of China. At least four people were killed and seven others remained missing after rainstorm-triggered mudslides hit Ludian County on Sunday.  (Photo by ChinaFotoPress/Getty Images)

Verunglückte werden geborgen. Bild: Getty Images AsiaPac

Weitere Erdrutsche im Norden Indiens

In Indien herrscht gerade Monsunzeit. Auch in den nördlichen Bundesstaaten Uttarakhand und Himachal Pradesh gingen in den vergangenen Wochen zahlreiche Erdrutsche ab und blockierten Nationalstrassen. Zahlreiche Pilgerwege zu Schreinen in den Himalaya-Bergen, die im Sommer von Zehntausenden Hindus genutzt werden, wurden gesperrt.

Während der Regenzeit werden in Indien immer wieder Häuser unter Erdrutschen begraben oder stürzen in sich zusammen. Das liegt daran, dass unzählige alte Gebäude nie repariert wurden und viele Neubauten aus billigstem Baumaterial bestehen.

Vor einem Jahr kamen bei mehreren Erdrutschen und einem Dammbruch in Uttarakhand 5700 Menschen ums Leben. Ganze Dörfer wurden damals weggeschwemmt, fast zweitausend Strassen und Brücken zerstört. Mehr als 100'000 Menschen sassen fest.

Indische Medien beklagen derzeit, dass die neuen Strassen genau an alter Stelle wieder errichtet und Hotels zu nah an Flüsse gebaut werden. Auch werde weiter abgeholzt statt aufgeforstet, was die Gefahr für neuerliche Unglücke erhöhe. (rar/sda/dpa/afp)

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