International

250 Festnahmen in Armenien nach Protesten gegen Regierungschef

250 Festnahmen in Armenien nach Protesten gegen Regierungschef

02.05.2022, 19:2302.05.2022, 19:23

In der Südkaukasusrepublik Armenien sind in der Hauptstadt Eriwan bei neuen Protesten gegen Regierungschef Nikol Paschinjan 250 Menschen festgenommen worden. Die Polizei gehe mit äusserster Härte gegen die Demonstranten vor, unter denen auch Abgeordnete seien, sagte der zur Opposition gehörende Vizeparlamentschef Ischchan Sagateljan armenischen Medien am Montag. Den Festgenommenen wird Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.

Police detain a demonstrator during a protest rally, in Yerevan, Armenia, Monday, May 2, 2022. Police in Armenia's capital on Monday detained 125 anti-government demonstrators that were blocking  ...
Polizisten nehmen in Yerevan einen Demonstranten fest.Bild: keystone

Seit Tagen schon gibt es in der völlig verarmten Ex-Sowjetrepublik Demonstrationen gegen die Regierung. Am Sonntag hatte die Opposition auf einem zentralen Platz vor dem Opern- und Ballett-Theater Eriwans ein Dauerzeltlager aufgeschlagen, das erst nach dem Rücktritt von Premier Paschinjan aufgelöst werden soll. Die Demonstranten haben zahlreiche Strassen in der Hauptstadt blockiert. Für den Montagabend wurden weitere Protestaktionen angekündigt.

Die Proteste richten sich gegen die Politik Paschinjans mit Blick auf die zwischen Armenien und Aserbaidschan umstrittenen Region Berg-Karabach. Ein Grossteil des zuvor von Eriwan kontrollierten Gebiets ist nach einem Krieg beider Länder im Herbst 2020 an Baku gefallen. Das hat eine schwere politische Krise in Armenien ausgelöst. Obwohl Paschinjan im vergangenen Jahr Neuwahlen gewinnen konnte, werfen viele Armenier ihm nach wie vor eine Niederlage in dem Krieg vor.

Armenien strebt nun unter internationaler Vermittlung unter andere von Russland ein Friedensabkommen mit dem verfeindeten Nachbarland Aserbaidschan an. Bisher wird ein Waffenstillstand zwischen Aserbaidschanern und Armeniern von russischen Soldaten in der Bergregion überwacht. Seit dem Ende der Kämpfe kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen an der Grenze. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der Konflikt in Bergkarabach in 10 Bildern
1 / 12
Der Konflikt in Bergkarabach in 10 Bildern
Die Konfliktregion Bergkarabach im Südkaukasus kommt nicht zur Ruhe: Armenien und Aserbaidschan liefern sich schwere Gefechte - trotz mehrerer Waffenruhen.
quelle: sda / -
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Trump will Einigkeit bei MAGA – doch selbst Vance vermeidet klare Worte zum Krieg
Der amerikanische Präsident denkt bereits laut über den nächsten Militäreinsatz nach. Damit schafft er Probleme für seinen Stellvertreter – der sich Sorgen um die nächste Wahl macht.
Der amerikanische Vizepräsident war vorbereitet. Als JD Vance am Montag im Oval Office des Weissen Hauses von einem Journalisten gefragt wurde, ob er als bekennender Isolationist den Iran-Krieg «voll und ganz» unterstütze, da lautete seine Antwort: «Ich weiss, was Sie vorhaben. Sie versuchen, einen Keil zwischen uns zu treiben», zwischen ihm, dem Vizepräsidenten, und Donald Trump, dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte.
Zur Story