International
Afghanistan

Nach Waffenruhe: Wieder Kämpfe in Afghanistan

Nach Waffenruhe: Wieder Kämpfe in Afghanistan

16.05.2021, 12:3916.05.2021, 13:14
Afghan security personnel arrive at the site of a bomb explosion in Shakar Dara district of Kabul, Afghanistan, Friday, May 14, 2021. A bomb ripped through a mosque in northern Kabul during Friday pra ...
Afghanische Sicherheitskräfte sichern eine Moschee, in der eine Bombe explodierte.Bild: keystone

In Afghanistan haben am Sonntag nach einer dreitägigen Feuerpause wieder Kämpfe zwischen den militant-islamistischen Taliban und der Regierung begonnen. Einer Mitteilung des 215. Armeekorps zufolge haben die Regierungskräfte ihre Offensiven und Anti-Terrorismuseinsätze in der Provinz Helmand im Süden des Landes wieder aufgenommen. Demnach wurden Operationen im Westen der Provinzhauptstadt Laschkargah sowie in den Bezirken Nawa und Nahr-e Saradsch gestartet.

Trotz der dreitägigen Waffenruhe zwischen den Taliban und der Regierung von Donnerstag bis Samstag während der Eid-Feiertage sind mindestens 23 Menschen getötet worden. Mindestens zwölf waren bei einem Anschlag auf eine Moschee ums Leben gekommen, der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert wurde. Weitere starben, als ihre Fahrzeuge auf am Strassenrand platzierte Sprengsätze auffuhren.

Vor der Waffenruhe gab es in Afghanistan schwere Gefechte. Mit Beginn des offiziellen Abzugs der US- und Nato-Truppen am 1. Mai hatten die Taliban Offensiven in mehreren Provinzen gestartet. Beide Seiten erklärten, dem Gegner schwere Verluste zugefügt zu haben.

Beobachter befürchten, dass diese Angriffe erst der Beginn jährlichen Offensive der Taliban sind. Diese könnte sich nach Abschluss des Abzugs der US- und Nato-Truppen weiter verstärken.

Offiziellen Angaben zufolge waren Anfang Mai noch rund 10'000 US- und Nato-Soldaten im Land, darunter rund 1100 der Bundeswehr. Diese sollen bis spätestens 11. September abgezogen sein. Das US-Militär hatte vergangene Woche mitgeteilt, es schätze, rund sechs bis zwölf Prozent des gesamten Abzugsprozesses sei abgeschlossen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Dolomiten in Italien: Touristenmassen belagern See – Wanderer entsetzt
Der Lago di Sorapis gilt als eines der bekanntesten Fotomotive der Dolomiten. Doch was viele Wanderer oben erwartet, hat mit alpiner Ruhe wenig zu tun. Bis zu 3'000 Besucher drängen täglich hinauf – mit Folgen für Natur und Sicherheit.
Ein Traum in Italien: Der Lago di Sorapis zählt zu den schönsten Orten der Dolomiten. Helle Felswände umgeben das milchige türkisfarbige Wasser auf 1'923 Metern Höhe. Doch in den Sommermonaten ist von Bergidylle oft wenig übrig. An Spitzentagen steigen nach Schätzungen bis zu 3'000 Menschen zu dem Gletschersee, der auch als Sorapissee bezeichnet wird, hinauf.
Zur Story