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Gedenkstätte in Kopenhagen für die beiden Opfer einer mutmasslichen Terrorattacke in Marokko.

Gedenkstätte in Kopenhagen für die beiden Opfer einer mutmasslichen Terrorattacke in Marokko. Bild: epa/ritzau scanpix

Mutter von in Marokko getöteter Backpackerin fordert Todesstrafe für «Bestien»



Im Prozess um die mutmasslich islamistisch motivierte Ermordung zweier skandinavischer Rucksack-Touristinnen in Marokko hat die Mutter eines der Opfer die Todesstrafe für die Täter gefordert.

«Am gerechtesten wäre es, gegen diese Bestien die Todesstrafe zu verhängen, die sie verdienen», erklärte die Dänin Helle Petersen in einem von ihrem Anwalt vor dem Gericht in Salé am Donnerstag verlesenen Brief. Am 18. Juli soll eine abschliessende Anhörung stattfinden.

«Mein Leben wurde in dem Moment zerstört, als am 17. Dezember zwei Polizisten an meine Tür kamen, um mir mitzuteilen, dass meine Tochter tot ist.»

Mutter

Petersen ist die Mutter der getöteten dänischen Studentin Luisa Vesterager Jespersen. Die 24-jährige Jespersen und ihre vier Jahre ältere norwegische Freundin Maren Ueland waren im Dezember beim Zelten im Atlas-Gebirge brutal ermordet worden.

In einem nach dem Mord verbreiteten Video hatten die mutmasslichen Täter dem Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen. Ein weiteres Video zeigte die Enthauptung eines der beiden Opfer.

Vor dem Anti-Terror-Gericht in Salé sind insgesamt 24 Verdächtige aus der radikalislamischen Szene angeklagt, darunter ein Mann aus der Schweiz. Die drei Hauptverdächtigen haben den Mord an den jungen Frauen gestanden.

Auch die Staatsanwaltschaft hat die Todesstrafe für den 25-jährigen mutmasslichen Anführer des Dschihadistennetzwerks, Abdessamad Ejjoud und seine Komplizen, den 33-jährigen Rachid Afatti und den 27-jährigen Younes Ouaziyad gefordert.

Teilnahmslos Brief der Mutter vernommen

«Mein Leben wurde in dem Moment zerstört, als am 17. Dezember zwei Polizisten an meine Tür kamen, um mir mitzuteilen, dass meine Tochter tot ist», schrieb Petersen in ihrem Brief. Während der Anwalt das Schreiben vorlas, herrschte im Gerichtssaal völlige Stille. Die Gesichter der Angeklagten blieben teilnahmslos.

Die Verteidiger der drei Hauptverdächtigen wollen nach eigenen Angaben mildernde Umstände geltend machen. «Die Angeklagten sind Opfer der sozialen Verhältnisse, aus denen sie stammen, ihrer Armut und ihres Analphabetismus'», sagte die Anwältin Hafida Mekessaoui. Auch ihr «psychisches Ungleichgewicht» sollte als mildernder Umstand anerkannt werden.

Alle ausser den drei Hauptangeklagten hatten sich während des Prozesses als IS-Anhänger bezeichnet. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von mindestens 15 Jahren. Für Abderrahim Khayali plädierte sie auf lebenslange Haft.

Der 33-jährige Sanitär hatte die drei Hauptverdächtigen begleitet, den Tatort aber kurz vor den Morden verlassen.

Für einen schweizerisch-spanischen Doppelbürger forderte die Staatsanwaltschaft 20 Jahre Haft. Dieser ist zum Islam konvertiert. Er soll den Haupttätern beigebracht haben, wie sie verschlüsselte Nachrichten verschicken und Waffen benutzen. (sda/afp)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DemonCore 12.07.2019 11:07
    Highlight Highlight Religio kills. Either the mind or people or both.
  • ERNSTlich 12.07.2019 10:33
    Highlight Highlight So absolut grässlich das ganze ist, so absolut naiv ist es an Orten die vollkommen andere (als unsere westlichen) Werte leben sich so unbekümmert zu bewegen (inkl. übernachten) ...
  • Frausowieso 12.07.2019 09:30
    Highlight Highlight Wenn ich das richtig verstehe, sind die Morde in Marokko geschehen und die Verhandlung findet auch dort statt. In Marokko kann die Todesstrafe verhängt werden.

    Das geht uns eigentlich nichts an.
  • runner 12.07.2019 07:22
    Highlight Highlight Mördern, die unzähligen Menschen Leid angetan haben (Freunde, Familen, Kindern) sollte man die Menschenrechte aberkennen. Warum sollten sie ein Recht haben, weiter in einer zivilisierten Gesellschaft zu leben? Solche Menschen haben keinen Respekt vor dem Leben anderer. Wer ein Kind mit viel Mühe zu einem anständigen Menschen erzogen hat, wird mich verstehen.
  • Cédric Wermutstropfen 12.07.2019 05:15
    Highlight Highlight Ob man die Todesstrafe tatsächlich als Bestrafung des Täters ansieht, darüber lässt sich streiten (ich bin der Meinung es sei keine), sehr wohl ist sie aber ein probates Mittel zum Zwecke der Beseitigung schädlicher und nutzloser Individuen aus der Gesellschaft. Ich fände es daher eine gute Sache bei diesen Leuten; und im Übrigen auch bei uns eine Erwägung der Wiedereinführung wert, unter strengen Auflagen natürlich und juristischem „Ermessensspielraum nach unten“.
    • ingmarbergman 12.07.2019 07:27
      Highlight Highlight Unser Rechtsystem ist aber nicht auf Rache aus, sondern das oberste Ziel ist, dass in Zukunft weniger Verbrechen passieren. Und da hat die Todesstrafe nach allen Daten einen schlechten Effekt - sprich: Todesstrafe schreckt nicht ab.

      Aber du darfst gerne nach Saudi Arabien auswandern, wenn dir ein archaisches Rechtssystem lieber ist.
    • jimknopf 12.07.2019 10:31
      Highlight Highlight Jetzt dachte ich nach dem ersten Abschnitt wir seien endlich mal einer Meinung. Dann kam der Vorschlag für die Einführung der Todesstrafe in der Schweiz..
    • Cédric Wermutstropfen 12.07.2019 15:08
      Highlight Highlight @ingmar: Du hast wohl meinen Kommentar nicht verstanden. Ich sehe die Todesstrafe weder als wirkliche Strafe für den Betroffenen (also keine Befriedigung von Rachegelüsten) an, noch habe ich sie als abschreckend bezeichnet. Man hat das Gefühl, Du antwortetest auf einen anderen Kommentar.
  • Arneis 12.07.2019 01:32
    Highlight Highlight Bei allem Schmerz, amerikanische Verhältnisse wollen wir hier nicht.
    • Frausowieso 12.07.2019 09:08
      Highlight Highlight Marokko und Dänemark sind nicht "hier". In Marokko kann die Todesstrafe nach geltendem Recht verhängt werden.
  • outdoorch 11.07.2019 23:56
    Highlight Highlight Analphabetismus als Grund für mildernde Umstände?

    Ich bin in meinen jungen Jahren viel als Backpacker unterwegs gewesen. Fernab der touristischen Trampelpfade (u.a auch in Marokko oder Zentralafrika)

    Viele der Natives konnten weder schreiben noch lesen. Nie fühlte ich mich bedroht - ganz im Gegenteil.

    Wenn Analphabetismus hier tatsächlich als quasi Legitimationsgrund ausgelegt wird, ist dies insofern despektierlich, da man Leuten aus armen Verhältnissen, die des Lesen und Schreibens nicht mächtig sind, pauschal eine höhere Neigung zur Gewalttätigkeit attestiert.

    Einfach nur daneben.
  • Sapere Aude 11.07.2019 23:42
    Highlight Highlight Auch wenn die Gefühle der Mutter nachvollziehbar sind. Ein Staat sollte sich neimals als Mörder betätigen.
  • Max Dick 11.07.2019 23:27
    Highlight Highlight Wo die Mutter recht hat, hat sie recht. Wäre die einzig gerechte Strafe.
    • Enzasa 12.07.2019 05:02
      Highlight Highlight Es ist einer Demokratie nicht würdig die Todesstrafe zu verhängen
    • Max Dick 12.07.2019 07:10
      Highlight Highlight Was sollen Demokratie und Todesstrafe miteinander zu tun haben?
    • ingmarbergman 12.07.2019 07:29
      Highlight Highlight Ob Todesstrafe gerecht ist, oder nicht, kann man diskutierrn. Ich finde, es ist viel strenger ein lebenlang eingesperrt zu sein, als erlöst zu werden.

      Der Punkt ist aber dass did Todesstrafe erwiesenermassen nichts bringt und daher aus gutem Grund in zivilisieren Rechtsstaaten abgeschafft worden ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TERO 11.07.2019 22:00
    Highlight Highlight 'Täter' als 'Opfer' der Umstände?!? 🙄 😠
  • P. Silie 11.07.2019 22:00
    Highlight Highlight «Die Angeklagten sind Opfer der sozialen Verhältnisse, aus denen sie stammen, ihrer Armut und ihres Analphabetismus'»

    ...sie sind Opfer... OPFER..... 🤯
  • Coffeetime 11.07.2019 21:59
    Highlight Highlight Das Problem ist aber, dass Frau Petersen sich danach nicht unbedingt besser fühlen wird, besonders wenn sich das ganze über Jahre hinzieht. Wir sind nicht in einer Gesellschaft, in der Auge um Auge, Zahn um Zahn grossgeschrieben wird und damit umzugehen ist wohl auch nicht leicht.
    • Karl Marx 12.07.2019 10:01
      Highlight Highlight Vielleicht nicht, vielleicht schon. Das ist individuell.
    • ERNSTlich 12.07.2019 10:10
      Highlight Highlight @Heugümper: wär ich mir gar nicht sicher. Vielleicht in dem Sinne, dass die nun niemand anderem mehr schaden können. Dafür aber andere Leute in deren Lücken springen ... ?
  • WeischDoch 11.07.2019 21:29
    Highlight Highlight Mildernde umstände? Klar doch.
    • Lessnair 11.07.2019 23:13
      Highlight Highlight Moment, wer hat hier geblitzt?

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