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Islamisten in Marokko hoffen auf Wiederwahl

08.09.2021, 16:40
Marokko wählt.
Marokko wählt.
Bild: keystone

Bei der Parlamentswahl in Marokko hoffen die Islamisten auf weitere fünf Jahre an der Macht. Rund 18 Millionen als Wähler registrierte Einwohner - rund die Hälfte der Bevölkerung - waren am Mittwoch aufgerufen, ein Parlament und landesweit insgesamt mehr als 30 000 Gemeindevertreter zu wählen.

Es ist die dritte Parlamentswahl seit einer umfassenden Verfassungsreform von 2011. Seitdem regieren die Islamisten der moderaten Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) das Land in verschiedenen Koalitionen. Vor fünf Jahren hatten sie sich als stärkste Kraft behauptet.

Ergebnisse werden am Donnerstag erwartet. Beobachter rechneten mit einer geringen Wahlbeteiligung wegen der Corona-Beschränkungen und auch, weil die wahre Macht in Marokko weiterhin vom König ausgeht. Umfragen zufolge haben vor allem junge Leute das Vertrauen in die Regierung und politische Parteien verloren. Das Politik-Institut MIPA veröffentlichte im Februar eine Studie, wonach 64 Prozent der Befragten nicht zur Wahl gehen wollen. 2016 lag die Wahlbeteiligung bei 43 Prozent.

Marokko kämpft mit Korruption und Jugendarbeitslosigkeit, die derzeit bei rund 30 Prozent liegt. Die Wirtschaft schrumpfte 2020 um schätzungsweise sieben Prozent. Geändert haben Reformen nach den arabischen Aufständen von 2011 wenig. Das Königreich gilt als autoritär. Wichtige Entscheidungen werden von König Mohammed VI. getroffen. Nach mehr als 20 Jahren auf dem Thron verfügt der 58-Jährige über grosse Macht.

Anders als 2016 sollen die Marokkaner dieses Jahr Parlament und Gemeindevertreter gleichzeitig wählen. Ziel ist, damit mehr Menschen in die Wahllokale zu locken.

Die moderate PJD war 2011 erstmals in ihrer Geschichte als stärkste Kraft aus einer Wahl hervorgegangen. PJD-Chef Slimane El Omrani gab sich bei einer Kundgebung zuletzt optimistisch, dass die Islamisten erneut gut abschneiden. Manche machen die PJD aber auch verantwortlich für die leidende Wirtschaft und hohe Lebensmittelpreise. (aeg/sda/dpa)

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