Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Morocco's Youssef En Nesyri celebrates after scoring his side's second goal during the group B match between Spain and Morocco at the 2018 soccer World Cup at the Kaliningrad Stadium in Kaliningrad, Russia, Monday, June 25, 2018. (AP Photo/Manu Fernandez)

Die Marokkaner haben an der WM unser Fussball-Herz erobert – wie schon vor 20 Jahren. Bild: AP/AP

Marokko ist das neue Island – nur angriffig, dafür ohne «Huh» und Happy End

Das abschliessende Gruppenspiel gegen Spanien hat zum dritten Mal gezeigt: Marokko war an dieser WM offensiv eine der Attraktionen des Turniers. Doch am Ende müssen sie ohne Sieg aus Russland abreisen.



Gegen den Iran war Marokko im ersten Gruppenspiel drückend überlegen – und verlor. Ein Eigentor in der 95. Minute besiegelte das Schicksal der «Löwen vom Atlas». 

Gegen die Portugiesen spielte Marokko wieder stark – und verlor. Wie schon bei den letzten fünf WM-Niederlagen gegen den Iran 2018, Brasilien 1998, Holland, Saudi-Arabien und Belgien 1994 gaben die Nordafrikaner mehr Torschüsse ab als der Gegner. Doch am Ende reichte es wieder nicht.

Das letzte Gruppenspiel verlor Marokko nicht. Doch das 2:2 gegen Spanien fühlte sich trotzdem an wie eine Niederlage. Das Team von Hervé Renard zeigte bedingungslosen Offensiv-Fussball, ging zweimal in Führung und kassierte in der 92. Minute doch noch den Ausgleich.

Besonders bitter: Vor dem Eckball, der zum 2:2 führte, zeigte Schiedsrichter Irmatow in Richtung jener Eckfahne, von der er die Standardsituation gerne ausgeführt gehabt hätte. Die Spanier wählten allerdings die andere Seite, ohne dass Irmatow oder der Videoschiedsrichter eingeschritten wären – was die Marokkaner ziemlich auf die Palme brachte.

Morocco's Karim El Ahmadi (8) talks to referee Ravshan Irmatov from Uzbekistan after the group B match between Spain and Morocco at the 2018 soccer World Cup in the Kaliningrad Stadium in Kaliningrad, Russia, Monday, June 25, 2018. (AP Photo/Michael Sohn)

Nein, mit Schiedsrichter Ravshan Ermatov waren die Marokkaner nicht zufrieden. Bild: AP/AP

Ausgeschieden waren die Marokkaner aber bereits nach dem zweiten Gruppenspiel. Trotzdem haben sie das Publikum in Russland mehr begeistert als so mancher Achtelfinalist. Weil sie bedingungslos nach vorne spielten und sich nicht wie viele andere Aussenseiter nur aufs Mauern konzentrierten.

Es war erfrischend Achraf Hakimi, Aziz Bouhaddouz, Younes Belhanda, Hakim Ziyech und wie sie alle heissen bei der Arbeit zuzusehen, besonders aufgefallen ist in Russland aber Nordin Amrabat. Der 31-jährige Rechtsaussen von CD Leganes überzeugte mit unbändigem Einsatzwillen und spielte seine Gegner reihenweise schwindlig. Die Verteidiger Jordi Alba vom FC Barcelona und Raphael Guerreiro von Borussia Dortmund konnten einem phasenweise fast ein wenig leid tun.

Ein «magisches» Turnier

Schon vor 20 Jahren begeisterten die Marokkaner die Fussball-Welt mit ihrem fantasievollen Kombinationsspiel – und schieden trotzdem aus. Bei der WM 1998 in Frankreich wurden Superstar Mustapha Hadji und seine Kollegen mit «Olé»-Rufen gefeiert, Torhüter Driss Benzekiri mit mehreren Patzern und ein Sensationssieg von Norwegen gegen Brasilien zerstörten aber den Traum von der zweiten Achtelfinal-Teilnahme nach 1986.

abspielen

3:0-Gala gegen Schottland zum Abschluss – trotzdem reichte es Marokko 1998 nicht fürs WM-Achtelfinale. Video: streamable

Auch dieses Mal hat's wieder nicht gereicht, dennoch können die «Löwen vom Atlas» ohne Wehmut die Heimreise antreten. «Wir haben Marokko bei dieser WM gut vertreten», wusste auch Trainer Renard nach dem letzten Gruppenspiel. «Wir können stolz auf unser Turnier zurückblicken, es war magisch. Uns fehlte etwas die Erfahrung, um diese Gruppe zu überstehen. Aber wir haben gezeigt, dass wir mit zwei der besten Teams der Welt mithalten können.»

2022 werden die Marokkaner den nächsten Anlauf nehmen, endlich wieder in eine WM-K.o.-Runde zu kommen. Dafür müssen sie sich aber erst qualifizieren. Wenn sie so spielen wie in Russland, dürfte das allerdings das kleinste Problem werden.

Diese 15 Talente musst du an der WM auf dem Radar haben

So funktioniert der Video-Beweis bei der WM in Russland

Video: srf

Unvergessene WM-Geschichten

30.06.1998: Mit einem Wundersolo geht Michael Owens Stern auf, der nur allzu schnell wieder verglüht

Link zum Artikel

22.06.1986: Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

06.07.2010: «Ik probeer het maal», denkt sich Giovanni van Bronckhorst im WM-Halbfinal und erzielt aus 37 Metern dieses Traumtor

Link zum Artikel

16.07.1950: Ein Uru bringt das Maracanã zum Schweigen und sorgt dafür, dass Brasilien nie mehr in Weiss spielt

Link zum Artikel

08.07.1982: Das brutalste WM-Foul aller Zeiten: Toni Schumacher streckt Patrick Battiston nieder

Link zum Artikel

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

05.07.1982: Italiens Rossi kehrt nach zweijähriger Sperre zurück und versenkt «unbesiegbare» Brasilianer im Alleingang

Link zum Artikel

09.07.2006: Weil Materazzi Zidanes Schwester beleidigt, kommt es zum berühmtesten Kopfstoss der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

07.06.1970: England-Goalie Gordon Banks wehrt mit der grössten Parade aller Zeiten den Kopfball von Pelé ab

Link zum Artikel

12.06.1998: José Luis Chilavert wird beinahe zum ersten Goalie, der an einer WM ein Tor erzielt

Link zum Artikel

20.06.1982: Schiedsrichter Lund-Sörensen gibt bei Spanien gegen Jugoslawien einen Penalty, der keiner ist, und lässt ihn auch noch wiederholen

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

19.06.1958: Just Fontaine schiesst im Viertelfinal zwei seiner total 13 Tore an einer WM – ein Rekord für die Ewigkeit

Link zum Artikel

25.06.1982: Die «Schande von Gijon» – Deutschland und Österreich schliessen einen Nichtangriffspakt

Link zum Artikel

15.06.1958: Von wegen krummbeinig – Garrincha dribbelt die Sowjets schwindlig und gelangt zu Weltruhm

Link zum Artikel

04.07.1954: «Aus, aus, aus, aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister …»

Link zum Artikel

11.07.1966: Die «Nacht von Sheffield», der grösste Skandal der Schweizer Fussballgeschichte

Link zum Artikel

28.06.1994: Der Russe Oleg Salenko erzielt als bisher einziger Spieler in einem WM-Spiel fünf Tore

Link zum Artikel

23.06.1990: Roger Milla gegen René Higuita – der Alte entzaubert den Irren

Link zum Artikel

Ampel inspiriert Schiri zu Gelben und Roten Karten – ein Chilene spürt die Folgen zuerst

Link zum Artikel

12.07.1998: Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt bis heute ein Rätsel

Link zum Artikel

16.06.1938: Was man hier nicht sieht: Dem Penalty-Schützen riss das Gummiband der Hose, der Goalie lachte sich krumm

Link zum Artikel

03.07.1974: Ganz Polen gibt der deutschen Feuerwehr die Schuld für die Niederlage in der «Wasserschlacht von Frankfurt»

Link zum Artikel

30.06.2006: Jens Lehmann hext Deutschland gegen Argentinien in den WM-Halbfinal – dank einem unnützen Spickzettel im Stulpen

Link zum Artikel

27.06.1994: Effenberg zeigt seinen berühmten Stinkefinger – leider hat ihn fast niemand gesehen

Link zum Artikel

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

Link zum Artikel

02.07.1994: Kolumbiens Andrés Escobar wird nach seinem Eigentor gegen die USA mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

Aus «Dico» wird «Pelé» und dieser wird dank zwei WM-Finaltoren zum Weltstar

Link zum Artikel

01.07.1990: Unglaublich, aber wahr: Dank cleverer Taktik und zwei verwandelten Penaltys darf England vom WM-Titel träumen

Link zum Artikel

31.05.1934: Goalie Zamora war Kettenraucher, sass im Knast und landet an der WM fast im Rollstuhl

Link zum Artikel

17.06.1970: Fehler über Fehler und Beckenbauers an den Körper geklebter Arm sorgen für das Jahrhundertspiel

Link zum Artikel

17.07.1994: «Eine Wunde, die sich niemals schliesst» – Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fast jeder fünfte Profifussballer kämpft mit Langzeitfolgen des Coronavirus

Müde Fussballer und ein Bundesligaspieler mit Atemproblemen: Auch für Profifussballer können die Langzeitfolgen des Covid schlimme Folgen haben – nicht nur bei schweren Verläufen. Ein Experte fordert deshalb mehr Tests.

Irgendwann geht es nicht mehr. Wolfsburg-Verteidiger Marin Pongracic stützt die Arme in die Knie, versucht nach Luft zu ringen. Es sind Bilder, die man sonst vielleicht in einer Verlängerung sieht. Gespielt in dieser Bundesligapartie sind aber erst 15 Spielminuten. Pongracic beisst weiter, stützt sich auch in den folgenden Minuten bei Unterbrüchen immer wieder auf seine Knie. Zur Pause muss er raus. Seine Atemnot ist eine Folge einer überstandenen Coronavirus-Erkrankung.

Pongracic ist kein …

Artikel lesen
Link zum Artikel