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Lesothos Premier lässt in der Hauptstadt Armee auffahren



Lesothos in Bedrängnis geratener Premierminister Thomas Thabane hat am Samstag in der Hauptstadt Maseru das Militär in Panzerwagen auffahren lassen. Mit der Massnahme werde auf skrupellose Personen und Institutionen reagiert, die das kleine Bergkönigreich im südlichen Afrika in Verruf gebracht hätten, teilte der Regierungschef mit. Der Schritt folgte auf eine Niederlage Thabanes vor Gericht: Er hatte vergeblich versucht, den Polizeichef des Landes abzusetzen. Am Abend zog sich das Militär wieder zurück. Es gab zunächst keine Berichte über Ausschreitungen oder Gewalt.

Gegen den Premier wird derzeit in Zusammenhang mit dem Mord an seiner damaligen Frau Lipolelo ermittelt. Sie war im Juni 2017 - kurz vor Thomas Thabanes zweiter Amtszeit - erschossen worden. Kurz nach dem Mord heiratete Thabane seine jetzige Frau Maesaiah, die im Februar von der Staatsanwaltschaft wegen des Mordes angeklagt wurde.

Lesotho, das frühere Basutoland, ist seit 1966 unabhängig. Das von Südafrika eingeschlossene Land, wegen seiner Höhenlage auch «Königreich im Himmel» genannt, gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Probleme bereiten die hohe Arbeitslosigkeit unter den knapp zwei Millionen Einwohnern sowie die grosse Zahl an HIV-Infektionen. König Letsie III., der formal an der Spitze der Monarchie steht, besitzt keine politische Macht.

Im Jahr 2014 war das Militär in der Hauptstadt zum Einsatz gekommen, nachdem es Zusammenstösse zwischen Soldaten und Polizisten gegeben hatte. Thabane sprach damals von einem Putschversuch und flüchtete nach Südafrika. (sda/dpa)

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