International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Dieses Bild einer Demonstrantin im Sudan geht grad viral – das steckt dahinter

Das Foto einer jungen Sudanesin, die eine Menge von Demonstranten in der Hauptstadt Khartum anpeitscht, geht derzeit viral. Was steckt dahinter?

Julian Wermuth
Julian Wermuth



Am Montagabend versammelten sich wieder hunderttausende Leute in Khartum um gegen Präsident Omar al-Baschir zu demonstrieren. Sie verlangen seinen Rücktritt. Die lokale Fotografin Lana Haroun fing den Moment mit einem eindrücklichen Foto ein: Die 22-jährige Alaa Salah steht auf einem Auto, inmitten einer Menge von Demonstranten, reckt den Finger in die Höhe und führt Sprechgesänge an. Dutzende Menschen um sie herum fangen den Moment mit ihrem Handy ein.

Laut al-Araby handelt es sich bei der jungen Frau um Alaa Salah, eine 22-jährigen Ingenieur- und Architektur-Studentin der Universität Khartum. Auf Videos ist zu sehen, wie sie einen Sprechgesang anführt: «Im Namen der Revolution haben sie uns verbrannt» – und die Demonstranten antworten mit «Thaura!», arabisch für Revolution.

Hanoun, die Fotografin, sagte gegenüber CNN: «Sie versuchte, uns allen Hoffnung und positive Energie zu geben. Sie repräsentiert alle sudanesischen Frauen und Mädchen und inspirierte uns. Sie erzählte die Geschichte von sudanesischen Frauen ... sie war perfekt.» Und weiter: «Wir haben eine Stimme. Wir können sagen, was wir wollen. Wir brauchen ein besseres Leben

Auf Twitter wird sie bereits als Ikone der Proteste angesehen. Nicht nur wegen des Sprechgesangs: Ihr weisses Wollkleid stehe für arbeitende Frauen. Es erinnere viele Sudanesen an ihre Mütter und Grossmütter, die in den 60ern, 70ern und 80ern gegen die vorangegangenen Diktaturen protestierten, erklärt Twitter-Userin Hindi Makki.

Eine Videoaufnahme der Szene:

Seit dem Wochenende haben sich die Proteste gegen die sudanesische Regierung verschärft. Nach Angaben des Innenministers seien sieben Menschen getötet, 15 Demonstranten und 42 Sicherheitskräfte verletzt worden. Die Polizei nahm rund 2500 Demonstranten fest.

Ein Video zeigt die Ausmasse der Proteste:

Al-Baschir unter Druck

Al-Baschir, der 1989 mit einem Militärputsch an die Macht kam, steht seit Dezember stark unter Druck. Der Sudan befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. Weil sich der Brotpreis verdreifachte, begannen Sudanesen im Dezember in mehreren grossen Städten des Landes, auf die Strasse zu gehen und gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung zu protestieren.

Die Demonstranten forderten dann aber zunehmend den Rücktritt Al-Baschirs. Dieser rief im Februar wegen der Proteste einen auf ein Jahr befristeten Ausnahmezustand aus und löste die Regierung auf. Im März ernannte er eine neue.

Der 75-jährige Staatschef regiert das Land im Nordosten Afrikas mit harter Hand. Er wird zudem vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesucht, ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Darfur-Konflikt vorgeworfen.

Dieser brach 2003 zwischen Volksgruppen im Westen des Landes, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung aus. Regierungskräfte und eine verbündete arabische Miliz gingen dabei brutal gegen die Bevölkerung vor.

(Mit Material der sda)

Die ältesten Staatsoberhäupter der Welt

Das könnte dich auch interessieren:

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • BigMic 10.04.2019 14:58
    Highlight Highlight Abgeshen von der Geschichte mit der tollen Frau...
    Das Bild und vorallem die Handys sehen mir schwer gefaked aus.
  • Forest 10.04.2019 14:56
    Highlight Highlight Die demonstrieren bestimmt für das Klima 😝
  • Bangarang 10.04.2019 13:36
    Highlight Highlight Ich fürchte schon das Viedo in dem die sudenensische Armee die Menge bei der Steinigung der Frau anpeitscht.

    Ich hoffe für den Sudan, aber fürchte vor alle ....
  • IZO 10.04.2019 12:58
    Highlight Highlight Go for it girls 👏👏
  • stookie 10.04.2019 12:53
    Highlight Highlight Sudan?
    Hmmmm.....
    Play Icon
  • Coffeetime 10.04.2019 12:26
    Highlight Highlight Ich schätze es sehr, und jeden Tag mehr, in der CH geboren zu sein und hier wohnen zu dürfen. Freiheit und Selbstbestimmung sind so ein wertvolles Gut.
    • P.Rediger 10.04.2019 12:40
      Highlight Highlight Frage mich gerade, wer so einen Kommentar blitzt. Hmmmm....
    • reaper54 10.04.2019 13:22
      Highlight Highlight @Coffeetime es wird immer freier hier, während andere Völker unter Lebensgefahr für ihre Freiheit einstehen gibt es hier, gelinde gesagt Personen mit Intelligenzmangel, welche der EU nachrennen und die Lieber den Eintopf aus Brüssel fressen als selbst zu bestimmen...
    • Bangarang 10.04.2019 13:37
      Highlight Highlight reaper54: #Standart #EU #Hafenkäse

      Bring mal was neues, die Platte einen Kratz ...
    Weitere Antworten anzeigen

Die EU streitet über Seenotrettung – Tunesien über die Toten

Während Europa darüber streitet, wie Migranten über die EU verteilt werden könnten, haben sie in Tunesien ganz andere Probleme. Dort kommen im Sommer auf die Insel Djerba die Touristen – und die Toten.

Worüber redet man, wenn man drei Tage an einer Holzplanke im Mittelmeer treibt? «Jedenfalls nicht über die Fussballkarriere», sagt Mamadou und grinst zum ersten Mal seit einer Stunde. «Du sprichst über alles mögliche, versuchst, dich gegenseitig wach zu halten, denn wenn du loslässt, dann bist du tot.»

Dann versinkt der 16-Jährige wieder in seiner Gedankenwelt, blickt zu Boden, knibbelt nervös an den zitternden Fingern. Vielleicht denkt er an sein Idol, Lionel Messi. Vielleicht an das, was er …

Artikel lesen
Link zum Artikel