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Nigeria: Militär bombardiert Markt – Dutzende Tote befürchtet

Nigerias Militär bombardiert Markt – Dutzende Tote befürchtet

12.04.2026, 20:1312.04.2026, 20:13

Nach einem Luftangriff des nigerianischen Militärs auf einen Markt im Nordosten des Landes werden Dutzende Todesopfer befürchtet. Mehr als hundert Menschen seien bei dem Angriff ums Leben gekommen, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mit. Lokale Medien berichteten mit Verweis auf Augenzeugen von zwischen 30 und 200 Toten. Behörden, darunter die Polizei, bestätigten den Vorfall, es wurden jedoch keine offiziellen Opferzahlen genannt.

Drei Militärjets beschossen demnach am Samstagnachmittag den Markt in Jalli Futchimiram an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Borno und Yobe. Das Militär führt dort Einsätze gegen islamistische Terrorgruppen aus, darunter die mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbundene Gruppe IS Westafrika Provinz (ISWAP).

Militär bestätigt Luftangriffe

Das nigerianische Militär teilte mit, dass Luftangriffe in dem Gebiet durchgeführt worden seien, und erklärte, die Aktion habe «einen wichtigen Korridor für Terroristenbewegungen und einen Sammelpunkt für Terroristen der Islamischen Staats Westafrika Provinz und ihre Komplizen» zum Ziel gehabt.

«Dutzende Terroristen wurden bei den Angriffen unschädlich gemacht, ihre Fahrzeuge und technische Ausrüstung wurden zerstört, während überlebende Elemente dabei beobachtet wurden, wie sie in verschiedene Richtungen flohen», hiess es in einer von Militärsprecher Sani Uba unterzeichneten Erklärung.

Fehlschläge trafen in der Vergangenheit bereits Zivilisten

Das nigerianische Militär stützt sich stark auf Luftangriffe zur Bekämpfung von Dschihadisten, die seit 16 Jahren im Nordosten Nigerias gegen den Staat kämpfen. Mehrfach wurden bei fehlgeleiteten Schlägen auch Zivilisten getötet. Einer der schlimmsten Vorfälle ereignete sich 2017, als ein Lager für Binnenflüchtlinge bombardiert wurde und 112 Zivilisten ums Leben kamen.

Auch in anderen Regionen des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas kommt es immer wieder zu schweren Angriffen bewaffneter Gruppen. Die Vielzahl an Sicherheitskrisen überdehnt die Kräfte der Sicherheitsbehörden des Landes.

Die USA unterstützen Nigeria seit kurzem verstärkt im Anti-Terror-Kampf. Nach einem US-Luftangriff an Weihnachten, der sich gegen bewaffnete Gruppen richtete, trafen Mitte Februar rund 100 US-Soldaten im Land ein, die nigerianische Streitkräfte ausbilden und beraten sollen. (hkl/sda/dpa)

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