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Bin-Laden-Dokumente: Der Terrorfürst hatte grosse Angst entdeckt zu werden

Vier Jahre nach der Tötung von Osama bin Laden haben die US-Geheimdienste mehr als 100 Dokumente freigegeben. Sie geben Einblick in die Ziele des Al-Kaida-Gründers, in seine Angst vor der Entdeckung, aber auch in tiefe Risse innerhalb des Terrornetzwerks.



FILE - This undated file photo shows al Qaida leader Osama bin Laden in Afghanistan. At the center of a hotly disputed Senate torture report is America’s biggest counterterrorism success of all: the killing of Osama bin Laden. The still-classified, 6,200-page review concludes that waterboarding and other harsh interrogation methods provided no key evidence in the hunt for bin Laden, according to congressional aides and outside experts familiar with the investigation. The CIA still disputes that conclusion.  (AP Photo, File)

Bin Laden wollte nach 9/11 eine weitere grosse Attacke gegen den Westen. Bild: Uncredited/AP/KEYSTONE

Bis zum Schluss wollte Bin Laden die USA mit einer neuen, gross angelegten Attacke aus der muslimischen Welt vertreiben. Der Fokus der Al-Kaida-Aktivitäten «sollte darauf liegen, die US-Bevölkerung und ihre Vertreter zu ermorden und zu bekämpfen», heisst es in einem Dokument, das die Nachrichtenagentur AFP vorab einsehen konnte.

Die einzige Möglichkeit, die US-Aussenpolitik zu beeinflussen, seien Angriffe, schreibt er an anderer Stelle. Dadurch sollten die USA gezwungen werden, «die Muslime in Ruhe zu lassen».

Die US-Spezialeinheit Navy Seals hatte bei ihrem Zugriff in Abbottabad am 2. Mai 2011 tausende Dokumente gefunden. Auf richterliche Anordnung wurden mehr als 100 der Schriftstücke nun freigegeben. Dies habe nichts damit zu tun, dass der Enthüllungsjournalist Seymour Hersh die offiziellen Angaben über die Ergreifung und Tötung Bin Ladens kürzlich in Frage gestellt habe, sagte CIA-Sprecher Ryan Trapani.

Zähne gut pflegen

Die Angst, von US-Spionen in seiner Villa entdeckt zu werden, trieb Bin Laden zu äusserster Vorsicht. So gab er an seine Familie und sein Umfeld die Anweisung: «Unsere Sicherheitssituation erlaubt es nicht, zu Ärzten zu gehen. Also gebt acht auf Eure medizinischen Bedürfnisse, vor allem Eure Zähne.»

Als seine Frau Umm Hamsa von einer Iran-Reise zurückkehrte, musste sie ihre komplette Kleidung wechseln, aus Angst, es könnte eine Wanze darin versteckt sein. «Da den Iranern nicht vertraut werden kann, könnte ein Chip in Deine Sachen implantiert worden sein.» Ärger rief Bin Laden mit seinem Verbot an seine Adjutanten hervor, per E-Mail zu kommunizieren. 

Immer weniger Einfluss

Doch auch über die strategische Ausrichtung von Al-Kaida wurde heftig gestritten. So forderte Bin Laden, die Terrorattacken sollten sich auf den grössten Feind USA konzentrieren. «Wir sollten Einsätze gegen die Armee und Polizei in allen Regionen stoppen, ausser im Jemen», schrieb er. Darin zeige sich seine Sorge, «eine Uneinigkeit des globalen Dschihads könnte den Niedergang der Bewegung einleiten», mutmasst ein ranghoher US-Geheimdienstanalyst.

Sein schwindender Einfluss zeigt sich auch in taktischen Differenzen. So warb Bin Laden in den Dokumenten bis zu seinem Tod für gross angelegte Terrorattacken. Einige seiner Stellvertreter finden dies hingegen angesichts der permanenten Gefahr durch US-Drohnen zu schwer zu organisieren. (whr/sda/afp)

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