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Analyse

Naher Osten: Europäer drängen Trump zu Kriegsende im Iran

EU High Representative and Vice-President for Foreign Affairs and Security Policy Kaja Kallas, center, Germany's Foreign Minister Johann Wadephul, from left, Britain's Foreign Secretary Yvet ...
Die Aussenminister der G7-Länder besprechen sich in Paris.Bild: keystone
Analyse

Europäer drängen Trump zu Kriegsende – und engagieren sich am kritischen Punkt

Beim G7-Treffen in Frankreich treten die USA weniger selbstherrlich auf, die Europäer weniger schadenfroh. Finden sie gemeinsam eine Lösung für die so wichtige Strasse von Hormus?
27.03.2026, 22:4127.03.2026, 22:41
Stefan Brändle
Stefan Brändle

Das G7-Meeting begann schon in der Luft: Noch im Anflug auf Paris erklärte US-Aussenminister Marco Rubio, die Europäer müssten sich ebenfalls dafür einsetzen, dass die Meerenge von Hormus für die Öl- und Gastransporte wieder beschiffbar werde. Das sei auch im wirtschaftlichen Interesse von Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und Italien, zu denen im G7-Format auch die USA, Japan und Kanada zählen.

Rubio hatte den ersten Tag des Ministertreffens bewusst geschwänzt; einmal in Cernay-la-Ville südwestlich von Paris angekommen, verzichtete er aber auf die schrillen antieuropäischen Töne, die in Washington üblich geworden sind. Das ist mit ein Indiz, dass Präsident Donald Trump selber unter starkem Druck steht.

Mit falscher Generosität verlängerte er die Frist für die Freigabe der Hormus-Strasse durch den Iran auf zehn Tage. Bis am 7. April soll es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben. Die Verhandlungen mit Teheran soll Vizepräsident JD Vance für die amerikanische Seite leiten.

Zugleich vermeldeten US-Medien allerdings, dass Washington die bereits im Mittleren Osten stationierten US-Truppen von 10'000 auf 18'000 aufstocken will. Das könnte genügen, um eine Insel im Persischen Golf zu besetzen – aber auf keinen Fall, um einen Regimewechsel in Teheran zu bewirken. Diskutiert wird, ob es sich dabei um einen Bluff oder ein Druckmittel handelt. Die israelische Luftwaffe griff derweil Rüstungsfabriken im Iran an.

Flugzeugträger aus Europa

Die französischen G7-Gastgeber erneuerten ihre Bereitschaft, zur Absicherung des Schiffverkehrs rund um Hormus beizutragen – wenn der Krieg einmal beendet sei. Präsident Emmanuel Macron hatte diese Bedingung schon vor zwei Wochen gestellt, als er den Flugzeugträger Charles-de-Gaulle in die Kriegsregion entsandte.

Die Franzosen sind verschnupft, weil Trump die Nato-Verbündeten vor seinen Luftschlägen gegen Iran nicht vorinformiert, geschweige denn eingebunden habe. Rubio konterte vor seiner ersten Auslandreise seit Kriegsbeginn, die Europäer hätten auch später nicht mitgemacht, als Trump sie darum ersucht hatte.

Der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot hatte bewusst auch den ukrainischen Aussenminister Andrij Sybiha an das G7-Treffen eingeladen, um ihn mit Rubio zusammenzubringen. Er zeigte sich besorgt, dass Trump die Ukraine fallen lassen könnte, um sich auf den Brandherd Iran zu konzentrieren. «Das würde nur Wladimir Putin in die Hände spielen», befürchtete der deutsche Aussenminister Johann Wadephul. Die USA würden dagegen Schaden nehmen, warnte Wadephul. Die G7-Partner müssten deshalb den Druck auf den russischen Energiesektor mit Sanktionen und dem Kampf gegen Putins Schattenflotte aufrechterhalten.

Das war vielleicht die auffälligste Erkenntnis des G7-Treffens: Während Rubio darauf verwies, dass die Europäer an einer Befriedung des Iran Interesse hätten, erinnern die Europäer die Amerikaner an deren Interesse an einer Eingrenzung russischer Expansionsgelüste in der Ukraine. Bisher sassen eher die Europäer in der Klemme: Sie mussten befürchten, dass sich Trump für das europäische Abseitsstehen im Iran rächen könnte, indem er die Ukraine aufgibt. «Die Ukraine, das ist nicht unser Krieg», sagte der amerikanische Präsident vor dem G7-Treffen als sehr direkte Antwort auf Sprüche vieler europäischer Politiker, der Krieg im Iran sei nicht der Krieg der Europäer.

Je stärker die US-Regierung aber weltwirtschaftlich unter Druck gerät, desto mehr hört sie die ukrainischen Standpunkte zumindest an. Nach dem Treffen der G7-Minister lobten Teilnehmer das «freundschaftliche und gute» Gespräch mit Rubio. Für einmal sind beide Seiten bemüht, die transatlantischen Positionen anzunähern.
Was den Knackpunkt Hormus betrifft, schalteten sich diese Woche laut Pressemeldungen 30 alliierte Generalstabschefs zusammen, um Wege zur Sicherung der Hormus-Strasse nach Kriegsende zu beraten. Auch dieses Brainstorming unter Alliierten zeigt, dass beidseits des Atlantiks das Bemühen zunimmt, am gleichen Strick zu ziehen. (aargauerzeitung.ch)

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45 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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D.Enk-Zettel
28.03.2026 00:58registriert Oktober 2021
ich denke die Regierungsclowns jenseits des Teiches haben sich gewaltig verzockt. Jetzt , wo die Suppe versalzen und ungeniessbar ist, bitten sie alle zu Tisch. Die Amis waren ja immer schon kulinarische Tiefflieger aber unter Trump resultieren nur noch Lebensmittelvergiftungen.
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Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
28.03.2026 00:28registriert Juni 2016
Was glaubt Trump eigentlich wer er ist?
Erst verrät er die Ukraine mehrmals, droht Dänemark mehrmals mit Krieg und der Annexion Grönlands, dann markiert sein Botschafter in Island selbige schon als US Staatsgebiet und sein Boss führt einen Handelskrieg.
Zu guter letzt greift er ohne Absprachen mit den Europäischen Ländern den Iran an und sagt Abwechselnd, er brauche Europa und Europa habe ihn Verraten.
Er weiss ja selber nicht, was er im Iran will.
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TheHawk
28.03.2026 06:17registriert März 2020
Dann hab ich lieber hohe Benzinpreise, als dass ich Europa in diesen dummen Krieg verwickelt sehe. Die Amis haben's verkackt, das ist deren Schlamassel! Selbst wenn Europa hilft und den Krieg beendet, heisst das noch lange nicht, dass die Amis dann ruhe geben. Vermutlich kämen dann 2 Wochen später wieder neue Drohungen und Forderungen von der verrückten Orange. Ich sag's immer wieder - Europa und die Schweiz tut sich gut daran, wenn wir uns finanziell und wirtschaftlich so gut es geht von der USA lösen. Deren Imperium ist seeeehr stark am wackeln.
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