International
Anschlag in Nizza

Steine und Spucke für den toten Attentäter

epa05430358 French Prime Ministe Manuel Valls (L), Prince Albert of Monaco (R), take part in a minute's silence along the Promenade des Anglais in tribute to the 84 victims of the Nice truck atta ...
Premier Valls (vorn) und Prinz Albert von Monaco während der Schweigeminute in Nizza. 
Bild: OLIVIER ANRIGO/EPA/KEYSTONE

Steine und Spucke für den toten Nizza-Attentäter, Buhrufe für Valls

18.07.2016, 18:3719.07.2016, 07:31
Mehr «International»

Die Wut ist gross, in Nizza, wo heute eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Attentats vom Freitag abgehalten wurde. Dort, wo der Attentäter Mohamed Lahouaiej-Bouhlel erschossen wurde, haben wütende Franzosen eine Art Denkmal eingerichtet: Steine, Papier, Abfall und Zigarettenkippen liegen am Boden, jemand hat das Wort «Assassin» («Mörder») in Grossbuchstaben auf den Asphalt geschrieben. 

Und immer wieder beugen sich Vorbeigehende über dieses «Mahnmal» und spucken voller Verachtung darauf. 

Buhrufe für den Premierminister

Auch gegenüber der Regierung äusserten manche Franzosen ihren Unmut: Der französische Regierungschef Manuel Valls wurde vor und nach der Schweigeminute ausgebuht. Einige Teilnehmer bedachten ausser dem Premierminister auch weitere Regierungsvertreter mit Unmutsäusserungen. Feuerwehrleute und Rettungskräfte erhielten dagegen Applaus, wie der Sender BFMTV berichtete.

In Frankreich wird derzeit heftig darüber diskutiert, ob die Behörden genug für den Schutz der Bevölkerung vor Terrorangriffen getan haben.

Auch im Rest des Landes hielten Menschen inne. Präsident François Hollande nahm im Pariser Innenministerium an der Seite von Vertretern der Sicherheitskräfte an der Schweigeminute teil. Seit Samstag galt in Frankreich eine dreitägige Staatstrauer, an offiziellen Gebäuden hingen die Fahnen auf Halbmast.(dhr/sda)

Nizza am Tag danach

1 / 17
Nizza am Tag danach
Der Morgen nach der Terrornacht: Bestürzung und Konsternation bei den Einwohnern von Nizza.
quelle: x00102 / eric gaillard
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
US-Repräsentantenhaus stimmt erneut für Gesetz zu Tiktok-Verkauf

Das US-Repräsentantenhaus hat erneut für ein Gesetz gestimmt, das die beliebte Kurzvideo-App Tiktok aus China unter amerikanische Kontrolle bringen soll. Die Parlamentskammer in Washington nahm den Entwurf am Samstag mit einer grossen überparteilichen Mehrheit an. Das Gesetz könnte zur Verbannung von Tiktok aus amerikanischen App-Stores führen, wenn der Dienst weiter im Besitz des chinesischen Konzerns Bytedance bleibt. Der Entwurf sieht eine Frist von neun Monaten für einen Verkauf vor. US-Präsident Joe Biden kann diese um drei weitere Monate erweitern.

Zur Story