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Über 2'000'000'000'000 Franken: Noch nie gaben die Staaten so viel für das Militär aus

25.04.2022, 07:5625.04.2022, 08:03

Die Staaten der Erde haben erstmals in einem Jahr mehr als zwei Billionen Dollar für ihre Militärapparate ausgegeben. Die weltweiten Militärausgaben stiegen im Jahr 2021 auf 2.113 Billionen Dollar (rund 2.03 Billionen Franken), wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag in einem neuen Bericht mitteilte. Inflationsbereinigt entsprach das einem Anstieg um 0.7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit sind die Ausgaben im siebten Jahr in Folge gestiegen.

Die USA stecken weiterhin mit Abstand am meisten Geld in die Armee.
Die USA stecken weiterhin mit Abstand am meisten Geld in die Armee.Bild: EPA

«Selbst inmitten der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie haben die weltweiten Militärausgaben Höchststände erreicht», bilanzierte der Sipri-Forscher Diego Lopes da Silva. Aufgrund der Inflation habe sich die Wachstumsrate zwar verlangsamt – lasse man diese aber ausser Acht, habe der Zuwachs satte 6.1 Prozent betragen.

Wer gibt am meisten aus?

An der unangefochtenen Spitze stehen dabei einmal mehr die Vereinigten Staaten. Die US-Militärausgaben sanken im Jahresvergleich inflationsbereinigt zwar ebenfalls um 1.4 Prozent, waren mit einer Höhe von 801 Milliarden Dollar (768 Mrd Franken) aber dennoch grösser als die der neun weiteren Top-Ten-Staaten zusammen.

Dabei fokussieren sich die USA nach Angaben der Friedensforscher in den vergangenen Jahren vor allem auf die militärische Forschung und Entwicklung. Die US-Regierung habe mehrmals die Notwendigkeit unterstrichen, den technologischen Vorsprung des US-Militärs gegenüber strategischen Konkurrenten aufrechtzuerhalten, unterstrich Sipri-Expertin Alexandra Marksteiner.

Was macht China?

Die asiatische Grossmacht holt auf: Nach einem abermaligen Zuwachs um 4.7 Prozent schätzen die Friedensforscher die chinesischen Militärausgaben des Jahres 2021 auf 293 Milliarden Dollar (281 Mrd Franken). Dahinter folgen mit einigem Abstand diesmal Indien, Grossbritannien und Russland.

Wie sieht es eigentlich in Russland aus?

Im Jahr vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine wuchsen die Militärausgaben des Riesenreiches um 2.9 Prozent auf 65.9 Milliarden Dollar (63.2 Mrd Franken), was einem Anteil am russischen Bruttoinlandsprodukt von 4.1 Prozent entsprach.

Dabei kamen dem Land von Präsident Wladimir Putin Einnahmen aus dem Geschäft mit fossilen Brennstoffen zugute, wie Sipri-Expertin Lucie Béraud-Sudreau erklärte: «Hohe Öl- und Gas-Einnahmen haben Russland geholfen, seine Militärausgaben 2021 zu steigern.» Zwischen 2016 und 2019 seien die russischen Ausgaben wegen niedriger Energiepreise und der Sanktionen im Zuge der Annexion der ukrainischen Krim-Halbinsel noch zurückgegangen, seitdem aber mehrmals angestiegen.

Und die Ukraine?

Seit der besagten Krim-Annexion im Jahr 2014 hat die Ukraine ihre Militärausgaben angesichts der Bedrohung durch Russland um 72 Prozent gesteigert. Im Jahr 2021 fielen sie allerdings um schätzungsweise 8.5 Prozent auf 5.9 Milliarden Dollar. Damit machten sie einen Anteil an der ukrainischen Wirtschaftsleistung in Höhe von 3.2 Prozent aus. Russland war am 24. Februar 2022 in die Ukraine einmarschiert.

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie?

Die deutliche wirtschaftliche Erholung nach dem ersten Corona-Jahr 2020 brachte mit sich, dass der Anteil der Militärausgaben an der weltweiten Wirtschaftsleistung 2021 leicht um 0.1 Prozentpunkte auf 2.2 Prozent zurückging. Acht europäische Nato-Länder erreichten die Zielmarke des Militärbündnisses, mindestens 2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Verteidigung zu stecken – das war zwar ein Staat weniger als 2020, aber eine deutliche Zunahme im Vergleich zu 2014, als nur zwei Staaten diese Marke erreicht hatten.

Wie kommt der Bericht zustande?

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut veröffentlicht jeweils Ende April einen jährlichen Bericht zu den Militärausgaben in aller Welt. Er gilt als die weltweit umfassendste Datensammlung dieser Art. Die Friedensforscher stützen sich dabei auf offizielle Regierungsangaben zum Verteidigungshaushalt und auf weitere Quellen und Statistiken – die Zahlen weichen deshalb traditionell von den Angaben der Nato und einzelner Länder ab. Zu den Ausgaben werden auch Aufwände für Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung gezählt. (sda/dpa)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Geralt von Riva
25.04.2022 08:51registriert Mai 2021
Es ist echt pervers, wenn man sich überlegt wieviel gutes mit diesem Geld gemacht werden kann.
Hunger und genügend Trinkwasser wären kein Thema mehr.
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Verbesserer
25.04.2022 08:18registriert Mai 2020
2’000’000’000’000 Franken weltweit für Militärausgaben. Wir rücken der Vernichtung der Erde wieder ein Stück näher und sie wissen nicht was sie tun. Weit haben wir es gebracht.
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Rethinking
25.04.2022 08:12registriert Oktober 2018
Früher oder später werden wir uns alle in eine Mad Max Zukunft bomben…
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