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Trump bestätigt Pläne für Teilabzug von US-Soldaten aus Deutschland



US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass er die Zahl der US-Soldaten in Deutschland auf 25'000 reduzieren möchte. Trump sagte am Montag bei einer Veranstaltung im Weissen Haus zur Begründung, Deutschland weigere sich, die Verteidigungsausgaben so zu erhöhen, dass das selbstgesteckte Nato-Ziel erreicht werde. Derzeit sind rund 34'500 US-Soldaten in Deutschland stationiert. Trump sprach von 52'000 Soldaten. In dieser Zahl dürften rund 17'000 amerikanische Zivilisten im Dienst der US-Streitkräfte enthalten sein.

«Bis sie (die Deutschen) bezahlen, ziehen wir unsere Soldaten ab, einen Teil unserer Soldaten.»

Donald Trump

Der Präsident kritisierte ausserdem: «Warum zahlt Deutschland Russland Milliarden Dollar für Energie, und dann sollen wir Deutschland vor Russland schützen? Wie soll das funktionieren? Es funktioniert nicht.» Trump spielte unter anderem auf die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 an, die Gas von Russland nach Deutschland bringen soll – unter der Umgehung der Ukraine und Polens. Die USA wollen Nord Stream 2 verhindern und haben Ende vergangenen Jahres Sanktionen verhängt.

Trump warf Deutschland am Montag ausserdem vor, die USA beim Handel zu benachteiligen. Die Verhandlungen mit der EU über ein Handelsabkommen verliefen bislang nicht zu seiner Zufriedenheit. Mit Blick auf die Nato fügte Trump hinzu, Deutschland sei einer der wenigen Mitgliedsstaaten, die sich nicht dazu bereiterklärt habe, das selbstgesteckte Nato-Ziel bei Verteidigungsausgaben zu erfüllen. «Deutschland ist seit Jahren säumig und schuldet der Nato Milliarden Dollar, und das müssen sie bezahlen.»

FILE - In this Friday, May 13, 2011 file photo, Soldiers of 1AD attend a color casing ceremony of the First Armored Division at the US Army Airfield in Wiesbaden, Germany. After more than a year of thinly veiled threats that the United States could start pulling troops out of Germany unless the country increases its defense spending to NATO standards, President Donald Trump appears to be going ahead with the hardball approach with a plan to reduce the American military presence in the country by more than 25 percent. (AP Photo/Michael Probst, file)

US-Soldaten in Wiesbaden. Bild: keystone

Das Zwei-Prozent-Ziel der Nato sieht vor, dass sich alle Alliierten bis 2024 dem Ziel annähern, mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Deutschland hat die Ausgaben in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert, lag aber 2019 dennoch erst bei einem BIP-Anteil von 1.38 Prozent. Vor allem Trump übt deswegen kontinuierlich Kritik an der Bundesregierung und wirft ihr zu geringes Engagement vor. Trump sagte am Montag, auch zwei Prozent seien eigentlich noch zu wenig.

Trump verwies auch auf die wirtschaftlichen Schäden, die ein Teilabzug der Soldaten aus Deutschland für die Umbegung der betroffenen Standorte hätte. «Das sind gut bezahlte Soldaten. Sie leben in Deutschland. Sie geben viel von ihrem Geld in Deutschland aus.» Der Präsident fügte hinzu: «Bis sie (die Deutschen) bezahlen, ziehen wir unsere Soldaten ab, einen Teil unserer Soldaten.» (sda/dpa)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Herman Munster 16.06.2020 22:39
    Highlight Highlight Okay, da gäbe es für Deutschland eine einfache Lösung. Die Trump aber richtig in Bedrängnis bringen würde.
    Gleich alle Basen schliessen und das US Militär bitten bis Sept. 2020 das land zu Verlassen. Die NATO Mitgliedschaft auf Unbestimmte Zeit Aussetzten.
    Die US Army braucht die Deutschen Basen mehr als die Deutschen die US Army. Klar einige Regionen ist das Wirtschaftlich sehr sehr schlecht.
    Und wenn die US Army nicht gehen will, teure Mietverträge für die Basen. So 500 Mio Pro Basis/Jahr ist doch ein guter Deal!
    So redet man mit dem Kind im Oval Office, nicht mit Kuschen und Zittern!
  • Kiril 16.06.2020 10:59
    Highlight Highlight Gut so. Die US Army hat in Europa nichts zu suchen. Von deutschen Militärbasen aus begehen die Amerikaner Kriegsverbrechen, das ist dem grossen Kanton aber egal (jedenfalls der Regierung und allen rechten Parteien).
  • Hitsch 16.06.2020 10:06
    Highlight Highlight Die US-Soldaten werden sich freuen, wenn sie beim Trump-Buddy in Polen Champing-Ferien machen müssen 🤨 ...
  • MORGLUM 16.06.2020 08:27
    Highlight Highlight Ob das gut ankommt bei der Nato? Deutschland übernimmt in der Nato Kosten ausserhalb Donalds wahrnehmung. So muss laut ihm das Budget mit Waffen und Sold verschwendet werden. Blöd das die restliche Nato auch andere Kosten akzeptiert, wie nichtmilitärische aufgaben.
    Die sind weniger spektakulär aber wirkungsvoller.
    Und nicht im militärbudget vermerkt. Doch das zu erkennen, dazu muss man mitdenken. Etwas was im weissen Haus zu kurz kommt, allem anschein nach,
    So bleibt nur soldaten wegnehmen.
  • rodolofo 16.06.2020 08:07
    Highlight Highlight Na wer sagt's denn?
    Da macht Trump ja doch mal etwas sinnvolles!
    Aber liebe Europäer,
    seid jetzt bitte nicht so dumm, die Ami-Soldaten mit Bezahlen zum Bleiben zu animieren, oder die EU-Armee aufzurüsten!
    Putin hat mit Syrien und Tschetschenien schon zu viel Ärger und "Fässer ohne Boden" am Hals, als dass er Europa angreifen möchte, dem er lieber Öl und Gas verkaufen möchte.
    Und die Chinesen verkaufen uns nicht nur alle möglichen Waren, sondern kaufen mit ihren Gewinnen ganz Europa auf, inklusive Rüstungskonzerne...
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 16.06.2020 12:15
      Highlight Highlight Er tut es ja nicht um etwas sinnvolles zu tun, oder dem Frieden zu liebe.
      Er macht das nur, weil er hofft, Deutschland erpressen zu können.

      Ich bezweifle auch dass er die Basis in Ramstein auflösen wird. Denn von dort schickt Trump die Drohnen los.
      Aber ich hoffe dass er dämlich genug ist, das zu tun.
  • Jawolaufensiedenn 16.06.2020 04:54
    Highlight Highlight Woher soll das grösste Genie aller Zeiten denn denn wissen wieviele Zinnsoldaten er genau in Deutschland stationiert hat. Er weiss nur, das er die Deutschen irgendwie ärgern möchte, weil es gerade so schön passt, um von seiner Unfähigkeit in den beiden aktuellen Krisen im eigenen Land abzulenken. Und seine allgegenwärtigen Blödheit zu kaschieren. Seine Fans danken es ihm immer noch.
    Die USA braucht eines ganz dringend: eine vernünftige fundierte Schulbildung, damit es ihnen möglich wird ein paar grundlegende Dinge zu verstehen, damit sie nicht mehr solche Typen wie Trump brauchen
  • weissauchnicht 16.06.2020 00:40
    Highlight Highlight Ich finde, die USA sollten ihre Soldaten ganz abziehen. Und zwar nicht nur aus Deutschland, sondern aus ganz Europa. Der kalte Krieg ist längst vorbei. Oder haben die Europäer auch tausende Soldaten in den USA stationiert?
  • swisskiss 16.06.2020 00:00
    Highlight Highlight "Der frühere Befehlshaber der US-Truppen in Europa, General Ben Hodges, kommentierte im Juni 2020 weitergehende Abzugspläne aus Deutschland mit den Worten: „Der Grund, aus dem wir US-Truppen in Deutschland stationiert haben, ist nicht der Schutz der Deutschen, alles, was wir haben, ist zu unserem Nutzen." Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, vertrat die gleiche Meinung: "Die Amerikaner sind nicht hier, um uns einen Gefallen zu tun, sondern weil sie strategische Interessen haben."
  • swisskiss 15.06.2020 23:46
    Highlight Highlight Schade das Trump nicht erwähnt hat, dass die USA alle Stützpunkte von den Deutschen mietfrei gestellt kriegen.

    Aber mit wirtschaftlichen Konsequenzen zu drohen ist lächerlich. Vor 30 Jahren waren mehr als 200 000 US Soldaten in Deutschland stationiert.

    Trumps Truppeabzug ist nicht sehr realistisch und wird am Widerstand in Pentagon und Kongress scheitern.

    Wieder nur heisse Luft und sinnbefreite Drohungen.

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