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Berichte bezüglich US-Truppenabzug sorgen für Unruhe in Polen

Berichte bezüglich US-Truppenabzug sorgen für Unruhe in Polen

14.05.2026, 08:1814.05.2026, 13:10
U.S. army soldiers line up at the Vay Adam Military Training Base near Hajduhadhaz, northeastern Hungary, Wednesday, June 15, 2022. The American unit carries out a joint patrol with Hungarian troops i ...
Die USA ziehen Soldaten aus Deutschland ab.Bild: keystone

Polen hat Berichte dementiert, wonach das Land vom Stopp der Entsendung einer Kampfbrigade von mehr als 4'000 US-Soldaten nach Europa betroffen ist. «Die Zahl der amerikanischen Soldaten in Polen wird nicht reduziert», sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz in Warschau. Vielmehr arbeite sein Land weiterhin an der Aufstockung der US-Truppenstärke.

Der Verteidigungsminister sagte weiter, aus dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Abzug von rund 5'000 US-Soldaten aus Deutschland ergebe sich eine Reorganisation der amerikanischen Truppen in Europa. Dies könnte dazu führen, dass andere Brigaden in einzelne Länder geschickt werden. Möglicherweise erkläre dies die Verwirrung, die durch Berichte der US-Medien ausgelöst worden seien, sagte Kosiniak-Kamysz.

Polens Vize-Verteidigungsminister Cezary Tomczyk trat den Berichten ebenfalls entgegen und verwies auf das westliche Nachbarland. «Das ist nicht wahr. Diese Mitteilung betrifft Deutschland. Sie betrifft nicht Polen. Polen bemüht sich kontinuierlich um eine Verstärkung der amerikanischen Truppenpräsenz», schrieb er auf X.

Eine Sprecherin des deutschen Verteidigungsministeriums äusserte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten. «Wir haben uns in den vergangenen Wochen umfassend zur Thematik geäussert», teilte sie mit. «Dem ist aktuell nichts hinzuzufügen.»

US-Medien berichten über Entsendungsstopp von KampfbrigadeZuvor hatte das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen Beamten des Pentagons berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium die Entsendung der Kampfbrigade nach Europa gestoppt habe. Die Entscheidung dazu sei am Mittwoch bei einem Treffen des Europa-Kommandos der US-Streitkräfte (Eucom) und Teilen des US-Heeres kommuniziert worden. Eigentlich war demnach erwartet worden, dass die Soldaten für einen auf neun Monate angelegten Einsatz in Polen stationiert werden.

Das US-Heer hatte im März mitgeteilt, dass die Kampfbrigade andere Streitkräfte im Rahmen einer regulär angesetzten Rotation ersetzen sollen. Ein Teil der Ausrüstung und der Soldaten sei nun auch schon unterwegs gewesen, weshalb einige Mitglieder des Heeres von der Entscheidung überrascht worden seien, schreibt das «Wall Street Journal».

Laut der auf Verteidigungsnachrichten fokussierten Plattform «Task and Purpose» war vorgesehen, dass die Soldaten vor allem in Polen mit Streitkräften von Partnerländern zusammenarbeiten. Der Einsatz sollte dem Bericht zufolge der Unterstützung der «Operation Atlantic Resolve» dienen, die 2014 von den USA als Reaktion auf die russische Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim gestartet worden war, um Nato-Partner zu unterstützen.

Berichte sorgten für Unruhe bei Polens Regierung

Das EU- und Nato-Land Polen ist einer der engsten politischen und militärischen Verbündeten der Ukraine. Die Berichte der US-Medien über den Entsendungsstopp der Kampfbrigaden haben in Warschau offensichtlich für Unruhe gesorgt. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz sagte, noch in der Nacht habe er gemeinsam mit Polens Generalstabschef Kontakt zum Eucom-Chef General Alexus Grynkewich aufgenommen, um die Sache zu klären. Auch habe Polens Militärattaché mit dem Pentagon Gespräche geführt.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von etwa 5'000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Polen bekräftigte danach seine Bereitschaft, mehr US-Soldaten aufzunehmen. Derzeit sind nach Angaben des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki fast 10'000 US-Soldaten in Polen stationiert. Die meisten von ihnen rotieren regelmässig zwischen verschiedenen US-Militärbasen in Europa. (sda/dpa)

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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vencejo
14.05.2026 08:47registriert Januar 2026
Es rntspricht dem, was Putin von seiner eitlen Marionette erwartet. Er schnippt mit dem Finger, Trump liefert.
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The man who shot liberty valance
14.05.2026 09:33registriert September 2020
Soldaten, die im Bündnisfall nicht auf Russen schiessen, braucht man nicht in Europa.

Es liegt nun an den USA zu beweisen, das sie nicht bereits korrumpiert wurden, bis ins Mark!
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Andi Weibel
14.05.2026 10:26registriert März 2018
Wir müssen endlich mit der Vorstellung aufräumen, dass die USA ein Verbündeter Europas wären und danach die Konsequenzen ziehen.

Und die Konsequenzen müssen sein:
- Energiewende ernsthaft vorantreiben, damit wir weder von Öl- und Gaslieferungen aus Russland noch den USA abhängig sind.
- Digitale Abhängigkeiten von US-Plattformen minimieren, damit wir uns nicht erpressbar machen.
- Bestellungen von kritischen Rüstungsgütern in den USA stornieren. Die Bürgerlichen müssen es endlich eingestehen, dass F-35 und Patriot ein strategischer Fehlentscheid waren.
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