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In Mali angeschossene Schweizer werden nach Senegal geflogen



Die zwei bei einem Attentat auf ein Restaurant in der malischen Hauptstadt Bamako angeschossenen Schweizer Armeeangehörigen werden nach Senegal ausgeflogen. «Nach einem chirugischen Eingriff sind die beiden so weit stabilisiert, dass sie reisen können», sagt Cornelia Mathis Sprecherin des Kompetenzzentrum Swissint gegenüber watson. Swissint koordiniert die Auslandeinsätze der Schweizer Armee. Das Ziel bleibe, die beiden Spezialisten möglichst schnell mit der Rega in die Schweiz zu holen. 

Gemäss Swissint sind aktuell fünf Schweizer Armeeangehörige im in Mali stationiert. Bei drei Spezialisten handelt es sich um fix stationiertes Personal. «Eine Delegation von zwei Munitionsspezialisten war auf Dienstaufsichtsreise in Bamako», sagt Mathis von. «Die Reise hätte am 8. März enden sollen.»

Bei den Verletzten handelt es sich um einen stationierten Experten im Einsatz für die UNO-Minenräumaktion (UNMAS) in Mali, der andere ist Teil der Abklärungsdelegation zur Ordnung, Lagerung und Vernichtung von Munition. Das Kompetenzzentrum Swissint steht in Kontakt mit den behandelnden Ärzten vor Ort.  

Die Armee geht nicht davon aus, dass die beiden verletzten Schweizer das direkte Ziel der Attentäter gewesen sind. Dies sagte Swissint-Sprecher Mirco Baumann am Samstag. Das Lokal im Stadtzentrum sei bei Ausländern und NGO-Mitarbeitenden beliebt. 

Rega steht zum Abflug bereit

Sobald wie möglich sollen die Verletzten in die Schweiz gebracht werden: «Die Rega steht seit Samstagvormittag zum Abflug bereit», sagt Cornelia Mathis von Swissint. Sollten die Verletzten in stabilem Zustand bleiben, würde der Heimflug so rasch wie möglich realisiert. Wann es soweit ist entscheiden ein UNO-Ärzteteam in Senegal, ein Arzt der Schweizer Armee und die Rega.

Unbekannte eröffnen mit Maschinenpistole das Feuer

In der Nacht auf Samstag um 1 Uhr Lokalzeit haben Unbekannte mit einer Maschinenpistole in dem Lokal in Bamako das Feuer eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich drei Schweizer Armeeangehörige in diesem Lokal aufgehalten, schreibt Swissint weiter.

Ein weiterer Schweizer Armeeangehöriger vor Ort überstand den Anschlag unverletzt. Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten gab es bisher keine Hinweise, dass weitere Schweizer Staatsbürger beim Attentat verletzt wurden. 

Einer der Angreifer habe laut «Allahu Akbar» («Gott ist gross») gerufen, zitierte die örtliche Polizei einen Augenzeugen. Anschliessend seien die vier Attentäter mit einem Auto und einem Motorrad geflohen. 

Mindestens fünf Tote und acht Verletzte

Bei dem Anschlag sind gemäss Polizeiangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Unter den Getöteten ist ein Belgier, wie das Aussenministerium in Brüssel bestätigte. Bei den anderen Opfern soll es sich um einen malischen Polizisten und einen Sicherheitsbeamten sowie möglicherweise einen Franzosen handeln. Andere Quellen berichteten von mindestens fünf Toten und mindestens zehn Verletzten.

Mindestens acht Menschen wurden verletzt. Die Polizei sprach in einer ersten Reaktion von einem «Terroranschlag», auch wenn diesbezüglich noch Klärung notwendig sei. 

Dutzende Polizisten riegelten den Bereich um das Restaurant ab. Die französische Botschaft in Bamako rief Franzosen in der Stadt zu äusserster Vorsicht auf, sollten sie ihre Wohnungen verlassen müssen. 

Zwei Verdächtige festgenommen 

Der Manager des Restaurants und Nachtclubs, Hamadoun Dicko, sagte, es habe zuvor keine Drohungen gegen sein Restaurant gegeben. «Der Franzose, der als erstes getötet wurde, sass in der Nähe der Tür. Es ist schwer zu sagen, ob der Anschlag ihm galt oder ob die Täter den ersten Weissen erschossen haben, den sie gesehen haben.» 

Laut der Nachrichtenagentur AFP meldeten die Behörden wenige Stunden nach dem Attentat die Festnahme von zwei Verdächtigen, ohne nähere Angaben zu machen.

Präsident Hollande: «Ein feiges Attentat»

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, eines der Opfer habe für die EU in Mali gearbeitet. Details nannte sie nicht. 

Der belgische Premierminister Charles Michel und Frankreichs Präsident François Hollande sprachen in einer ersten Stellungnahme von einem «feigen Attentat» und verurteilten die Tat. Hollande sagte, er werde Kontakt aufnehmen zu seinem malischen Kollegen Boubacar Keita, um dem Land die Hilfe Frankreichs anzubieten. 

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von radikalen Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen dann die Verantwortung an eine Blauhelm-Mission. (rar/sda/afp) 

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